Donnerstag, 17. September 2009

yes, we can!

Hi Ihr Alle,

Das Projekt läuft und läuft und alles ist super. Gestern habe ich die Nachricht von Jannik (Buea, UAC) erhalten, dass die Wasserleitung für die Schule gebaut wurde!!!
UNGLAUBLICH. Mit dem Spendengeld aus dem Konzert wurde die Wasserleitung noch rechtzeitig zum Schulbeginn fertiggestellt. Schüler, Lehrer und Eltern sind anscheinend richtig glücklich darüber, weil es endlich fließend Wasser zur Essenszubereitung, als Trinkwasser und zum Putzen in der Schule gibt.

DANKE an dieser Stelle nochmals allen Spendern und Interessierten!

Nähere Informationen und Bilder folgen in den nächsten Tagen...
Liebe Grüße aus Gießen,
Niels

Donnerstag, 20. August 2009

Last Time...Next Time?!

Hey Ihr Alle,

lang lang ists her dass ich geschrieben hab und das hat nie alles und immer viele Gründe. Es ist so viel passiert hier und meine Zeit läuft langsam ab. Daher hab ich die letzten Wochen und Monaten meine Blogaktivitäten runtergefahren, um mich auf das hier und jetzt ein wenig besser konzentrieren zu können, was sich muss ich zugeben, auch gelohnt hat. Also es tut mir leid, dass hier so wenig Info über mich und meine letzte Zeit in Kamerun zu bekommen was, aber auch der helepforchildren Blog hat ja ein wenig berichtet.

Nichtsdestotrotz will ich hiermit nochmal zum Abschluss meiner Zeit ein wenig Revue passieren lassen. Ich kann als erstes einmal sagen, dass meine Zeit hier mit der Zeit (Zeit ist sowieso das Schlagwort!) immer besser und schöner wurde. Das liegt natürlich einerseits an der Eingewöhnung, die immer aktiver und intensiver wird, aber auch an den kleinen Veränderungen in der eigenen Entwicklung. Das hört sich kompliziert an ist es aber nicht. Veränderungen, die ich in der Hinsicht an mir selbst gespürt hab sind vorwiegend einfach Veränderungen in der Sichtweise und Herangehensweise an gewisse Dinge wie kulturelle Unterschiede oder eigene Erwartungshaltungen. Auch meine Erwartungen meinem Jahr und meiner Arbeit hier gegenüber haben sich stark verändert, vorwiegend wurden sie realistischer. Oft musste ich einsehen, dass ich so viele Dinge, die ich vorhatte und erreichen wollte einfach nicht erreichen kann. Diese Einsicht hat mir ebenfalls geholfen die letzten Wochen zu genießen und ist mir das Wichtigste an Lernprozess was ich wieder mit nach Deutschland nehme, falls ich es schaffe es dort umzusetzen.

Naja also nochmal kurz zurück zu den ganzen Dingen, die in den letzten Wochen passiert sind. Im Juni kamen Jan und Lars aus Deutschland und die drei Wochen mit ihnen waren der Hammer. Eigentlich reicht es das auf die Erkenntnis zu schieben, dass Alles noch so war wie immer/früher. Wir konnten zusammen Scheiße labern, lachen, Party machen oder einfach entspannen/gammeln als wären wir niemals für Monate getrennt gewesen. Der einzige Unterschied war, dass Gießen jetzt Bamenda und Deutschland jetzt Kamerun hieß. Ansonsten war alles beim Alten. Lars und Jan konnten dann auch noch den Abschluss meines „Sexualkunde“Projekts („Live Safe Play Safe“) miterleben, da die Grundschulen seit Juni in den Sommerferien sind. Ohne viel zu arbeiten waren die letzten Wochen in den Schulen sehr schön. Da ich auch die letzte Klasse der Grundschule, Klasse 6 hier, unterrichtete konnte ich ebenfalls zusammen mit Jan und Lars die Verabschiedung der Sechstklässer der Catholic School Mendankwe miterleben und sogar eigenhändig die Zeugnisse austeilen. Die Feiern hier nach der Grundschule sind riesig und vergleichbar fast mit kleinen Abifeiern, was beeindruckend ist. Für meine Schüler hatte ich noch kleine Klassenbilder vorbereitet mit freundlicher Hilfe meiner Mutter und Jan, die ich noch verteilte, was ein schönes Gefühl war, weil sich alle total gefreut haben.
Zusammen mit Jan besuchte ich dann noch den Königspalast im benachbarten Bali, was zur deutschen Kolonialzeit (1885 – 1916) zusammen mit den Deutschen gegen andere Stämme gekämpft hatte. Der aktuelle König (hier „Fon“ genannt), ganz nach Tradition, studierte sogar in Deutschland und hat ebenfalls noch Kinder dort. Leider konnten wir ihn nicht treffen, dafür aber seinen schönen Palast. Vom Palast aus liefen wir zum ortsansässigen Kunsthandwerkszentrum, wo wir unglaubliches ja was sonst Kunsthandwerk bestaunen konnten. Hier trafen wir auch auf handgeschnitzte Klappstühle mit eingravierten Schriftzügen, denen wir schon in Douala in der deutschen Seemannsmission begegnet waren. Es scheint als ob Bali nicht nur das Zentrum für Kunsthandwerk im Nordwesten Kameruns ist. Jan und ich chillten uns danach noch eine Stunde auf einen alten Holzstamm und genossen den wunderschönen Ausblick auf das grüne Grasland Kameruns.

Nach zwei Wochen Bamenda fuhren Jan, Lars und ich dann noch nach Kribi, wo wir auch Katharina, die DED Freiwillige in Bafoussam, und ihren Freund der zu Besuch dort war trafen. Im Süden Kameruns konnten wir die letzte Woche bei wechselndem Wetter entspannen. Wie immer war der Abschied traurig aber auf eine sehr begrenzte Zeit, was es auf jeden Fall einfacher machte.

Da die Grundschulen nun ja in den Sommerferien waren hatte ich eigentlich „nur“ noch das Radioprogramm als Aufgabe, was mir aber sehr entgegenkam. So hatte ich viel mehr Zeit Leute z treffen und konnte neue Bekanntschaften schließen wie z.B.Justin ein amerikanischer Freiwilliger hier in Bamenda, mit dem ich nun einiges meiner Zeit hier verbracht hab.
Nachdem ich Jan und Lars in Douala verabschiedet hatte fuhr ich übers Wochenende nach Buea wo ich Jannik und Lea besuchte und ihnen etwas unfreiwillig helfen durfte die Grundschule ihrer NGO (United Action for Children), die auch Teil des „helepforchildren“ Projekts ist, neu zu bepflanzen. Das Wochenende war sehr schön und ich genoss die Zeit mit den Freiwilligen in Buea, die mittlerweile auf 10 (!!) angestiegen war mit Freiwilligen aus England und den USA.

Zurück in Bamenda organisierte ich ein Radioprogramm über die „Sommeraktivitäten des Youth Outreach Programme“, meiner NGO, das dann leider Samstags nicht gesendet werden konnte aufgrund eines Stromausfalls (bestimmt schon das vierte Mal...). So waren Nji, Elizabeth, die ich in Buea kennengelernt hatte und mich übers Wochenende in Bamenda besuchte, und ich umsonst zum Studio gefahren. Dinge mit denen ich mich in Deutschland nie zufrieden gegeben hätte hier aber mittlerweile als Arbeitsrisiko einordne..
Das Wochenende war richtig schön. Zusammen mit Elizabeth besuchte ich eine kleine Party von Marcy und Karly, zwei kanadischen Freiwilligen in Bamenda, zum kanadischen Nationalfeiertag. Danach gings ins Handicraft Zentrum von Bamenda, wo Elizabeth sich satt kaufen konnte und ich fast eine Stunde brauchte, um auf die Toilette zu gehen, da diese verschlossen war und letztendlich nur mit einer Machete aufgebrochen werden konnte.
Sonntag fuhren Elizabeth und ich nach Ndop in die Nähe Bamendas, wo wir einfach loswanderten und schließlich durch Mais- und Bananenfelder einen Berg erklommen hatten auf dem wir unser kleines Picknick veranstalten konnten.

Das Wochenende darauf waren dann auch schon Janna, Nico, Jannik, Lea und ihr Bruder aus Deutschland in Bamenda, um die Nutzung der Gelder vom Benefizkonzert in Lich zu besprechen.
Nach gelungenem Meeting genossen wir die Zeit zusammen und schon wieder fand ich mich im Handicraft wieder was wohl der „Touristenmagnet“ in Bamenda ist. Nach dem Wochenende kam Elizabeth für fast eine Woche nach Bamenda, was sehr schön war. Zusammen fuhren wir Sonntags nach Bafut in den Palast (wo ich mittlerweile schon dreimal war und die Führung praktisch alleine machen könnte=)) nachdem wir Samstags Lea's Abschied bei uns zuhause gefeiert hatten mit gegrilltem Fisch, gutem Bier und vielen Leuten. Der Palast in Bafut war mal wieder eine Augenweide und irgendwie war es schon wieder sonnig wie immer wenn ich in Bafut bin. Eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch, aber in Bafut scheint immer die Sonne!
Nachdem Beth wieder gefahren war begann ich mit den sogenannten „Peer Educators“ meiner Organisation (also Jugendliche, die während der Sommerferien als Freiwillige Aktivitäten planen und somit ihr Wissen, das sie in Workshops zu Themen wie HIV oder Good Governance erlangt haben, an ihre „Peers“, also Freunde, weitergeben sollen) zwei Radioprogramme zum Thema „GCE“ (was das kamerunische Abitur ist) und „Goal Setting“ (Zielsetzung) zu organisieren. Die „Peers“ erstellten Questionnaires (Fragebögen) und führten Interviews aus, die ich danach schnitt. War mal ganz interessant nur im Hintergrund zu agieren.
Das Wochenende darauf fuhr ich nach Buea wo ich Elizabeth besuchen wollte, aber auch die Projekte (UAC in Buea und Janna's Waisenhausprojekt in Limbe) die wir mit dem „helepforchildren“ Projekt unterstützen wollen besuchte. In dem Rahmen konnte ich mir die zwei Waisenhäuser ansehen (inklusive eine Schneckenfarm und Pilzzucht), die ich auch schon im Februar im Rahmen der Filmtour besucht hatte, was ziemlich interessant war. Bei „UAC“ sprach ich mit Jannik über die geplante Wasserleitung die UAC für die eigene Grundschule verlegen lassen will und wofür es noch schwer an Mitteln fehlt. (Näheres dazu unter www.helepforchildren.blogspot.com)

Nach einem mal wieder traurigen Abschied von Elitabeth, da diese in die USA zurückflog, fuhr ich wieder nach Bamenda, wo mir nur ein Tag blieb um meine gesamte Wäsche zu waschen und wieder zu packen, um Samstags nach Yaoundé zu fahren, wo wir Montags und Dienstags unser Abschlussseminar haben sollten. In Yaoundé traf ich die anderen Janna, Lea, Katharina, Hannah und Jannik, mit denen ich den Luxus Yaoundés gleich ausnutzte und Pizza essen ging.
Das Seminar verlief ziemlich gut und die katholische Mission, in der wir untergebracht waren und unser Seminar abhielten, war richtig gut – vor allem das Essen.
Nach nur zwei Seminartagen voller Evaluation (mit Basteln von Filmplakaten und Diskussionen mit kamerunischen Jugendlichen) hatten wir Dienstag mal wieder einen Abschiedsabend, da wir Sonja, die uns über das Jahr hin begleitet hatte, vor unserem Abflug nicht mehr sehen sollten. Dafür gönnten wir uns dann auch mal Cocktails im Hilton, die ich der Form ewig nicht mehr hatte.

Die letzten zwei Wochen in Bamenda verliefen entspannt. Moni und Nico kamen nochmal zu Besuch für fast eine Woche, was sehr schön war und jetzt geht es langsam auf die letzten Tage zu. Letzte Woche verabschiedete ich mich von den deutschen Freiwilligen, Sarah, Neele, Lina und Caro, hier in Bamenda, mit denen ich relativ viel Zeit verbracht hatte. Sie sind jetzt schon wieder zurück in Deutschland. Die letzten Tage werden voll sein mit Abschieden und hoffentlich schönen letzten Momenten mit den Leuten, die mir hier wirklich ans Herz gewachsen sind.

Viele Leute fragen mich in den letzten Wochen, was ich denn nun gelernt hätte in Kamerun. Die Antwort würde viel zu viel Platz wegnehmen und die Lust alles das aufzuschreiben hab ich jetzt auch nicht. Das Wichtigste was ich für mich selbst mitnehme aus den Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, hat viel damit zu tun, dass ich sehr viel über mich selbst nachgedacht habe, mehr als ich es schon in Deutschland getan habe.
Geduld habe ich im Ansatz (nur im Ansatz!=)) und möchte das gerne ausbauen, aber vor allem habe ich erfahren, was es heißt etwas von sich zu erwarten und mit welcher Verantwortung man etwas von sich erwarten sollte. Meine Erwartungen an mich selber hier waren oft viel zu groß und ich musste oft gegen mich selber kämpfen um zufrieden zu sein, auch wenn ich nicht alle meine Erwartungen erfüllt hatte. Ich glaube die Erkenntnis, dass ich gar nicht viel von mir erwarten muss um glücklich zu sein ist das Beste, was ich für mich hieraus mitnehmen kann.
Die letzten Wochen und Monate waren noch sehr erlebnisreich und schön. Viele Stunden meiner Zeit konnte ich mit Leuten, die mir wichtig sind teilen, was wohl das Wichtigste ist.
Manchmal zweifle ich noch an mir, aber ich denke ich werde zufrieden nach Deutschland zurückkommen und mit der Erkenntnis im Kopf, die ich hier in Kamerun als Lebensmotto gefunden habe: „Das Glück kommt immer, wenn du nicht danach suchst.“

Niels in Bamenda

Dienstag, 2. Juni 2009

Endlich mal wieder, sorry!!

Hey Ihr Lieben,

jetzt ist es schon mehr als einen Monat her dass ich das letzte Mal etwas hiereingeschrieben habe. Das tut mir leid, weil ich sehr gerne euch über mein Leben hier berichten und euch ein wenig teilhaben lassen würde. Ich hab leider einfach nicht die Zeit dafür gefunden zu schreiben, vielleicht nicht nur die nötige Zeit, sondern auch die dazugehörige Ruhe. Das Leben hier ist jetzt echter Alltag und für mich persönlich waren die letzten Wochen ziemlich schön, anstrengend und vollgepackt. Mein Papa war hier und hat mich für drei Wochen besucht. Während ich die ersten zwei Wochen noch tagsüber arbeiten musste beschäftigte er sich selber, was ziemlich gut war und ihm wohl auch einen besseren eigenen Eindruck vom Leben und der Stadt hier geben konnte. Nach den ersten zwei Wochen sind wir dann zusammen nach Limbe gefahren für eine Nacht, in der wir mal so richtig aufn Putz gehauen ham=) Nach 4 Stunden Schlaf (viel zu wenig!) mussten wir dann morgens gleich weiter zu unserem nächsten Reiseziel – Mundemba. Ich sags ja echt nich gern, aber Mundemba war der Busch. =) Sehr sehr freundliche Menschen und ein kleines ganz anschauliche verschlafenes Örtchen zwar, aber die Fahrt dahin (und wie ich im Reiseführer nachlesen konnte ging es so auch anderen die schon nach Mundemba gefahren sind) ist entweder ein Abenteuer oder die Hölle – je nachdem wie mans nimmt. Man muss sich vorstellen dass man in den vom Zustand her schlechtesten Autos (Toyoto Corolla, was sonst?!=)) sitzt, die aber das gewisse Etwas haben nämlich verstärkte Achsen und die eigenhändig hochgelegt sind, um in den Wassergräben und Riesenfützen zu bestehen. Das is ja alles schön und gut, nur leider ist dass Auto, wie jeder normale andere PKW nur für 5 Personen ausgelegt. Da die Strecke sich aber kostentechnisch wohl nicht rentieren würde fährt der Fahrer nach Mundemba erst los, wenn 7 Personen + er selber im Auto sitzen! Praktisch gesehen heißt dass vier Leute auf der Rückbank, 2 auf dem Beifahrersitz und ein Fahrgast rechts neben dem Fahrer (eigentlich auf dem Schaltknüppel...). Nach 2 Stunden Fahrt geht die Luft aus unserem Reifen raus. Nach gelungenem Reifenwechsel wechseln wir auch gleich das komplette Fahrzeug, ich glaub weil unser erstes Auto allgemein keinen guten Reifenzustand aufweist. Nach weiteren 1,5 Stunden und eingeschlafenen Beinen stolpern wir in Mundemba aus dem Auto. Eigentlich dachte ich, dass Reisen in Kamerun mir nichts mehr antun könnte, aber der Tag war wirklich zu viel. Nachdem wir bei zwei Kontrollen nach Kumba (von Limbe aus, Kumba ist der Ausgangsort nach Mundemba) richtigen Stress mit den geschätzten kamerunischen „Sicherheits“kräften hatten, die partout nicht einsehen wollten, dass wir keine Impfpässe mit herumtragen müssen und ebenfalls nicht verstehen konnten, dass ich nicht der Präsident ihres Landes bin (was mir vorgeworfen wurde nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass es nicht notwendig sei Impfpässe im Land mitzunehmen). Ausgelaugt kamen wir also im Hotel an was wirklich sehr nett war. Die Hitze war zwar unerträglich weil es unglaublich schwül war, was der Regen in der Nacht auch nicht entscheidend ändern konnte. Am nächsten Morgen trafen wir dann den Organisator des Korup Nationalparks, des ältesten Regenwalds Afrikas, in den wir ja wollten. Um halb 10 ging dann die Tour los, die mit dem Überqueren einer unglaublichen Flussströmung über eine Hängebrücke begann, was wirklich eine Erfahrung war.
Wir hatten uns vorgenommen eine Nacht im Regenwald zu schlafen und entschieden uns somit für die längste Tagestour, 11km zum Chimpanzee Camp (in Insiderkreisen auch gerne Japanese Camp genannt;)). Unser Führer war eine kleine Enttäuschung, was uns aber am ersten Tag nicht davon abhielt von dem Regenwald begeistert zu sein. Ganz banal könnte man sagen, dass man ja „nur“ durch einen Wald läuft, aber ganz so ist es nicht. Ich hab noch nie einen Wald gesehen, der so laut war und der vor allem so viele verschiedene Gerüche aufwies. Es war wirklich beeindruckend. Mittags erreichten wir das Camp und ruhten uns erstmal aus, die schwüle Hitze war im Regenwald noch gravierender. Am Nachmittag begleiteten wir einen Belgier und seinen kamerunischen Freund mit deren Führer (der wesentlich gesprächiger und besser war) zu einer Fledermaushöhle, in der uns auch einige der Tiere um die Ohren flogen, was etwas beängstigend war. Nach einem Bad im nahegelegenen Fluss gingen wir früh ins Bett, weil wir echt ausgelaut waren. Am nächsten Morgen gings über eine etwas andere Route schon zurück. Leider konnten wir dann auch keine Tiere mehr sehen, bevor wir den Park verließen. Alles in allem ist der Regenwald schon eine große Erfahrung und ich bin froh es gemacht zu haben, obwohl ich auch enttäuscht war und bin von unserem Führer, der einfach keine Lust hatte Führer zu sein...
Naja die Rückfahrt nach Limbe war dann unglaublich geschmeidig am nächsten Tag, das war schon fast unheimlich. Sehr früh kamen wir in Limbe an und hatten noch den ganzen Tag vor uns, den wir eigentlich schon für die Reise abgehakt hatten. In Limbe erholten wir uns (ich mich vor allem von meinen Mördermoskitostichen) und entspannten die restlichen 2 Tage bevor mein Papa Freitagabend von Douala wieder nach Hause flog. Ich blieb das Wochenende über noch in Limbe, bzw Buea, wo wir (Janna, Nico der aus Bafoussam kam, Lea und Jannik) uns trafen um abends zusammen wegzugehen, was auch ziemlich gut war! Nach nur 4 Stunden Schlaf mal wieder mussten Nico und ich dann Sonntagmorgen die Heimfahrt antreten, die auch mal wieder ziemlich gut war, nachdem der Bus relativ schnell leerer wurde und wir viel Platz hatten, was wirklich nicht oft vorkommt in Kamerun. Seit Sonntag bin ich also wieder in Bamenda, was eigentlich ziemlich gut ist. Das Schuljahr geht in 2 Wochen zu Ende sodass mein Projekt in den Grundschulen (der Sexualkundeunterricht) wegfällt. Ebenfalls bin ich mit dem Film fertig geworden für Robert und mein Benefizkonzert am nächsten Mittwoch (10. Juni, 19 Uhr, Kino Traumstern in Lich bei Gießen, Eintritt: 10 Euro, es spielen 6 Bands und der Dokumentarfilm wird gezeigt. Die Spenden gehen direkt an die vier Projekte hier in Kamerun, die wir unterstützen wollen), sodass ich jetzt eine etwas entspanntere Zeit vor mir habe die letzten paar Monate. Am Freitag kommt schon der nächste Besuch, wodrauf ich mich riesig freue! So jetzt ist es 8:15 kamerunischer Zeit und ich muss mal zur Arbeit. Ich hoffe es geht euch allen gut!
Bis die Tage,
Niels

Freitag, 24. April 2009

Von Abschied und Freundschaft

Hey Ihr,

is jetzt ne lange Zeit her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, aber im Moment komme ich nicht oft zum Schreiben und wenn ich dann mal freie Zeit finde will ich lieber einfach mal ausruhen oder muss mich von Leuten verabschieden.
Genau wie heute wieder.
Catie, meine Cousine, fliegt heute raus aus Kamerun nach Italien und dann in die USA, wo sie ihr Studium anfangen wird. Catie ist zwar irgendwie mit mir verwandt, also richtige Cousinen sind wir nicht, aber ich habe sie hier in Kamerun das erste Mal richtig kennengelernt. Das letzte Mal, als wir uns getroffen haben war ich 4 und sie 9.. In der Zeit, in der wir beide hier in Kamerun waren (also ganze 7 Monate) sind wir eng geworden, hatten schöne Zeiten und ziemlich lustige und gute Unterhaltungen. Heut musste ich leider Ciao sagen und das GEfühl dass ich langsam von Abschieden genug habe wurde dadurch nur noch mehr verstärkt.
Man geht irgendwohin und fast jeder, den man trifft war schon länger hier als man selbst, so ging es mir mit vielen LEuten, aber auch LEute, die man ins HErz schließt und die nach 2 Monaten wieder fahren. Ich kann die Abschiede, die ich hier hatte kaum mehr zählen, aber es waren eine Menge.
Was man mitnimmt aus Abschieden muss die Gewissheit sein, dass man die LEute nicht für immer verabschiedet hat, dass man immer wieder die Chance bekommen wird den oder diejenige wiederzutreffen, wo auch immer und warum auch immer.
LEtzte Woche hatte ich auch so einen Abschied. Nach 2 Wochen einer Hammerzeit mit meiner Mama, Signe und Lorenz mussten wir für die bleibenden Monate auf Wiedersehen sagen. Ich sag euch die ersten zwei Tage waren alles andere als einfach, aber seit die Woche angefangen hat geht es mir so gut wie selten hier in KAmerun und ich glaub dass kommt auch daher, dass ich jetzt einfach weiß, dass bei ganz besonderen Freundschaften auch ein Abstand von 7000 km und Monate Zeit nicht verhindern, dass man sich so gut versteht wie auch vor dem Abschied noch, vielleicht sogar besser.
Über das, was ich so tue hier gibts grad eigentlich nichts neues zu schreiben. Das RAdioprogramm liegt grad etwas auf Eis leider, da ich alleine hier in Bamenda bin. Ansonsten geh ich noch jeden Tag in die SChule und geb meinen "Sexualkundeunterricht" der Spaß macht im Moment! Am Sonntag ist der letzte Tag des Sporttuniers was ich organisiert habe, was aber tausendmal besser hätte laufen könnnen. Naja man lernt noch dazu. Viele SChulen sind nicht gekommen und meine HIV Info, die ich nebenbei aufgebaut habe hat nicht so wirklich gegriffen glaube ich. Am Wochenende kommen Nico und Katharina aus Bafoussam und vielleicht wird morgen Abend ne Hochzeit genossen=) Bin gespannt, auch auf meinen GEburtstag nächste Woche..
Ich hoffe euch gehts allen gut!
Beste Grüße aus Bamenda
Niels

Dienstag, 31. März 2009

Klischee Afrika wir kommen!

Hey Ihr!

Hoffe euch gehts allen gut. Ich bin seit Sonntag wieder in Bamenda, nachdem ich eine Woche inklusive Reise im Norden Kameruns verbracht habe. Freitag Morgen von Bafoussam nach Yaounde ging es los. Mit 10 Leuten (8 Freiwilligen und der Schwester von Janna und dem Freund von Moni) ging es dann Freitag Abend nach Ngaoundere mit dem super schnellen Nachtzug von Yaounde. Gut, dass wir das Glück hatten noch Schlafwagen zu bekommen, die wirklich sehr gut und sauber waren. So konnten wir schon ein wenig entspannen, bevor es Samstag morgen nach 16 Stunden Zugfahrt auf eine weitere 8 Stunden Busfahrt ging in Richtung Maroua.
Dort angekommen ruhten wir uns in unserem ruhigen Hotel aus mit Ausblick auf einen Sonntag in Maroua und den Beginn der Safari im Waza Park am Montag.
Ich muss schon sagen, dass Maroua mit die schönste Stadt ist, die ich in Kamerun bisher gesehen habe. Es ist viel ruhiger als in Bamenda und der Norden ist eh ganz anders als andere Teile Kameruns. Auf der Fahrt nach Maroua konnte man das typische Afrika Klischee erleben - Lehmhütten und Strohdächer, nichts anderes. Der Norden ist sehr viel trockener und ärmer als die südlichen Teile Kameruns. Die überwiegende Religion ist der Islam, was den Städten und Dörfern eine ganz andere Atmosphäre verleiht.
Am Montag ging es dann mit unserem sehr netten Fahrer Robert in Richtung Waza Park. Im Hotel brachten wir unser Gepäck unter, bevor wir direkt in den Park fuhren. Mit unserem Führer Moussa, der schon seit 30 Jahren im Park arbeitet, gingen wir auf die Suche nach wilden Tieren und hatten nach nur wenigen Minuten dsa Glück Giraffen zu sehen. Denen folgten noch Antilopen, Pelikane, Geier, Adler, Antilopen und Gazellen. Nach 6 Stunden im Park fuhren wir zurück und genossen ein Abendessen direkt am Parkeingang, wo einige Frauen auf Bestellung sehr sehr leckeres Essen kochen. Geschafft von der Fahrt und mit Vorfreude auf den folgenden Tag im Park gingen wir relativ früh ins Bett.
Dienstagmorgen ging es dann schon gegen 6 Uhr in den Park, um ein bisschen bessere Chancen zu haben Löwen zu sehen. Leider reichte unser Glück dafür nicht, sodass wir die 11 Stunden im Park für die Suche nach Elefanten nutzten. Wir folgten Spuren und Anzeichen von Elefanten quer durch den Park hatten aber wieder kein Glück. Gelohnt hat es sich trotzdem, es ist einfach beeindruckend Giraffen und Antilopen in wirklich freier Wildbahn in Ruhe zu betrachten.
Nach einem weiteren ruhigen Abend wollten wir Mittwoch an den Maga-See, einen riesigen Stausee im Norden Kameruns, auf dem man Bootstouren machen und Nilpferde betrachten kann.
Wir nahmen den Weg durch den Park Richtung See und hatten das unglaubliche Glück gerade an dem Tag noch Elefanten zu sehen. Von unserem Guide geleitet nahmen wir Spuren auf und verfolgten diese bis wir auf eine kleine Gruppe Elefanten stießen, die wir aus 100 m Entfernung betrachten konnten.
Die Bootstour war dann aber der absolute Aufreger. Geplant für 1,5 Stunden mussten wir unsere Tour nach einer halben Stunde abbrechen. Der Grund dafür waren die Nilpferde, die wir wirklich nach 20 Minuten antrafen und die uns alle, auch unseren Bootsführer überraschten, da sie sonst viel später und nicht so nah am Ufer auftauchen. Umzingelt von ca. 15 Tieren mussten wir vor den großen Mäulern fliehen, die teilweise schon abtauchten, um unsere Holzpiroge anzugreifen. Das war auch netterweise genau das, was uns der Bootsführer erläuterte, während wir im Boot saßen und unser Ableben planten. Voller Panik und das ist kein Scherz waren wir für das Leben dankbar, das wir noch besaßen an Land angekommen.
Von dem Erlebnis noch kaum erholt kamen wir Mittwoch abend wieder in Maroua an, wo wir bis Samstag morgen blieben. Am Donnerstag unternahm ich mit Jannik eine kleine Wanderung auf den Mount Maroua, der 800m hoch exakt neben der Stadt liegt und von dem man aus einer Hammeraussicht auf die Stadt, die im Gegensatz zu ihrer Umgebung grün ist (man konnte wirklich sehn, wo es Wasserversorgung gab und wo nicht) hatte. Zwei kleine Jungen, Jean-Pierre und Papi, begleiteten uns einfach so, weil sie das jeden Tag machen nach eigenen Angaben. Mit den Beiden hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch über ihr Leben und das Leben in Maroua, bevor wir nach dem Wandern noch eine kleine Partie Fussball spielten.
Nach vielen Tagen früh aufstehen, Tiere erleben und Maroua genießen ging es dann Samstag morgen zurück nach Ngaoundere. 8 Stunden Bus bevor wir in Ngaoundere feststellten, dass es keine freien Schlafwagenplätze mehr gab. So mussten wir auch die 16 Stunden im Zug im Sitzen verbringen, was um ehrlich zu sein, besser war, als in Frankreich im Nachtzg zu fahren und da sprech ich aus eigener Erfahrung..=)
Am Sonntag morgen kamen wir dann in Yaounde an und ich musste mich ziemlich schnell von den anderen verabschieden, um meinen Bus nach Bamenda zu bekommen. Glücklicherweise bekam ich gerade noch so den einzigen Bus in meine kamerunische Heimatstadt, in dem ich nach 1 Stunde feststellte, dass ich mein Handy in dem Taxi in Yaounde liegengelassen hatte. Panisch rief ich mein Handy an, das der Taxifahrer abnahm. Gut, dass ich so einen sozialen und netten Fahrer erwischte, der mein Handy nach Absprache Nico vorbeibrachte, der noch länger in Yaounde blieb, als ich. Jetzt liegt mein Handy zwar in Baham rum, aber dank Nico und dem Fahrer habe ich es wenigstens in wenigen Tagen wieder.
Nun ist es schon wieder Dienstag und die Tage verfliegen hier in Bamenda. Ich hatte einige Schwierigkeiten nach einer solch schönen Wochen in Bamenda anzukommen, aber mittlerweile gehts. Ich bin froh eine so super Erfahrung gemacht zu haben. Danke an alle, die mit waren, war cool, dass ihr dabei ward!
Euch allen eine schöne Woche und bald kommt um euch neidisch zu machen ein kleines Video über Giraffen=) Selbstgedreht...
Alles Beste aus Bamenda,
Niels

Montag, 9. März 2009

1 - Die erste Erkenntnis

Das,was er hier jetzt schon seit über 4 Monaten machte war ihm auch bis jetzt noch nicht wirklich klar.
Ein paar Dinge aber schon: er wusste, dass er sich verändert hatte, nicht nur körperlich (afrikanisches Essen setzt an, das war mit die erste Sache die er gelernt hatte hier), sondern auch hinsichtlich seiner Einstellungen und Weltanschauungen. Vieles war realistischer geworden, weniger auf Halbwissen aufbauend, sondern hautnah erlebt – er konnte sagen, dass Afrika nicht nur dunkel und die Menschen nicht nur böse und kriegerisch, wie auch seine Länder. Vielleicht wusste er jetzt auch, dass Afrika nicht nur ein Land war, aber dafür mangelte es ihm wohl noch an Erfahrung. Was er aber ganz entschieden mitgenommen hatte, war die Veränderung seiner Einstellung gegenüber der Arbeit, die er hier leistete und über seinen europäischen Blick auf die Kultur und die Menschen, die er hier kennengelernt hatte. Er wusste, dass es nicht leicht ist, seine Wäsche mit den Händen zu waschen, er wusste auch, dass man als „Weißer“ hier eine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht bekam und eine Verantwortung damit einherging, die er nur jetzt nachdem er soviele Europäer hier getroffen hatte, verstehen konnte.
Es ist nicht so, dass die Europäer oder Amerikaner irgendwen in diesem Land missionieren müssen oder dürfen. Es geht vielmehr um das Schlagen von Brücken zwischen zwei Welten, deren Kluft von der einen jahrhundertelang vergrößert worden war.
Als er so darüber nachdachte viel ihm auf, wie sehr ihn der Abend vor kurzem besonders beschäftigte und zusetzte.
„Wenn ich meinem Diener auch noch sagen muss, dass er bitte meine Essensvorräte auffüllt, wenn ich aus dem Urlaub komme, dann läuft da was ganz schief. Die sind hier aber auch alle so unfreundlich und respektlos, kann ich ja nicht verstehen.“Die Sätze waren ihm noch so klar im Gedächtnis als wäre es erst gestern gewesen, obwohl dass ja auch komisch klingt, weil es auch wirklich erst vorgestern gewesen war, naja egal, dachte er sich.
Erschreckend war schon, dass er so Sätze aus dem Mund von Deutschen, die er hier getroffen hatte, hören musste und dann noch nicht mal Touristen, sondern Leute, die hier jahrelang arbeiteten und denen die Ungleichheit der Welt eigentlich deutlicher sein müsste und deren Handeln beeinflussen sollte. Wie kann man Brücken bauen oder Vorurteile auf beiden Seiten abbauen, wenn man sich Bedienstete hält und diese behandelt wie in der guten alten Kolonialzeit? Das war eine Frage auf die er eigentlich nur eine Antwort hatte: gar nicht.
Er wusste und dass war ihm auch wichtig eigentlich, dass er auch nicht frei von Vorurteilen war und auch er musste oft erkennen, dass mit seinem Denken und seinem Handeln während der Arbeit eine gewisse Arroganz einherging, die schwer war abzustellen. Diese Arroganz doch alles zu wissen, als Europäer, doch die besseren Arbeitsweisen zu kennen und Lösungsvorschläge zu machen. Dabei war in diesem Land, in dem er jetzt für ein Jahr lebte mehr Wissen über sein Heimatland vorhanden, als er jemals über dieses fremde Land gewusst hatte, bevor er hier her kam. Das zeigt auch die Ungleichheit. Wir lernen nichts über Afrika und wenn dann darüber, dass Afrika nicht nur ein Land ist, wobei wir trotzdem genau das in unseren Köpfen behalten. Auf der anderen Seite der Kluft zwischen den Welten wird aber alles was mit Geschichte zu tun hat mit uns in Verbindungen gebracht und unsere Geschichte von kleinauf gelehrt und gelernt.
Irgendwie sollten wir doch mal aufhören uns als verschiedene Menschen zu betrachten, dachte er sich. Eigentlich sind wir alle doch Menschen, egal ob schwarz oder weiß. Boah, das hört sich jetzt wieder so neunmalklug an und poetisch aber es war im Enddefekt so, dass wurde ihm immer bewusster. Aber zugleich fühlte er sich schwach bei dem Gedanken, dass es sich so schnell nicht ändern wird, dass unsere Kultur am Ende der Entwicklung steht und alle anderen Länder der Welt unseren Stand erreichen müssen, wir als Krone der Schöpfung. Wie pervers das klang und ist, dachte er sich, bevor ihm klar wurde, dass genau so Menschen, wie er sie letztens getroffen hatte, vieles kaputt machen, was vielleicht mal Brückenansätze gewesen waren. In ihren dicken Geländewagen mit Chauffeur, ihren Bediensteten und ihrem Satelittenfernsehen lebten sie ein Leben mit europäischem Luxusstandart in einem Land, in dem 45% der Bevölkerung mit unter einem Dollar pro Tag auskommen mussten.
Wenn wir als eine Welt irgendwann mal zusammenstehen wollen, dann brauchen wir eine große Brücke. Das Problem im Moment ist nur, dass die Freunde der Brückenbauer an jeden neu gebauten Pfeiler frische Sprengsätze anbringen, um das Projekt ja nicht zu Ende kommen zu lassen. Und wir sitzen alle im selben Boot und schauen uns das Spektakel von dort aus an. Welches Ufer wir ansteuern wissen wir nicht und wir hoffen, dass die Brücke fertig wird, damit es egal ist an welchem Ufer wir ankommen.

2 - Die Zeit oder das Mysterium

Achja die gute alte Zeit. Wo hatte man sich nicht alles an Zeiten gehalten? Als kleines Kind an die Essenszeiten, die fest eingehalten werden sollten, damit es im Magen ja nicht rumort, dann an die Schulzeiten (und das sollte noch ins Erwachsenenleben hineinreichen), die Trainingszeiten, die Abfahrtszeiten für Busse, Bahn oder Mitfahrgelegenheiten, die Prüfungszeiten oder an die deftigen Brotzeiten zwischendurch, die „Du-kommst-aber-vor-Zwölf-nach-Hause“- Zeiten und natürlich an die Freizeiten (wobei hier auch nochmal unterschieden werden könnte, aber das würde zu lange dauern).
Er saß bei einer recht guten Tasse Tee an seinem kleinen von „seinem“ Schreiner neu gebauten Schreibtisch und genoss die eben noch nicht erwähnte Feierabendszeit, indem er sich Gedanken über die Zeit machte, die er seit einigen Monaten durch mindestens tausend verschiedene Blickwinkel gesehen und gedanklich durch mehrere hundert Fleischwölfe gedreht hatte. Wie dreht man die Zeit durch einen Fleischwolf? Das können wohl eigentlich nur diejenigen nachvollziehen, weitererzählen und erklären, die eine längere Zeit im Ausland waren, dabei ein wenig Probleme beim Einleben hatten und ihr Zuhause zu sehr, ja fast schon irrational stark, vermisst haben. So schwer ist das nämlich gar nicht mit dem Fleischwolf und der Zeit. Ich nehme mal mich als Beispiel, begonn er in Gedanken zu sinnieren. Ich bin hier letzten September angekommen, das sind jetzt in einer Woche gut 5 Monate, die ich nicht mehr auf heimischem Boden verbracht habe. Die 5 Monate sind ungefähr 150 Tage von gut 365, die ich hier insgesamt verbringe. Bleiben also noch 215 Tage, was so gut wie sieben Monate sind. Am Donnerstag vor 7 Monaten war ich auf einem Open Air Konzert, was der Hammer war. Moment, wie fühlt sich das an nochmal solange hier zu sein?
Keinen Plan, also weiter mit der Rechnung, die bestimmt zu etwas führen wird.
In gut 8 Monaten und einer Woche bin ich dann also schon einen Monat wieder zuhause, also das heißt, dass ich dann auch schon angefangen habe zu studieren. Vor 8 Monaten war mein Abi grad über die Bühne gegangen und hatte sich sogleich in den Sommerferien verabschiedet, um jetzt ein Jahr Auszeit zu nehmen. So weit weg kommen mir die letzten Prüfungen gar nicht vor, also kanns ja nicht mehr so schlimm sein noch 8 Monate auf meine Besten zuhause warten zu müssen.
Jetzt kam er nicht mehr weiter mit seinen Gedanken, die Zeit hatte sich im Fleischwolf verfangen und es war klar, dass er zu keinem sinnigen Schluss kommen würde. Warum er sich all diese Gedanken machte, war ihm schon klar und ein wenig unheimlich. Es bedeutete schon, dass er sich sehr nach Zuhause sehnte. Er konnte es sich so gut gehen lassen wie er wollte, so wie er es im Moment bei dieser wirklich guten (um es nochmal zu betonen) Tasse Tee tat, so richtig wurde er die Sehnsucht nicht los.
Ob das nun ein wirklich schlechtes oder ein normales oder ein beruhigendes Zeichen war konnte er sich nicht beantworten. Eins konnte er aber sagen: er hatte sich im Berechnen von Monaten, Tagen, Stunden und Minuten unheimlich verbessert, die Zeit war für ihn kein Mysterium mehr. Andererseits war es genau das, ein Mysterium, das ihn dieses ganze Jahr begleiten wird und ihm ruhelose Gedanken bereiten wird.
Einen Gedanken, der ihm gerade in den Sinn gekommen war, fand er aufbauend und logisch zugleich. Eigentlich, so sagte er sich, sieht es im Moment so aus, als ob ich das Berechnen der Zeit nur dem Berechnen der Zeit zuliebe mache, nicht weil ich unstillbare Sehnsucht nach Zuhause habe. Einmal damit angefangen ist es halt schwer wieder aufzuhören, bestärkte er sich in seiner Idee, die ihm heute mal etwas Druck von ihm nehmen sollte. Den Druck endlich die Zeit begreifen zu können, endlich Ruhe zu finden, im Angesicht der Zeit, die ihm hier noch blieb und die auf ihn zu Hause wartete. Diese Ruhe ist wohl das A und O der ganzen Geschichte hier, der Schlüssel zur Zufriedenheit. Wenn ich für mich selbst die Zeit akzeptiert habe, habe ich Ruhe und die Ruhe hilft mir zu genießen und nicht alles in eine Zeitrechnungsformel einzubeziehen.
Er schaute auf seine Uhr und bemerkte, dass er 10 Minuten zu spät zum Meeting kommen würde, das er selbst einberufen hatte. Mit seinen Unterlagen im Arm schlenderte er Richtung Sitzecke, wo das Meeting stattfinden sollte. Er wusste, wie es kommen würde – und er sollte Recht behalten.
Ja, er war nicht nur 10 sondern ganze 15 Minuten zu spät, aber außer ihm war nur noch Kate da, eine von den 4 erwarteten Freiwilligen mit denen er zusammenarbeitete. Er schaute auf die Wanduhr im Büro, die seines Erachtens nach 15 Minuten nachging, im Office aber Gültigkeit besaß. Das Problem bei der ganzen Geschichte war nur, dass jede Uhr im Büro Gültigkeit besaß und dass jede dieser Uhren anders ging. Eine Sache, die er in Kamerun mit Erstaunen immer öfter feststellte – es gab nicht DIE eine Uhrzeit, es gab Uhrzeiten und das hatte durchaus Vorteile, jeder war pünktlich, es war nur eine Frage der Auslegung.
Es muss schwer sein als Kameruner die Zeit durch einen Fleischwolf zu drehen. Der Gedanke machte ihm Mut, er musste lächeln und machte sich auf dem Sofa bereit einige Zeit zu warten.

3 - Warten

Warten – eigentlich dreht sich alles ums Warten. Das ist nicht nur in Kamerun so, das Leben besteht ja sozusagen aus Warten, ja besteht nur, weil es das Warten gibt – oder nicht?
Am so genannten Bafoussam Park wartete er jetzt schon 2 Stunden darauf loszufahren, das heißt er wartete auf Passagiere, die doch bitte mal den verdammten Bus voll machen könnten! Er kam langsam in Rage, mal wieder wollte er eigentlich einen entspannten Tag in Baham verbringen, wo er einen Freund besuchen wollte. „Langsam sollte ich daran gewöhnt sein und dieses ewige Warten nicht so auf die Goldwaage legen, aber...“ Ja dieses Aber begleitete ihn nun schon die 5 Monate, die er in Kamerun verbracht hatte bis zu diesem Tag. Kamerun ist ein wunderbares Land, aber... Die Leute sind total offen und freundlich, aber... Keiner kann Paul Biya leiden, aber...
Aber das war ja ein anderes Thema. Im Moment zählte für ihn nur das Warten. Wann genau habe ich denn angefangen zu warten? War es vor 2 Stunden als ich von meinem Motorbike abstieg und ich seitdem mit meiner Tasche auf dem Schoß dumm rumsitze und Leute anglotze, als ob ich sie nicht mehr alle im Kopf hätte? Wann fängt ein Mensch an zu warten? Ist es die Zeit im Bauch der Mutter, das Warten auf die Geburt? So richtig konnte er keine Antwort finden. Wenn er genau nachdachte war das Warten viel zu vielschichtig. Es reicht nicht nur das momentane Warten zu beschreiben, vielmehr wird jedes Warten nur für einen Moment von einem anderen Warten überlagert ohne zu verschwinden. In Gedanken ging er seine Theorie durch. „Im Moment warte ich hier auf dem staubigen Abstellplatz für alte Busse auf die Abfahrt, aber ich warte genauso darauf im September das Studium zu beginnen oder mich in Zukunft zu verlieben. Genauso warte ich auf den Tag, an dem ich meinen ersten Besuch hier in Kamerun vom Flughafen abholen kann und im Großen und Ganzen besteht das Leben ja aus der Gestaltung der Wartezeit auf den Tod...“ Oh Gott jetzt wird’s aber sehr, sehr merkwürdig, musste er sich selbst eingestehen, obwohl ihm die letzte These gut gefiel.
„Morgens stehe ich auf und warte während des Frühstücks ja nur so darauf zur Arbeit zu gehen. Auf der Arbeit fängt man (also ich auf jeden Fall) dann wieder an auf den Feierabend zu warten. Wenn man dann Nachmittags nach Hause kommt wartet man auf das Essen und nach dem Essen wartet man auf die passende Zeit ins Bett zu gehen und so weiter und so fort.“ Er schaute aus dem Fenster und sah die mittlerweile von der Trockenzeit vergilbten und vom roten Staub gefärbten Grashügel, die sich hinter dem Busbahnhof meilenweit erstreckten. Zwischen dem schier endlosen Gras erhoben sich stellenweise auch einige Bananenbäume, oder waren es Kochbananen? Den Unterschied hatte er nie sehen können. Es war wunderschön, das musste er sich eingestehen und ihm wurde für eine Sekunde klar, dass Warten auch was Befreiendes und Schönes haben kann. Die Sekunde verging zu schnell.
Warten kann verdammt beunruhigend sein, es kann dich stressen und dich nerven, aber im Grunde geht es darum, wie man das Warten in Angriff nimmt – so wie es mit Leben ja auch ist.
Im Warten liegt auch verdammt viel Ruhe und es birgt Gedanken, die man sich vielleicht sonst nie gemacht hätte, genau wie jetzt auch, dachte er sich. Die hohe Kunst ist es, sich seine Wartezeit gut zu gestalten.
Für ihn hieß das sie zu akzeptieren, wie sie kommt. Manchmal kommt das Warten unerwartet und es nervt, man will etwas anderes machen, man will aktiv sein und nicht warten. Manchmal wusste man schon im Voraus, dass man warten muss, aber man kann es in beiden Fällen nicht verhindern. Das Warten ist wie das Leben, man muss akzeptieren, was man nicht ändern kann und das Beste draus machen. Das ist wohl auch der Grund, warum Paul Biya immer noch Präsident ist, dachte er in diesem Moment. Kameruner haben einfach verstanden worum es im Leben geht...

Lang lang ists her...

Hey Ihr Lieben!

Lang ists her, dass ich geschrieben hab, aber so furchtbar viel ist auch nicht passiert, seitdem ich von meiner Filmtour wiedergekommen bin.
Flo war hier, der Bruder eines deutschen Freiwilligen, der in Dschang arbeitet (Dschang liegt in der Westprovinz von Kamerun und ist französischsprachig, nur das nebenbei). Flo tourt jetzt 3 Monate durch Kamerun und war, wie gesagt letzte Woche hier in Bamenda und konnte den unglaublichen Luxus genießen mit mir und Lea zu wohnen. War ganz lustig und ich überlege, ob wir aus unserem kleinen Häusschen nicht eine Herberge machen sollten...=)
Lea ist dann Mittwoch Richtung Wum aufgebrochen, wo sie die nächsten zwei Wochen arbeiten und in einem Hotel leben wird. Das Alleinewohnen ist jetzt wieder ganz aktuell und ich muss mich erst wieder dran gewöhnen, auch wenn es tausendmal einfacher ist, als am Anfang natürlich, jetzt wo schon fast 6 Monate um sind von meiner Zeit hier in Kamerun.
Diese Woche werde ich mich neben meinen Standardaufgaben, wie Sexualkunde in Grundschulen geben, Radioprogramme organisieren oder für mich kochen, noch anfangen den Film zu schneiden, den ich vorletzte Woche gedreht habe.
Mehr hab ich eigentlich nicht zu erzählen, werde noch ein paar Geschichten auf den Blog stellen, die ich schon im Verteiler verschickt habe und eine neue, die noch keiner kennt, die ich hier geschrieben habe in meiner freien Zeit.
Ich hoffe euch gehts gut!
Bis die Tage,
Euer Niels

Freitag, 27. Februar 2009

Auf Wanderung

Hey Ihr Lieben!

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich im Moment im Westen und Suedwesten Kameruns unterwegs, um den Film fuer Roberts und mein Benefiz Konzert zu drehen. Im Rahmen des Filmes will ich alle 4 Projekte dokumentieren, die wir mit dem Konzert und darueber hinaus unterstuetzen wollen.

Da ich seit letzten Samstag unterwegs bin gab es solange keinen Blogeintrag mehr von mir auf diesem Blog, aber ich wuerd euch allen ans Herz legen mal hier vorbeizuschauen:

www.helepforchildren.blogspot.com

Das ist der Blog zu unserem Konzert und da findet ihr auch ein paar Geschichten ueber meine Reise momentan.
Achja ausserdem ist mein Handy im Arsch, sodass ich nix damit anfangen kann, muss es naechste Woche mal zum Reparieren geben, obwohl ich auch ueberleg ob ich mir nich gleich ein Neues kaufen koennte=)
Mir gehts gut nur das ganz kurz. Die Reise war zwar auch anstrengend weil ich ein paar Differenzen mit Gerald hatte ueber das Budget fuer ihn was wir besprochen haben, aber das waere jetzt eine zu lange Geschichte. Vielleicht dazu ein anderes Mal mehr. Ansonsten ist die Reise so cool, weil ich Einblicke in die Arbeit von Lea, Jannik, Lea und Nico kriege, die ich so noch nicht hatte und nicht mehr bekommen werde so schnell. Hab mich ein wenig in den Alltag der vier eingelebt und alles dokumentiert, was sau Spass gemacht hat. Dazu kommt, dass ich drei verschiedene Staedte (Baham, Limbe und Buea) sehen konnte, wie ich so auch noch nicht gesehen hatte. Heut konnte ich zum Beispiel mit Gerald in die Uni von Buea gehen und hab viel Neues gesehen.
So soviel dazu den Rest gibts auf dem anderen Blog. Ich hoff euch gehts allen gut und das Wochenende startet gut. Ich werd morgen noch ein weiteres Waisenhaus besuchen mit Janna hier in Buea und danach an den Strand=)

Viele liebe Gruesse aus Buea,

Niels

Mittwoch, 18. Februar 2009

Kolonialparties? Wo?

Hey Ihr!
Also es ist Mittwoch Abend und ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft diese Woche zu schreiben, aber wie manche (ich hoffe fast alle) aus meiner Rundmail erfahren konnten, gab es die letzte Woche auch nicht viel zu erzählen. Der Alltag läuft ein bisschen vor sich hin. Letzte Woche war ich vor allem damit beschäftigt das Sporttunier zu organisieren zusammen mit Charlie. So furchtbar viel zu organisieren ist das gar nicht, aber das heißt nicht, dass es keine Probleme gibt. Wir hatten die Woche zuvor mit den vier teilnehmenden Schulen gesprochen und ihnen auch ausdrücklich mitgeteilt, dass wir kaum Geld zur Verfügung haben, um furchtbar viel Transportkosten oder Verpflegung für die Teilnehmer zu übernehmen, aber das änderte nichts daran, dass bei meinem Besuch am Freitag in den Schulen fast jede darauf bestand die Transportkosten erstattet zu bekommen. Naja wie wir das machen werden jetzt ist noch relativ unklar, ich werde Charlie morgen treffen und dann müssen wir das durchsprechen. Ich würde es so gerne machen, einfach ein Sporttunier veranstalten, wo die Schüler sich gegenseitig kennenlernen und sich noch sportlich betätigen. Hoffe wirklich, dass das klappt.
Ansonsten habe ich meine Idee von einem Medien Workshop erstmal fallen gelassen. Die Zeit wäre einfach zu knapp gewesen, da es bis dahin nur noch ca. 3 Wochen gewesen wären, von denen ich eine Woche weg bin (nächste Woche, dazu komm ich gleich noch=)). Es wäre zu viel Stress gewesen und so ein Workshop bedarf auch besserer Vorbereitung, als ich sie hätte haben können, bin eben kein Experte. Jetzt werde ich vielleicht mich mit Journalisten Clubs zweier Schulen treffen und mit denen ein bisschen drüber reden, was sie denn Neues lernen/ machen wollen und davon ausgehend werd ich gucken, was sich machen lässt – ich muss das ruhiger angehen lassen, ich glaub ich wollte zu viel beim ersten Versuch. Naja diese Woche, also gestern, hab ich dann mal meinen zusätzlichen Englisch Unterricht weitergemacht, der längere Zeit auf Eis lag. Hab mir einen Plan ausgearbeitet, der glaub ich ein bisschen zu anspruchsvoll ist für die Kinder, muss ich mal gucken, wie die damit zurechtkommen. Das Radioprogramm läuft auch noch, obwohl ich letzte Woche es ein wenig habe schleifen lassen, auch wegen dem Sporttunier und den Vorbereitungen für das Benefiz Konzert. Achja wenn wir gerade dabei sind, jeder der da mehr dran interessiert ist, also an dem Konzert, der schreibt mir doch bitte seine Email Adresse per Email=), die ihr auf dieser Seite bei Kontakt findet, dann nehm ich euch in den Verteiler auf und schick euch ein paar Infos.
Tja, was gibt’s noch zu erzählen? Achja ich war übers Wochenende spontan in Limbe, was ne ganz lustige Aktion war und was sich echt gelohnt hat. Bin Freitag Nachmittag hin und nach stundenlanger Fahrt (viel zu lange mal wieder für die 360km) dann auch in Limbe angekommen, wo ich übers Wochenende mit Janna mit den einzigen Zoo Kameruns bestaunen konnte ( jetzt haltet euch fest: der Eintritt in das Wildlife Center Limbe kostet für Kameruner 200 CFA, was ungefähr 30 Cent sind, für Nicht-Kameruner kostet es 3000 CFA, was ungefähr 5 Euro sind, das ist der Hammer!) und auch noch den Strand mal wieder bestaunen konnte, wo wir dann auch Lea aus Buea und zwei (eine Norwegerin und eine Holländerin) Freiwillige treffen konnten. Samstag Abend waren wir noch auf den Party eingeladen, von einem Engländer, der in Limbe für eine Ölfirma arbeitet und so war die Party auch. Es war schön, das Ambiente atemberaubend, aber trotzdem ziemlich bedrückend. Ich glaub Janna und ich haben uns schon sehr wie auf einer guten alten Kolonialherrenparty gefühlt. Sehr fehl am Platz. Das Haus, in dem die Party stattfand war dann auch noch ein altes Kolonialherrenhaus und lag mitten im botanischen Garten, wo sonst keine Häuser stehen. Es waren dann auch nur Weiße da und naja man kommt sich dann schon richtig komisch vor, wenn man sich vor Augen hält, dass nur paar Hundert Meter weiter die Welt ganz anders aussieht. Da ist dann nicht mehr viel mit Cocktailbar und Musik aus 4 Laptops...Die Welt ist irgendwie ungerecht. Als ich die Erkenntnis gemacht hatte musste ich aber auch schon wieder von Limbe zurück in mein Bamenda=)
So das war eigentlich dann schon alles, am Samstag geht’s ab auf meine Filmtour, um den Film, der auf dem Benefiz Konzert gezeigt werden soll zu drehen. Werd zu erst nach Baham zu Nico, dann nach Limbe zu Janna und dann nach Buea um Jannik und Lea zu besuchen. Bin voller Vorfreude und hoffe euch geht’s gut!
Alles Beste aus Bamenda!
Niels

P.S. Ich hab bemerkt, dass ich meine Blog Einträge zu oft mit "Es ist .... Abend und.." anfange. Naja etwas woran ich arbeiten kann die nächsten Male=)

Sonntag, 8. Februar 2009

Anstrengend, anstrengend

Hey Ihr Lieben!



Es ist Sonntag Abend und ich habe nicht soviel Zeit zu schreiben und an sich ist diese Woche auch nicht wirklich viel passiert. Mir geht es eigentlich gut, das Wochenende war schön. Freitag Abend war ich mit Gerald, Devine und Cletus zusammen in ner Bar Downtown, wo wir auch Michael, ein Kameruner, der 23 Jahre in den USA gelebt hat, und den ich beim Tennis spielen kennengelernt habe, und Charlie, den VSO Volunteer aus den Philippinen getroffen haben. Wir hatten echt ne gute Zeit in der Bar, bevor Gerald, Devine, Cletus und ich auf die grandiose Idee kamen noch auf einer "Death Celebration" (das ist die Feier zu Ehren des Toten einen Tag vor seiner Beerdigung) bei uns im Viertel vorbeizuschauen.

So jetzt ist es mittlerweile 10 vor 7 am Montag morgen. Ich hatte es gestern einfach nicht mehr geschafft fertig zu schreiben, weil ich zu müde war und ins Bett wollte, aber was nich is, kann ja jetzt noch kommen=) Jedenfalls bin ich vor einer knappen Stunde aufgewacht weil ich endlich das Wasser ins Klowasser laufen gehört habe, was bedeutet dass wieder Wasser da ist. Hab dann schnell all unsere Container und Eimer vollgemacht, ca. 80 Liter, um wenigstens für die nächsten Tage Wasser gespeichert zu haben, weil es tagsüber so gut wie kein Wasser mehr gibt seit einer Woche. Die Leute hier sagen, dass das immer so nach ner gewissen Zeit der Trockenzeit ist. Wahrscheinlich weil einfach zu wenig Wasser in den Flüssen, Seen, etc. ist, um hier hoch nach UpStation gepumpt zu werden, der Druck is einfach zu niedrig nehm ich an, weil die Leute in der Stadt unten haben Wasser.
Naja soviel zur Wasserproblematik.
Meine letzte Woche war wie gesagt ziemlich durchwachsen. Das Wochenende war ganz lustig. Freitag abend in ne Bar und noch kurz auf ne „Death Celebration“, Samstag eigentlich nur Markt, was schon lange genug gedauert hat, weil ich so viel Sachen kaufen musste, dass ich bestimmt 3 Stunden damit zu gebracht habe. Das Radio hab ich diese Woche nicht live im Studio gemacht, dafür war ich zu wenig damit beschäftigt letzte Woche. Samstag abend bin ich zu Steve, dem englischen VSO Freiwilligen und wir ham James Bond geguckt und ja eigentlich nicht mehr gemacht. Sonntag morgen hab ich mich mit Charlie in sonem Jugendzentrum getroffen, wo die jeden Sonntag Tischtennis spielen, was wir dann auch getan haben. Jo und abschließend bin ich noch mit Gerald und Cletus zu nem Zweitligafussballspiel zwischen den Hilltop Strikers, was sozusagen die Mannschaft unseres Stadtteils is, und dem FC Bamenda, was die Mannschaft von Downtown ist. War ganz cool mal wieder ein Fussballspiel live zu sehn, obwohls natürlich keine Tribünen oder sonstiges gab, aber zumindestens hat unser Team 4:3 gewonnen.=)
Naja letzte Woche begann mit einem sehr komischen Montag, an dem ich schon merkte, dass ich eigentlich keine Lust auf arbeiten hatte diese Woche. Die Woche in Kribi war einfach ein wenig zu schön und ich hatte nicht so die riesen Motivation wieder in den Alltag einzutauchen. Irgendwie kam dann auch vieles zusammen im Laufe der Woche. Die Arbeit war eigentlich okay, aber ich habe im Moment relativ viele Projekte gleichzeitig im Kopf (Organisation von nem Sporttunier mit Charlie, Benefizkonzert in Deutschland), bei denen ich aber Schwierigkeiten hab die umzusetzen und wo ich solange darüber nachdenke, wie ich denn die Sachen jetzt am Besten angehe, bis ich gar nichts mache, was mir noch mehr Druck macht. Die andere Sache ist die, dass ich plötzlich auf mich allein gestellt bin, das war ich zwar auch schon die letzten 4 Monate, aber irgendwie wurde es mir diese Woche nochmal richtig bewusst. Den ganzen Haushalt schmeißen, was ich nich wirklich organisiert bekomme, weil es einfach schwer ist, wenn man erst um 5 nach Hause kommt und fast alle (Markt-) Läden schon geschlossen haben. Es ist halt nicht so, dass man um 5 nach Hause kommen kann und trotzdem noch um 8 mit dem Auto zu Rewe fährt um alles einzukaufen=) Naja und dann kam noch entscheidend der Druck hinzu, den ich mir hinsichtlich Kontakthalten nach Hause, sowie hier mache. Das Problem hatte ich schon in Deutschland, dass ich einfach immer in Kontakt bleiben will und im Moment merk ich, dass ich nicht den Kontakt halten kann nach Zuhause, wie ich es Zuhause könnte. Das zu akzeptieren wird noch ein wenig dauern, aber letzte Woche hab ich bemerkt, dass ich mich in der Hinsicht und hinsichtlich meiner Erwartungen an mein Leben hier und an mich selbst bremsen muss. Ich hab dann meinen Donnerstag freigenommen, weil es mir einfach nicht gut ging. Hatte Kopfschmerzen, aber das größte Problem war glaub ich einfach der Druck, den ich mir permanent mache hinsichtlich Arbeit, Haushalt, Lebensorganisation, Kontakt zu den Leuten hier und Kontakt zu den Leuten daheim. Hab dann den ganzen Tag mal nichts gemacht und mich ein wenig auf mich selbst besinnen können, was echt mal gut war. Seitdem seh ich alles ein wenig lockerer, was auch sein muss, sonst werd ich das Jahr hier wohl nicht so richtig genießen können, obwohl es viel zu genießen gibt.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Woche wird. Muss sehr viel organisieren hinsichtlich des Sporttuniers, was Charlie und ich organisieren und ich will im Rahmen des Turniers auch noch einen Workshop zu Kommunikation und Medien anbieten, damit die Schüler ihre eigenen Journalisten Clubs gründen können in den Schulen. Bis jetzt ist es nur eine Idee, aber ich muss mich mal reinhängen, damit das mal Wirklichkeit wird. Ansonsten ist diese Woche nichts wirklich besonderes, mal sehn, was ich nächste Woche zu berichten hab.
Hoffe, dass es euch gut geht!
Mit besten Grüßen aus Bamenda!
Niels

Sonntag, 1. Februar 2009

Kribi, die Zweite

Hey Ihr Lieben!

Wie gehts euch? ICh bin gerade seit einer Stunde wieder in Bamenda, nachdem wir heute morgen um 6.30 von Kribi aufgebrochen sind - 10 Stunden für 500 Kilometer=)
die woche war super, das seminar war sehr interessant und gut aufgebaut, auch wenn es hier und da mal ein paar Probleme gab, konnten wir alle vor allem von dem Evaluationsworkshop über unsere Erfahrungen der letzten 4 Monate viel mitnehmen.
Ich war letzten Freitag nach Limbe aufgebrochen, wo ich den ganzen Samstag noch mit Janna den Strand und abends Cocktails genießen konnte, bevor wir Sonntag aufgebrochen sind nach Kribi, was nebenbei gesagt noch die entspannendste Reise bisher in Kamerun war. Es lief wirklich alles nach Plan und das is wirklich nicht die Regel, wenn es in Kamerun ums Reisen geht. =) Am Sonntag Nachmittag in Kribi angekommen gingen wir alle wieder vereint zusammen an den Strand, der wunderschön und natürlich war, echt gut! Am Montag sollte das Seminar anfangen, das uns alles nicht soo viel Zeit für Strand und Entspannung lassen sollte, was wir dann eben Sonntag noch versuchten auszunutzen. Montag bis Freitag war dann eben das Seminar, das wir Freitag mit einer Führung durch Kribi und dem Besuch eines traditionellen Chefs, der recht modern war, abschlossen. Am Mittwoch waren dann auch noch die Tutoren unserer Partnerorganisationen da, damit wir Probleme und Lösungen bei der Arbeit erarbeiten konnten. Sooo viel hatte ich nicht zu meckern, also war es relativ entspannt für mich zumindestens. Seit ich heute wieder in Bamenda bin sind mir - wenn wir grade beim Thema sind - auch viele Sachen wieder eingefallen, die ich zu tun habe. Ich werde diese Woche versuchen ein Umweltprojekt aus dem Boden zu stampfen (mal sehen was das wird) und ich werd mit Charlie, nem philippinischen VSO Freiwilligen ein Sportturnier für Schulen organisieren, was gekoppelt wird an HIV Infos und Workshops, bin mal gespannt ob wir das hinkriegen. Nebenbei geht halt die normale Arbeit weiter, in den Schulen Unterricht und das Radioprogramm. Naja zurück zum Seminar. Freitag war dann Sense und wir wollten das Seminar mit ein wenig Feiern abschließen und machten uns Abends in einen Nachtclub, wos dann sehr alte europäische Popmusik gab aber das war umso lustiger. Samstag waren wir dementsprechend erschöpft und konnten noch ein wenig am Strand entspannen und den Markt in Kribi aufsuchen, bevor wir abends noch die beste Pizza Kameruns genossen. Heute morgen gings dann schon viel zu früh los, die Reise klappte gut aber jetzt bin ich doch ziemlich fertig.
Eine Neuigkeit gibts dann auch noch: Lea und ich bekommen eine Katze morgen=) ne kleine Schwarze, die wir schnellstmöglich impfen und schützen lassen wollen (in Bamenda gibt es 2 Tierärzte, hätt ich auch nich erwartet!). Sie wird Shidon heißen, egal ob Mädchen oder Junge=), und uns ein wenig Gesellschaft und Schutz gegen Mäuse leisten.
Ich werde versuchen euch auch diese Woche auf dem Laufenden zu halten, im Moment kann ich nur sagen, dass ich gespannt bin wie der Alltag wieder auf mich wirkt, so richtig motiviert bin ich nich, aber mal sehen, wenn man dann mal anfängt ist es ja meistens besser als vorher gedacht! Ich schick euch die liebste Grüße aus Bamenda!
Niels

Mittwoch, 21. Januar 2009

Achja, der Obama...

Hey ihr Lieben!

Also ich hoff ja dass ihr den "CHANGE" von Obama gut überstanden und auch sehr gespannt verfolgt habt. Is ja schon krass, wie viel Aufmerksamkeit der Vereidigung geschenkt wurde gestern. Da waren wirklich 2 Millionen Leute in Washington auf der Mall, da war Bush sicher neidisch, bei ihm warens das letzte Mal 100 000 =)
So aber hier mal ein kleiner Einblick wie ich Obamas Change erlebt und verfolgt habe:
http://www.ireport.com/docs/DOC-187612
Meine Cousine Catie hat das Foto gemacht (ham bei ihr CNN geguckt) und es zu CNN geschickt, die hams gleich aufgenommen und sie am Abend nochma angerufen für ein kleines Interview, richtig krass=)

So abgesehen vom US regierungswechsel den ihr die Kameruner verfolgt haben wie ihren (hoffentlich bald eintretenden) Eigenen gehts mir eigentlich ganz gut. Diese Woche war relativ ruhig nach einem schönen und ereignisreichen Wochenende mit ein wenig Party am Freitag (Nico aus Bafoussam war da und wir sind in ne Bar mit Live Musik mit vielen anderen VSO Freiwilligen) mit richtig guter Live Musik, vor allem der Gitarrist der Band ging ganz schön ab. =) Samstag war dann dementsprechend der Start in den TAg nich ganz so einfach, aber als ichs dann letztendlich geschafft hatte war das Radioprogramm, was letzte Woche über Stress war, wirklich lustig und unterhaltsam. Samstag Abend sind dann Neele, Sarah, Lina und Caro (also die vier deutschen Mädels die auch in Bamenda weltwärts machen) noch vorbeigekommen und wir ham No Country For Old Men geguckt bevor wir auf Star Wars umgeschaltet haben=) Das war ein ziemlich schöner Abend! Sonntag war dann wirklich ruhig, ausser dass ich mit Marc, nem britischen VSO Freiwilligen, noch ne Runde Tennis spielen war, wo ich wieder daran erinnert wurde wie unglaublich fit ich bin im Moment (..ähem..=)). Diese Woche war dann eigentlich ganz gut. Die Arbeit is in Ordnung, muss im Moment alleine in den Grundschulen unterrichten und das is ne Herausforderung die auch Spaß macht.
Da die Schwester meines Chefs letzte Woche gestorben ist werden wir morgen alle auf die Beerdigung sodass das Büro geschlossen ist. Heut Abend findet dann die traditionelle Feier vor der Beerdigung statt. Mal sehen wies wird aber ich finde die Idee vor der Beerdigung das Leben des Verstorbenen zu feiern wirklich schön.
Am Wochenende gehts dann nach Limbé, von wo aus ich dann am Sonntag nach Kribi fahre, wo wir unser DED Zwischenseminar haben werden. Von dort kann ich dann auch wirklich mal wieder mehr berichten. Es ist halt sehr viel Alltag im Moment hier und so ganz besondere Sachen passieren wirklich nich, außer dass eben Catie wieder da ist und das is schon cool (sie war 3 Wochen in den USA). Jetzt freu ich mich erstmal wieder darauf nächste Woche mit den anderen zusammen Zeit verbringen zu können und auch nach Kribi fahren zu können. ICh mag es ziemlich hier zu reisen, is immer eine Erfahrung und die Landschaft (und die Veränderungen der Landschaft) ist einfach wunderschön. Ach ja und morgen is ein Drittel der Zeit hier schon um. Das ist ziemlich krass.
Ich wünsch euch einen wunderschönen Resttag und dann bis die Tage!
Alles Beste aus Bamenda,
Niels

Samstag, 17. Januar 2009

Es ist der 17. Januar und 30 Grad draußen - wasn hier los?

Hey Ihr Lieben!

So nur mal kurz zwei kleine Anmerkungen:
1. Ihr müsst auf jeden Fall mal auf www.ourmanincameroon.com gehn. Das ist ein Blog von Steve, einem VSO Freiwilligen hier in Bamenda. Er und ich haben Donnerstag zusammengesessen und ein bisschen rumgesponnen über T Shirt Produktion, mehr sag ich nicht, guckts euch mal an.

2. Könnt ihr gerne, falls ihr Zeit und Lust habt, mal ein paar Kommentare dalassen (unter den Beiträgen bei "Kommentieren";)) wie euch der Blog gefällt und vor allem wie sehr euch das hilft ein wenig einen Eindruck von meinem Leben hier zu bekommen.

Ansonsten hab ich nich mehr soviel hinzuzufügen. Ich nehm jetzt ein Taxi zum Foundation Radio um dort unser Radioprogramm zu machen, diese Woche über Stress und die Auswirkungen auf Jugendliche=)

Alles Liebe aus Bamenda!
Niels

Donnerstag, 15. Januar 2009

Einige Gedanken...

Hey Ihr!
Warum ist es hier in Kamerun so schwer sich einzuleben? Die Frage hab ich mir schon so oft gestellt, auch weil ich von anderen Freiwilligen in anderen Ländern weitaus positivere Rückmeldung habe, als teilweise hier aus Kamerun.
Es kann viele Gründe und Ursachen haben, warum ich mich so schwer getan habe/ immer noch tue, mich einfach auf die Gesellschaft und die Leute einzulassen und das Vergleichen mit Zuhause zu vergessen.
Es kann an mir liegen, ich kann einfach dafür nicht wirklich „geschaffen“ sein- Kamerun als extreme Erfahrung aber nicht als Erfüllung des Auslandstraums. Zu oft habe ich Zuhause noch im Kopf und zu wenig lasse ich mich auf die Leute hier ein, das kann sehr subjektiv betrachtet sein und es ist auch schwer in so einer Sache mit anderen zu vergleichen, weil wie gesagt jeder anders tickt und mit soner Situation, wie ein Jahr in Kamerun wohnen, anders umzugehen weiß, aber in manchen Gelegenheiten habe ich mich selbst dabei erwischt mit den Gedanken abzudriften anstatt den Moment, der nun gar nicht mal „schlimm“ gewesen sein muss, zu genießen. Hier muss man sagen, dass es besonders die richtig schönen Momente sind, die einen mit den Gedanken nach Hause holen.
Die ganze Einlebungsproblematik kann sich aber auch auf die Riesenaufgabe beziehen, die lautet: lebe dich in einer Gesellschaft ein, die ungefähr 5 % der Mentalität deiner eigenen besitzt und finde dich somit irgendwie mit den unverständlichen und komplizierten restlichen 95 % ab. Was mir in Kamerun aufgefallen ist und was mir und anderen auch so schwerfällt ist die Gegensätzlichkeit des Gesellschaftsaufbaus hier in Kamerun zu akzeptieren und mit dieser zu leben. Hier im Nordwesten des Landes haben wir ungefähr 80-90 % Christen, jeden Sonntag (und nicht nur Sonntags) gehen die Familien in ihre Kirchen, jeden Tag hört man im Taxi Gospelgesänge und Gebete, vorgetragen von Medienpriestern, und vieles wird auf Gott und Jesus zurückgeführt – jeder sollte ein sündenfreies Leben führen. Macht man einen Ausflug ins Internet und informiert sich über Kameruns Abschneiden in der Weltrangliste der korruptesten Länder sieht man, dass es mit den Topteams mithalten kann. Nicht nur die staatliche, nein auch die private und kleinstmögliche Korruption nimmt teilweise dramatische Züge an. Irgendwie ist diese schizophrene Seite schwer nachzuvollziehen und zu leben. Ich will niemals sagen, dass alle Kameruner korrupt sind und ihrem Glauben nicht nachgehen, aber das sind schon Seiten der Gesellschaft hier, die mir das Einleben sehr schwer gemacht haben und immer noch machen.
Also warum habe ich mich trotzdem ganz gut eingelebt mittlerweile und kann mir das Jahr hier gut vorstellen? Es liegt wohl einerseits an der Zeit (fast vier Monate), die mittlerweile schon verstrichen ist und nach der man sich wahrscheinlich an vieles gewöhnen kann (und so schlimm ist es ja jetzt auch nicht) und an der Tatsache, dass man an seinen Aufgaben irgendwie wächst, ob bewusst oder unbewusst macht man sehr viele Lern- und Anpassungsprozesse durch in solch einer Extremsituation.
Andererseits liegt es an den vielen tollen und netten Menschen, die ich hier getroffen haben. Seien es Sarah, Neele, Lina und Carolin, die vier deutschen weltwärts-Mädels, Lea, die andere DED Freiwillige, Alex, Charmain, Steve, Marc, Melinda und die vielen anderen netten VSO Freiwilligen, oder Gerald und Nji, meine besten kamerunischen Freunde hier. Dazu kommen Janna, Hannah, Nico, Katharina, Lea, Jannik und Moni, die für mich wie eine Familie geworden sind. Das sind Dinge, die mich hierhalten und die es mir einfacher machen schwierige Zeiten zu durchleben.
Und was mich besonders motiviert und mir hilft und geholfen hat die ersten Wochen zu überstehen und jetzt tiefe Phasen zu durchleben seid ihr alle Zuhause, meine Familie und die besten Freunde, die ich mir in dieser Situation wünschen kann! Danke Schön!
Ich wollte mal meine Gefühlslage ein wenig anders beschreiben und ihr sollt jetzt nicht denken, dass ich hier verzweifle, es gibt immer gute und schlechte Phasen im Leben, ich wollte beide Seiten der kamerunischen Medaille aufzeigen – was ich gewonnen hab aber auch wo ich schwer kämpfen muss.

Alles Beste aus Bamenda!

Niels

Mittwoch, 14. Januar 2009

Catie in Action....

Das war zwar schon im Oktober, aber genießen kann man es immer:

Catie Harrington, meine Cousine, bei dem Versuch einen Käfer zu töten...




Wo: Baptistenmission Bamenda, Kamerun
Wann: 16. Oktober 2008

Bis Bald!
Niels

Mittwoch, 7. Januar 2009

Zurück Im Alltag

Hey Ihr!
Boah endlich komm ich mal wieder zum Schreiben auch wenns nich solang sein wird heute, weil ich sehr müde bin. Da fang ich doch gleich mal an zu erzählen warum ich müde bin. War gestern abend bei Steve, einem VSO (britische Freiwilligenorganisation) Freiwilligen zum Abendessen eingeladen, genau wie Lea auch. Er ist gestern Onkel geworden und dann hatten wir ein wenig was zu feiern zusätzlich zu dem sehr guten Pasta-Abendessen. Das hat sich dann auch in die Länge gezogen das Feiern bis wir schließlich gegen 12 ins Bett sind, was für kamerunische Verhältnisse ja schon fast wieder morgens ist=) Heut morgen war ich dementsprechend angeschlagen, obwohl der richtige Tiefpunkt erst später kam. Allein schon, dass ich euch das alles hier schreibe zeugt von meiner geistigen Überanstrengung durch Müdigkeit, denn eigentlich wollte ich doch was ganz anderes schreiben.
Seit Sonntag bin ich wieder in Bamenda nach einer elend langen Busfahrt (8 Stunden für 340 Kilometer! Das is auch nur in Kamerun möglich, die fahren irgendwie rückwärts hab ich das Gefühl manchmal=)) und nach 2 Wochen sehr sehr schönem Urlaub in Kribi!
In Bamenda angekommen hab ich erst richtig realisieren können, was da eigentlich die letzten 2 Wochen los war und was ich jetzt sehr vermissen werde/ im Moment vermisse.
Sonntag vor 2 Wochen begann der Urlaub, nachdem ich am Samstag noch mein Radioprogramm über Menschenrechte machen musste, was richtig richtig gut gelaufen ist, ohne mich hier selbst zu loben, aber es hat sehr viel Spaß gemacht ein solch heikles Thema in Kamerun anzusprechen und dazu noch mit einem Studiogast (einem Anwalt den ich jetzt auch ein wenig kennengelernt habe). Jedenfalls kam am Sonntag danach Nico aus Bafoussam, damit wir am nächsten Morgen zusammen nach Limbé, unserer Zwischenstation nach Kribi, aufbrechen konnten. Nach einer relativ kurzen Nacht gings dann am Morgen auch los runter in die Stadt zur unglaublich verlässlichen Garanti- Express Agentur (der Name ist Programm=)). Wir kauften unsere Tickets und bemerkten, dass wir noch 2 Stunden auf den Bus warten mussten, naja eigentlich eine ganz annehmbare Zeit für Kamerun. Nachdem wir uns mit Cola gestärkt hatten gings dann auch endlich los, mit Sack und Pack nach Limbé.
Um 10 Uhr gestartet erreichten wir Limbé gegen 17 Uhr, wo wir schleunigst Janna, die dort arbeitenden DED-Freiwillige, in ihrem Büro aufsuchten, in dem Nico erstmal die Gelegenheit nutzte und die dort gefundene Gitarre benutzte um uns mit schönen Klängen auf den Urlaub einzustimmen=). Vom Büro gingen wir in Jannas Wohnung wo wir uns „frischmachten“, bevor wir in einem sehr schönen Restaurant mit Blick auf das Meer zu Abend aßen. Am nächsten Morgen gings richtig früh los, um 7 hatten wir ein Taxi nach Douala gefunden, von wo aus wir einen Bus nach Kribi nehmen und die anderen 4 (Hannah, Katharina, Jannik und Lea) treffen wollten. Glücklich wie wir waren machten wir uns also auf die Reise, die so einfach nicht weiterverlaufen sollte. Während der Fahrt, es war an der ersten von 2 Polizeikontrollen, bemerkte Lea, dass sie ihren Reisepass nicht dabeihatte, sondern ihn bei Janna in der Wohnung liegengelassen hatte. Irgendwie schafften wir es die zwei Kontrollen zu passieren ohne Probleme zu bekommen und kurz vor Douala standen wir vor der Frage, ob wir es ohne Pass riskieren wollten nach Kribi zu kommen oder ob zwei von uns umkehren und den Pass in Limbé holen sollten. Letztendlich riet uns der Fahrer dazu den Pass auf jeden Fall zu holen, sodass Nico und Lea in Douala auf Janna und mich warteten, da wir uns beide mit dem gleichen Taxi auf die interessante Mission begaben Leas Reisepass in Limbe zu holen. In Limbé angekommen nach weiteren 45 Minuten fanden wir dann glücklicherweise Leas Reisepass relativ schnell und machten uns immer noch mit dem gleichen Taxifahrer, der wohl noch nie soviel Geld an einem Tag verdient hatte, auf den Weg zurück nach Douala. Ich sag euch, die Strecke zwischen Limbe und Douala ist echt schön, aber nach diesem Tag sind auch tausend Kautschukbäume nicht mehr interessant.
Nach 5 Stunden Fahrt (der Stadtverkehr in Douala ist die Hölle!) kamen wir dann endlich an der Central Voyages Agentur an, mit der wir nach Kribi fahren wollten. Die anderen 4 Freiwilligen waren schon da und hatten zum Glück schon Tickets für die wirklich guten Busse gekauft, die auch wirklich pünktlich losfuhren. Wir fuhren in zwei Fuhren, sodass unsere „Limbegruppe“ eine halbe Stunde später als die anderen losfuhr. Nach ungefähr ¾ des Weges nach Kribi kamen wir in eine der tollen Armeekontrollen, wo man eigentlich nur seinen Pass vorzeigen muss und dann weiterfährt. Da die Gendarms da wohl aber an Touristen gewöhnt waren und ein wenig extra Geld für Bier einsacken wollten verlangten sie auch den Impfpass, den keiner von uns dabeihatte, weil es auch nicht notwendig ist. Nach minutelangen Diskussionen verlangten die Gendarms ohne Witz 500 Francs (8 Euro) pro Kopf damit wir passieren können. Ich frage mich was die 5000 Francs an dem Fakt dass wir keine Impfpässe dabeihatten ändern sollten aber naja das is eine andere Geschichte. Jede Diskussion führte zu nichts, sodass wir schon halb verzweifelten, auch weil die anderen Leute im Bus weiterfahren wollten und wir kurz davor standen einfach an dem Kontrollposten stehengelassen zu werden (na dann Prost Neujahr). Schließlich konnte ein Kameruner aus dem Bus, der irgendwann mit den Gendarm anfing zu reden sie davon überzeugen uns gehen zu lassen. Ich hab keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber das spielte dann auch keine Rolle mehr. Wir waren einfach nur froh dass wir unsere 5000 Francs behalten konnten und nichts zur Korruption in Kamerun beitragen mussten.
In Kribi angekommen nahmen wir ein Taxi und in der Mission trafen wir dann auch schon auf die anderen 4, Alex und Charmain, meine Ex-Mitbewohner, welche auch in der katholischen Mission übernachteten, Eric und Brenda (VSO Freiwilliger mit seiner Freundin), Steve (von dem ihr schon weiter oben gelesen habt) und Melinda (VSO Freiwillige aus Australien). Alles in allem eine sehr lustige Truppe und eine schöne Begrüßung zum Urlaub.
Den ersten Abend verbrachten wir dann auch ruhig in der Mission, bezogen unsere Betten und gingen abends noch ein bisschen was essen in einem Restaurant am Strand. Nach einem guten Schlaf trafen wir uns am Weihnachtsmorgen alle wieder beim Frühstück, was simpel und wenig war, aber über die Preise konnten wir uns wirklich nicht beschweren (umgerechnet 7 Euro pro Nacht). Weihnachten gingen wir dann das erste Mal auf den Markt von Kribi, um ein wenig kamerunisch zu shoppen (vor allem die Mädels, ich hatte damit gar nichts zu tun=)) und für den Weihnachtsabend ein wenig Wein und Kekse zu kaufen. Abends saßen wir dann zu erst zusammen am Strand mit einer kleinen Kerze und einem Adventsstern im Sand und genossen unsere Gemeinschaft, bevor wir in einem Restaurant (das einem Rastafari gehörte=)) auf Felsen direkt am Meer ein kleines Weihnachtsbuffet hatten. Danach gingen wir zurück zu Mission, wo ich mich selbst bescheren konnte (nochmals einen Riesendank an alle, die mir ein kleines oder großes Geschenk zu Weihnachten geschickt haben! Das war wirklich überwältigend!) und wir später dann noch in der Gruppe ein wenig feierten, bevor wir ins Bett gingen. Hab dann noch mit meiner Mama und Schwester in Deutschland telefoniert und auch mit Hannah und Lorenz worüber ich mich sehr gefreut hab! Der Weihnachtsabend war alles in allem richtig schön und das Heimweh, was ich ein wenig hatte, wurde erheblich durch die Gemeinschaft mit den anderen Freiwilligen, die wirklich sau wichtig geworden ist, geschmälert. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte dann Katharina Geburtstag und wir gestalteten einen kleine Geburtstagstisch beim Frühstück, was glaub ich ganz gut gelungen war. Mittags gings an den Strand und abends in den Nachtclub, der richtig teuer war (wie ganz Kribi eigentlich) aber mega viel Spaß gemacht hat. Konnten uns beim DJ unsere eigene Musik wünschen, was wir auch gleich umsetzten, obwohl ich ein wenig enttäuscht bin, dass er kein Seeed gespielt hat.=)
Ansonsten entdeckten wir diese erste Woche des Urlaubs die wohl beste Pizzeria in Kamerun (okay ich hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Pizza gegessen in Kamerun), mit unglaublich hohen Preisen aber verdammt guten Pizzen. Wir sollten da nicht nur einmal vorbeischauen =)
Am Samstagmorgen machten wir eine Einbaumkanutour auf einem Fluss nahe des Meers, die richtig interessant und eine schöne Erfahrung war. Eigentlich sollte man am Flussufer Affen sehen können, aber dafür waren wir ein wenig zu spät dran. Auf dem Weg zurück fragten wir unseren „Fahrer“, ob wir an dem Abend frische Krabben essen könnten (da er auch auf Bestellung Leute am Strand bekocht) und er sagte sofort zu und kaufte auf dem Fluss noch schnell frische lebende Krabben, die wir dann am Abend essen sollten – ich sag euch ich hatte noch nie so gute Krabben! Am Abend saßen wir dann eben am Strand und genossen den Sonnenuntergang bevor wir mal wieder in den Nachtclub strömten um uns von kamerunischer Musik berauschen zu lassen=) Hatten dann auch schon mehr Gesellschaft von Kamerunern, die wir am Strand und an Weihnachten kennengelernt hatten.
Eigentlich wollten wir ja nur eine Woche in Kribi bleiben um Silvester in Limbe zu feiern. Während der ersten Woche mussten wir uns aber eingestehen, dass der Plan nicht so wirklich perfekt war, weil Kribi einfach zu schön ist. Wir entschieden also die zweite Woche auch noch komplett in Kribi zu verbringen und auch da Silvester zu feiern, was im Enddefekt auch eine ziemlich gute Entscheidung war!
Die Woche begann etwas traurig. Am Dienstagmorgen reisten Alex und Charmain ab um nach Yaounde zu fahren, von wo sie am Mittwoch (über Silvester!) nach Großbritannien zurückfliegen sollten. Es waren zwar „nur“ zwei Monate gewesen, die ich mit den Beiden verbracht habe, aber dadurch dass wir zusammenwohnten sind wir doch sehr eng zusammengeschweist worden und ich hab in den beiden auch echt gute Freunde gefunden. Kann es kaum abwarten eines Tages in Wales vorbeizuschauen.
Ansonsten verbrachten wir die Tage wirklich ausschließlich am Strand mit wenigen Ausnahmen um in der Stadt etwas zu besorgen oder Pizza essen zu gehen=). Nachdem Eric, Brenda, Steve und Melinda schon am Wochenende Kribi verlassen hatten waren wir nun also nur noch Deutsche in der katholischen Mission, was angesichts der Freundschaft, die wir zueinander aufgebaut haben aber auch kein Problem darstellte.
Mittwoch war dann endlich Silvester und so richtig glauben konnte ichs nich, dass schon wieder eine Woche vergangen war. Es ist ziemlich schade, dass im Urlaub die Zeit mindestens doppelt so schnell vergeht. Wir hatten unseren Abend schon perfekt durchgeplant (Abendessen selbst kochen, Bruschetta und Pasta, danach Lagerfeuer am Strand mit traditionellen Tänzen und danach Nachtclub in Kribi) aber irgendwas fehlte da irgendwie zu Silvester – Dinner for One. Fast schon am verzweifeln kamen die Mädchen mit der besten Überraschung aller Zeiten. Hannah hatte Dinner for One von Zuhause geschickt bekommen, sodass wir komischen Deutschen unsere Tradition ausleben konnten=)
Der Abend verlief danach auch noch ziemlich gut und nachdem wir am Strand traditionelle Tänze genießen konnten hatten wir ziemlich viel Spass im Nachtclub der kamerunisch nicht klimatisiert war und daher mehr einer Sauna glich, was uns aber auch nich vom Tanzen abhielt.
Am Donnerstag war dann der Urlaub ja schon fast wieder zu Ende und die letzten Tage verbrachten wir ausschließlich in Strandnähe wo wir einen sehr netten kamerunischen Künstler kennenlernte, dem wir auch seinen halben Laden leerkauften. Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer ziemlich schönen Malerei.
Freitag mittag machten wir noch eine kleine Kanutour an die Lobé-Wasserfälle, die nur 2 Minuten Fußweg von unserem Strand entfernt lagen. Ich glaub es gibt nur sehr wenige Wasserfälle auf der Welt die direkt ins Meer fallen, die Lobé-Wasserfälle sind so welche – also eine ziemlich schöne einzigartige Erfahrung. Am letzten Abend bestellten wir uns wieder frische Krabben und Fisch und Affenbrotbaum=), um den letzten Abend schön am Strand ausklingen zu lassen.
Samstag morgen gings dann viel zu früh zurück nach Limbé, wo wir den Samstag Abend noch verbringen wollten, bevor wir am Sonntag zurück in unsere Heimatstädte fahren wollten.
Kurz bevor unser Bus losfuhr fiel Moni in einen Graben und zog sich eine ziemlich böse Wunde zu, die wir in Limbés Krankenhaus erstmal reinigen lassen mussten. Das war ein nicht so schöner Abschluss eines tollen Urlaubs, in dem wir neue Leute kennenlernen konnten, alte Freunde bei uns hatten (Alex und Charmain), frische Krabben essen, im Meer schwimmen und einfach unsere Gesellschaft genießen konnten. Samstag Abend nach einer sonst sehr ruhigen Busfahrt OHNE Passkontrolle gingen wir in ein wunderschönes Café für Kamerun außergewöhnliche Getränke trinken. Ich hatte endlich wieder die Möglichkeit Eiskaffee zu trinken, die anderen nutzten die Möglichkeit für eine heiße Schokolade (mit richtiger Milch!=)) oder einem Smoothie. Das Café is wirklich mit das Schönste, das ich in meinem Leben gesehen habe, das habe ich wirklich nicht erwartet. Nach einem schönen letzten gemeinsamen Abend gings dann für Nico, Lea, Katharina und mich am Sonntag morgen zurück Richtung Bafoussam bzw. Bamenda. Schon etwas traurig und mit ein wenig Angst vor dem Alltag warteten wir 2 Stunden bis unser Bus endlich losfuhr, der dann auch nach 8 Stunden Fahrt endlich in Bamenda ankommen sollte. Auf dem Weg kauften wir uns kleine Bälle, gefertigt aus irgendwas Strohänhlichem, schwer zu erklären, aber es sind ganz coole Bälle, die direkt an der Straße verkauft wurden, jetzt mal sehen was wir damit machen. Beliebt scheinen sie auf jeden Fall zu sein, denn als wir mit dem Bus für die Mittagspause anhielten kamen direkt 5-6 Kinder an unsere Scheiben von draußen und wollten wenigstens einen Ball um jeden Preis haben. Es war schon süß auf der einen Seite wie sie uns versucht haben zu überreden, auf der anderen Seite ist es halt echt traurig, dass man täglich sieht, wie privilegiert wir leben, selbst Produkte aus dem eigenen Land sind für manche Leute nicht erschwinglich sondern nur für Touristen gedacht, das hat man auch ganz deutlich in Kribi gesehen.
So seit Sonntag bin ich also wieder hier und ich muss sagen, dass ich mehr Angst hatte vorher als es jetzt wirklich schlimm is. Das einzige was mich wirklich genervt hat an Bamenda war die Maus, die seit ein paar Wochen in unserem Haus wohnt und uns alles vollkackt und anfrisst. Heute Nacht konnte ich kaum schlafen weil sie so dreist war auch in mein Zimmer zu kommen. Ich kann ja verstehen dass sie in der Küche haust, aber was hat sie in meinem Zimmer zu suchen? - Da hört der Spass auf sag ich euch, heute wird ne Mausefalle gekauft!
Die Arbeit begann diese Woche auch echt ganz okay. In den Schulen machts jetzt mehr Spaß, machen jetzt grad das Thema Malaria und heut werden wir noch in eine der Schulen gehen und dann ganz praktisch lernen, wie man Brutplätze von Mosquitos verhindert. Das Radioprogramm diese Woche dreht sich um Barack Obama und die Erwartungen der Leute hier vor Ort, weil die Wahl doch ein Riesenaufsehen erregt hat und ich mich mal gefragt hab, was die Leute eigentlich von ihm erwarten, da er ja direkt mit Kamerun nichts zu tun hat.
Achja gestern hatte ich ein interessantes Erlebnis. Wir hatten grad die Unterrichtsstunden geschlossen, als die Kinder auf einmal ganz leise und schüchtern meinten sie würden meine Haare mögen. Ich fragte dann warum und sie meinten, weil sie nicht schwarz wären. Im Enddefekt lief es darauf hinaus, dass ich mich habe überreden lassen meine Haare mit einem Jungen nächste Woche zu tauschen=)) Mal sehen wie wir das anstellen wollen.
So das wars mal von mir bis jetzt. Ich hoffe ich konnte die Verspätung mit diesem Bericht ein wenig gut machen. Ich wünsch euch allen nochmals ein schönes neues Jahr und ich hoffe euch geht’s gut. Ich mach mich jetzt mal an die Arbeit und freu mich von euch zu hören!
Alles Beste aus Bamenda,
Niels

Freitag, 2. Januar 2009

Froehliche Weihnachten und ein wunderbares neues Jahr euch allen!

Hey Ihr Lieben,

eine kurze Nachricht hier aus Kribi, das Internet ist hier sehr schlecht und daher wird es naechste Woche erst den naechsten groesseren Bericht geben, aber ich wollte euch nur mal allen nochmal frohe weihnachten nachtraeglich wuenschen und ich hoffe dass ihr alle einen super geschmeidigen Rutsch ins neue Jahr hattet, fuer das ich euch allen das beste wuensche!

Der Urlaub hier am Meer war nach einer stressigen Fahrt und einigen Planaenderung wunderschoen und auch ein wenig entspannend, obwohl man, wie das halt immer so is, die bevorstehenden Wochen nach dem Urlaub wieder im Blick hat. Morgen gehts zurueck, werd dann Sonntag wieder in Bamenda sein und von dort aus auf jeden wieder schreiben.

Mir gehts soweit also ziemlich gut, das Wetter is der Hammer (so heiss das kann man sich in deutschland wahrscheinlich nicht vorstellen), das Essen ist gut, der Strand auch und mit den Anderen zusammen zu sein is auch einfach ein schoenes gefuehl.

Ich hoffe es geht euch allen gut! Ich drueck euch und dann bis die Tage!
Der Niels aus Kribi