Hey Ihr Lieben!
Es ist Sonntag Abend und ich habe nicht soviel Zeit zu schreiben und an sich ist diese Woche auch nicht wirklich viel passiert. Mir geht es eigentlich gut, das Wochenende war schön. Freitag Abend war ich mit Gerald, Devine und Cletus zusammen in ner Bar Downtown, wo wir auch Michael, ein Kameruner, der 23 Jahre in den USA gelebt hat, und den ich beim Tennis spielen kennengelernt habe, und Charlie, den VSO Volunteer aus den Philippinen getroffen haben. Wir hatten echt ne gute Zeit in der Bar, bevor Gerald, Devine, Cletus und ich auf die grandiose Idee kamen noch auf einer "Death Celebration" (das ist die Feier zu Ehren des Toten einen Tag vor seiner Beerdigung) bei uns im Viertel vorbeizuschauen.
So jetzt ist es mittlerweile 10 vor 7 am Montag morgen. Ich hatte es gestern einfach nicht mehr geschafft fertig zu schreiben, weil ich zu müde war und ins Bett wollte, aber was nich is, kann ja jetzt noch kommen=) Jedenfalls bin ich vor einer knappen Stunde aufgewacht weil ich endlich das Wasser ins Klowasser laufen gehört habe, was bedeutet dass wieder Wasser da ist. Hab dann schnell all unsere Container und Eimer vollgemacht, ca. 80 Liter, um wenigstens für die nächsten Tage Wasser gespeichert zu haben, weil es tagsüber so gut wie kein Wasser mehr gibt seit einer Woche. Die Leute hier sagen, dass das immer so nach ner gewissen Zeit der Trockenzeit ist. Wahrscheinlich weil einfach zu wenig Wasser in den Flüssen, Seen, etc. ist, um hier hoch nach UpStation gepumpt zu werden, der Druck is einfach zu niedrig nehm ich an, weil die Leute in der Stadt unten haben Wasser.
Naja soviel zur Wasserproblematik.
Meine letzte Woche war wie gesagt ziemlich durchwachsen. Das Wochenende war ganz lustig. Freitag abend in ne Bar und noch kurz auf ne „Death Celebration“, Samstag eigentlich nur Markt, was schon lange genug gedauert hat, weil ich so viel Sachen kaufen musste, dass ich bestimmt 3 Stunden damit zu gebracht habe. Das Radio hab ich diese Woche nicht live im Studio gemacht, dafür war ich zu wenig damit beschäftigt letzte Woche. Samstag abend bin ich zu Steve, dem englischen VSO Freiwilligen und wir ham James Bond geguckt und ja eigentlich nicht mehr gemacht. Sonntag morgen hab ich mich mit Charlie in sonem Jugendzentrum getroffen, wo die jeden Sonntag Tischtennis spielen, was wir dann auch getan haben. Jo und abschließend bin ich noch mit Gerald und Cletus zu nem Zweitligafussballspiel zwischen den Hilltop Strikers, was sozusagen die Mannschaft unseres Stadtteils is, und dem FC Bamenda, was die Mannschaft von Downtown ist. War ganz cool mal wieder ein Fussballspiel live zu sehn, obwohls natürlich keine Tribünen oder sonstiges gab, aber zumindestens hat unser Team 4:3 gewonnen.=)
Naja letzte Woche begann mit einem sehr komischen Montag, an dem ich schon merkte, dass ich eigentlich keine Lust auf arbeiten hatte diese Woche. Die Woche in Kribi war einfach ein wenig zu schön und ich hatte nicht so die riesen Motivation wieder in den Alltag einzutauchen. Irgendwie kam dann auch vieles zusammen im Laufe der Woche. Die Arbeit war eigentlich okay, aber ich habe im Moment relativ viele Projekte gleichzeitig im Kopf (Organisation von nem Sporttunier mit Charlie, Benefizkonzert in Deutschland), bei denen ich aber Schwierigkeiten hab die umzusetzen und wo ich solange darüber nachdenke, wie ich denn die Sachen jetzt am Besten angehe, bis ich gar nichts mache, was mir noch mehr Druck macht. Die andere Sache ist die, dass ich plötzlich auf mich allein gestellt bin, das war ich zwar auch schon die letzten 4 Monate, aber irgendwie wurde es mir diese Woche nochmal richtig bewusst. Den ganzen Haushalt schmeißen, was ich nich wirklich organisiert bekomme, weil es einfach schwer ist, wenn man erst um 5 nach Hause kommt und fast alle (Markt-) Läden schon geschlossen haben. Es ist halt nicht so, dass man um 5 nach Hause kommen kann und trotzdem noch um 8 mit dem Auto zu Rewe fährt um alles einzukaufen=) Naja und dann kam noch entscheidend der Druck hinzu, den ich mir hinsichtlich Kontakthalten nach Hause, sowie hier mache. Das Problem hatte ich schon in Deutschland, dass ich einfach immer in Kontakt bleiben will und im Moment merk ich, dass ich nicht den Kontakt halten kann nach Zuhause, wie ich es Zuhause könnte. Das zu akzeptieren wird noch ein wenig dauern, aber letzte Woche hab ich bemerkt, dass ich mich in der Hinsicht und hinsichtlich meiner Erwartungen an mein Leben hier und an mich selbst bremsen muss. Ich hab dann meinen Donnerstag freigenommen, weil es mir einfach nicht gut ging. Hatte Kopfschmerzen, aber das größte Problem war glaub ich einfach der Druck, den ich mir permanent mache hinsichtlich Arbeit, Haushalt, Lebensorganisation, Kontakt zu den Leuten hier und Kontakt zu den Leuten daheim. Hab dann den ganzen Tag mal nichts gemacht und mich ein wenig auf mich selbst besinnen können, was echt mal gut war. Seitdem seh ich alles ein wenig lockerer, was auch sein muss, sonst werd ich das Jahr hier wohl nicht so richtig genießen können, obwohl es viel zu genießen gibt.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Woche wird. Muss sehr viel organisieren hinsichtlich des Sporttuniers, was Charlie und ich organisieren und ich will im Rahmen des Turniers auch noch einen Workshop zu Kommunikation und Medien anbieten, damit die Schüler ihre eigenen Journalisten Clubs gründen können in den Schulen. Bis jetzt ist es nur eine Idee, aber ich muss mich mal reinhängen, damit das mal Wirklichkeit wird. Ansonsten ist diese Woche nichts wirklich besonderes, mal sehn, was ich nächste Woche zu berichten hab.
Hoffe, dass es euch gut geht!
Mit besten Grüßen aus Bamenda!
Niels
Sonntag, 8. Februar 2009
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1 Kommentar:
Hey! Ich hab grade wieder mit Freuden deinen Bericht gelesen, der sich ja leider dieses mal echt etwas argh stressig anhört. Ich kanns nur zu gut verstehen, dass man den Kontakt nicht so halten kann, wie man das gern hätte. Das ist einfach immer so. Finds sowieso schon krass, dass du doch immer wieder (regelmäßig) deine Woche in dem Blog kurz erleuchtest beschreibst.
Ich hoffe du findest einen Weg, mit dem Stress umzugehen und dass du bald mal wieder etwas mehr Zeit für dich hast.
Lass es dir gut gehen. LG Nik
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