Das war zwar schon im Oktober, aber genießen kann man es immer:
Catie Harrington, meine Cousine, bei dem Versuch einen Käfer zu töten...
Wo: Baptistenmission Bamenda, Kamerun
Wann: 16. Oktober 2008
Bis Bald!
Niels
Mittwoch, 14. Januar 2009
Mittwoch, 7. Januar 2009
Zurück Im Alltag
Hey Ihr!
Boah endlich komm ich mal wieder zum Schreiben auch wenns nich solang sein wird heute, weil ich sehr müde bin. Da fang ich doch gleich mal an zu erzählen warum ich müde bin. War gestern abend bei Steve, einem VSO (britische Freiwilligenorganisation) Freiwilligen zum Abendessen eingeladen, genau wie Lea auch. Er ist gestern Onkel geworden und dann hatten wir ein wenig was zu feiern zusätzlich zu dem sehr guten Pasta-Abendessen. Das hat sich dann auch in die Länge gezogen das Feiern bis wir schließlich gegen 12 ins Bett sind, was für kamerunische Verhältnisse ja schon fast wieder morgens ist=) Heut morgen war ich dementsprechend angeschlagen, obwohl der richtige Tiefpunkt erst später kam. Allein schon, dass ich euch das alles hier schreibe zeugt von meiner geistigen Überanstrengung durch Müdigkeit, denn eigentlich wollte ich doch was ganz anderes schreiben.
Seit Sonntag bin ich wieder in Bamenda nach einer elend langen Busfahrt (8 Stunden für 340 Kilometer! Das is auch nur in Kamerun möglich, die fahren irgendwie rückwärts hab ich das Gefühl manchmal=)) und nach 2 Wochen sehr sehr schönem Urlaub in Kribi!
In Bamenda angekommen hab ich erst richtig realisieren können, was da eigentlich die letzten 2 Wochen los war und was ich jetzt sehr vermissen werde/ im Moment vermisse.
Sonntag vor 2 Wochen begann der Urlaub, nachdem ich am Samstag noch mein Radioprogramm über Menschenrechte machen musste, was richtig richtig gut gelaufen ist, ohne mich hier selbst zu loben, aber es hat sehr viel Spaß gemacht ein solch heikles Thema in Kamerun anzusprechen und dazu noch mit einem Studiogast (einem Anwalt den ich jetzt auch ein wenig kennengelernt habe). Jedenfalls kam am Sonntag danach Nico aus Bafoussam, damit wir am nächsten Morgen zusammen nach Limbé, unserer Zwischenstation nach Kribi, aufbrechen konnten. Nach einer relativ kurzen Nacht gings dann am Morgen auch los runter in die Stadt zur unglaublich verlässlichen Garanti- Express Agentur (der Name ist Programm=)). Wir kauften unsere Tickets und bemerkten, dass wir noch 2 Stunden auf den Bus warten mussten, naja eigentlich eine ganz annehmbare Zeit für Kamerun. Nachdem wir uns mit Cola gestärkt hatten gings dann auch endlich los, mit Sack und Pack nach Limbé.
Um 10 Uhr gestartet erreichten wir Limbé gegen 17 Uhr, wo wir schleunigst Janna, die dort arbeitenden DED-Freiwillige, in ihrem Büro aufsuchten, in dem Nico erstmal die Gelegenheit nutzte und die dort gefundene Gitarre benutzte um uns mit schönen Klängen auf den Urlaub einzustimmen=). Vom Büro gingen wir in Jannas Wohnung wo wir uns „frischmachten“, bevor wir in einem sehr schönen Restaurant mit Blick auf das Meer zu Abend aßen. Am nächsten Morgen gings richtig früh los, um 7 hatten wir ein Taxi nach Douala gefunden, von wo aus wir einen Bus nach Kribi nehmen und die anderen 4 (Hannah, Katharina, Jannik und Lea) treffen wollten. Glücklich wie wir waren machten wir uns also auf die Reise, die so einfach nicht weiterverlaufen sollte. Während der Fahrt, es war an der ersten von 2 Polizeikontrollen, bemerkte Lea, dass sie ihren Reisepass nicht dabeihatte, sondern ihn bei Janna in der Wohnung liegengelassen hatte. Irgendwie schafften wir es die zwei Kontrollen zu passieren ohne Probleme zu bekommen und kurz vor Douala standen wir vor der Frage, ob wir es ohne Pass riskieren wollten nach Kribi zu kommen oder ob zwei von uns umkehren und den Pass in Limbé holen sollten. Letztendlich riet uns der Fahrer dazu den Pass auf jeden Fall zu holen, sodass Nico und Lea in Douala auf Janna und mich warteten, da wir uns beide mit dem gleichen Taxi auf die interessante Mission begaben Leas Reisepass in Limbe zu holen. In Limbé angekommen nach weiteren 45 Minuten fanden wir dann glücklicherweise Leas Reisepass relativ schnell und machten uns immer noch mit dem gleichen Taxifahrer, der wohl noch nie soviel Geld an einem Tag verdient hatte, auf den Weg zurück nach Douala. Ich sag euch, die Strecke zwischen Limbe und Douala ist echt schön, aber nach diesem Tag sind auch tausend Kautschukbäume nicht mehr interessant.
Nach 5 Stunden Fahrt (der Stadtverkehr in Douala ist die Hölle!) kamen wir dann endlich an der Central Voyages Agentur an, mit der wir nach Kribi fahren wollten. Die anderen 4 Freiwilligen waren schon da und hatten zum Glück schon Tickets für die wirklich guten Busse gekauft, die auch wirklich pünktlich losfuhren. Wir fuhren in zwei Fuhren, sodass unsere „Limbegruppe“ eine halbe Stunde später als die anderen losfuhr. Nach ungefähr ¾ des Weges nach Kribi kamen wir in eine der tollen Armeekontrollen, wo man eigentlich nur seinen Pass vorzeigen muss und dann weiterfährt. Da die Gendarms da wohl aber an Touristen gewöhnt waren und ein wenig extra Geld für Bier einsacken wollten verlangten sie auch den Impfpass, den keiner von uns dabeihatte, weil es auch nicht notwendig ist. Nach minutelangen Diskussionen verlangten die Gendarms ohne Witz 500 Francs (8 Euro) pro Kopf damit wir passieren können. Ich frage mich was die 5000 Francs an dem Fakt dass wir keine Impfpässe dabeihatten ändern sollten aber naja das is eine andere Geschichte. Jede Diskussion führte zu nichts, sodass wir schon halb verzweifelten, auch weil die anderen Leute im Bus weiterfahren wollten und wir kurz davor standen einfach an dem Kontrollposten stehengelassen zu werden (na dann Prost Neujahr). Schließlich konnte ein Kameruner aus dem Bus, der irgendwann mit den Gendarm anfing zu reden sie davon überzeugen uns gehen zu lassen. Ich hab keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber das spielte dann auch keine Rolle mehr. Wir waren einfach nur froh dass wir unsere 5000 Francs behalten konnten und nichts zur Korruption in Kamerun beitragen mussten.
In Kribi angekommen nahmen wir ein Taxi und in der Mission trafen wir dann auch schon auf die anderen 4, Alex und Charmain, meine Ex-Mitbewohner, welche auch in der katholischen Mission übernachteten, Eric und Brenda (VSO Freiwilliger mit seiner Freundin), Steve (von dem ihr schon weiter oben gelesen habt) und Melinda (VSO Freiwillige aus Australien). Alles in allem eine sehr lustige Truppe und eine schöne Begrüßung zum Urlaub.
Den ersten Abend verbrachten wir dann auch ruhig in der Mission, bezogen unsere Betten und gingen abends noch ein bisschen was essen in einem Restaurant am Strand. Nach einem guten Schlaf trafen wir uns am Weihnachtsmorgen alle wieder beim Frühstück, was simpel und wenig war, aber über die Preise konnten wir uns wirklich nicht beschweren (umgerechnet 7 Euro pro Nacht). Weihnachten gingen wir dann das erste Mal auf den Markt von Kribi, um ein wenig kamerunisch zu shoppen (vor allem die Mädels, ich hatte damit gar nichts zu tun=)) und für den Weihnachtsabend ein wenig Wein und Kekse zu kaufen. Abends saßen wir dann zu erst zusammen am Strand mit einer kleinen Kerze und einem Adventsstern im Sand und genossen unsere Gemeinschaft, bevor wir in einem Restaurant (das einem Rastafari gehörte=)) auf Felsen direkt am Meer ein kleines Weihnachtsbuffet hatten. Danach gingen wir zurück zu Mission, wo ich mich selbst bescheren konnte (nochmals einen Riesendank an alle, die mir ein kleines oder großes Geschenk zu Weihnachten geschickt haben! Das war wirklich überwältigend!) und wir später dann noch in der Gruppe ein wenig feierten, bevor wir ins Bett gingen. Hab dann noch mit meiner Mama und Schwester in Deutschland telefoniert und auch mit Hannah und Lorenz worüber ich mich sehr gefreut hab! Der Weihnachtsabend war alles in allem richtig schön und das Heimweh, was ich ein wenig hatte, wurde erheblich durch die Gemeinschaft mit den anderen Freiwilligen, die wirklich sau wichtig geworden ist, geschmälert. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte dann Katharina Geburtstag und wir gestalteten einen kleine Geburtstagstisch beim Frühstück, was glaub ich ganz gut gelungen war. Mittags gings an den Strand und abends in den Nachtclub, der richtig teuer war (wie ganz Kribi eigentlich) aber mega viel Spaß gemacht hat. Konnten uns beim DJ unsere eigene Musik wünschen, was wir auch gleich umsetzten, obwohl ich ein wenig enttäuscht bin, dass er kein Seeed gespielt hat.=)
Ansonsten entdeckten wir diese erste Woche des Urlaubs die wohl beste Pizzeria in Kamerun (okay ich hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Pizza gegessen in Kamerun), mit unglaublich hohen Preisen aber verdammt guten Pizzen. Wir sollten da nicht nur einmal vorbeischauen =)
Am Samstagmorgen machten wir eine Einbaumkanutour auf einem Fluss nahe des Meers, die richtig interessant und eine schöne Erfahrung war. Eigentlich sollte man am Flussufer Affen sehen können, aber dafür waren wir ein wenig zu spät dran. Auf dem Weg zurück fragten wir unseren „Fahrer“, ob wir an dem Abend frische Krabben essen könnten (da er auch auf Bestellung Leute am Strand bekocht) und er sagte sofort zu und kaufte auf dem Fluss noch schnell frische lebende Krabben, die wir dann am Abend essen sollten – ich sag euch ich hatte noch nie so gute Krabben! Am Abend saßen wir dann eben am Strand und genossen den Sonnenuntergang bevor wir mal wieder in den Nachtclub strömten um uns von kamerunischer Musik berauschen zu lassen=) Hatten dann auch schon mehr Gesellschaft von Kamerunern, die wir am Strand und an Weihnachten kennengelernt hatten.
Eigentlich wollten wir ja nur eine Woche in Kribi bleiben um Silvester in Limbe zu feiern. Während der ersten Woche mussten wir uns aber eingestehen, dass der Plan nicht so wirklich perfekt war, weil Kribi einfach zu schön ist. Wir entschieden also die zweite Woche auch noch komplett in Kribi zu verbringen und auch da Silvester zu feiern, was im Enddefekt auch eine ziemlich gute Entscheidung war!
Die Woche begann etwas traurig. Am Dienstagmorgen reisten Alex und Charmain ab um nach Yaounde zu fahren, von wo sie am Mittwoch (über Silvester!) nach Großbritannien zurückfliegen sollten. Es waren zwar „nur“ zwei Monate gewesen, die ich mit den Beiden verbracht habe, aber dadurch dass wir zusammenwohnten sind wir doch sehr eng zusammengeschweist worden und ich hab in den beiden auch echt gute Freunde gefunden. Kann es kaum abwarten eines Tages in Wales vorbeizuschauen.
Ansonsten verbrachten wir die Tage wirklich ausschließlich am Strand mit wenigen Ausnahmen um in der Stadt etwas zu besorgen oder Pizza essen zu gehen=). Nachdem Eric, Brenda, Steve und Melinda schon am Wochenende Kribi verlassen hatten waren wir nun also nur noch Deutsche in der katholischen Mission, was angesichts der Freundschaft, die wir zueinander aufgebaut haben aber auch kein Problem darstellte.
Mittwoch war dann endlich Silvester und so richtig glauben konnte ichs nich, dass schon wieder eine Woche vergangen war. Es ist ziemlich schade, dass im Urlaub die Zeit mindestens doppelt so schnell vergeht. Wir hatten unseren Abend schon perfekt durchgeplant (Abendessen selbst kochen, Bruschetta und Pasta, danach Lagerfeuer am Strand mit traditionellen Tänzen und danach Nachtclub in Kribi) aber irgendwas fehlte da irgendwie zu Silvester – Dinner for One. Fast schon am verzweifeln kamen die Mädchen mit der besten Überraschung aller Zeiten. Hannah hatte Dinner for One von Zuhause geschickt bekommen, sodass wir komischen Deutschen unsere Tradition ausleben konnten=)
Der Abend verlief danach auch noch ziemlich gut und nachdem wir am Strand traditionelle Tänze genießen konnten hatten wir ziemlich viel Spass im Nachtclub der kamerunisch nicht klimatisiert war und daher mehr einer Sauna glich, was uns aber auch nich vom Tanzen abhielt.
Am Donnerstag war dann der Urlaub ja schon fast wieder zu Ende und die letzten Tage verbrachten wir ausschließlich in Strandnähe wo wir einen sehr netten kamerunischen Künstler kennenlernte, dem wir auch seinen halben Laden leerkauften. Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer ziemlich schönen Malerei.
Freitag mittag machten wir noch eine kleine Kanutour an die Lobé-Wasserfälle, die nur 2 Minuten Fußweg von unserem Strand entfernt lagen. Ich glaub es gibt nur sehr wenige Wasserfälle auf der Welt die direkt ins Meer fallen, die Lobé-Wasserfälle sind so welche – also eine ziemlich schöne einzigartige Erfahrung. Am letzten Abend bestellten wir uns wieder frische Krabben und Fisch und Affenbrotbaum=), um den letzten Abend schön am Strand ausklingen zu lassen.
Samstag morgen gings dann viel zu früh zurück nach Limbé, wo wir den Samstag Abend noch verbringen wollten, bevor wir am Sonntag zurück in unsere Heimatstädte fahren wollten.
Kurz bevor unser Bus losfuhr fiel Moni in einen Graben und zog sich eine ziemlich böse Wunde zu, die wir in Limbés Krankenhaus erstmal reinigen lassen mussten. Das war ein nicht so schöner Abschluss eines tollen Urlaubs, in dem wir neue Leute kennenlernen konnten, alte Freunde bei uns hatten (Alex und Charmain), frische Krabben essen, im Meer schwimmen und einfach unsere Gesellschaft genießen konnten. Samstag Abend nach einer sonst sehr ruhigen Busfahrt OHNE Passkontrolle gingen wir in ein wunderschönes Café für Kamerun außergewöhnliche Getränke trinken. Ich hatte endlich wieder die Möglichkeit Eiskaffee zu trinken, die anderen nutzten die Möglichkeit für eine heiße Schokolade (mit richtiger Milch!=)) oder einem Smoothie. Das Café is wirklich mit das Schönste, das ich in meinem Leben gesehen habe, das habe ich wirklich nicht erwartet. Nach einem schönen letzten gemeinsamen Abend gings dann für Nico, Lea, Katharina und mich am Sonntag morgen zurück Richtung Bafoussam bzw. Bamenda. Schon etwas traurig und mit ein wenig Angst vor dem Alltag warteten wir 2 Stunden bis unser Bus endlich losfuhr, der dann auch nach 8 Stunden Fahrt endlich in Bamenda ankommen sollte. Auf dem Weg kauften wir uns kleine Bälle, gefertigt aus irgendwas Strohänhlichem, schwer zu erklären, aber es sind ganz coole Bälle, die direkt an der Straße verkauft wurden, jetzt mal sehen was wir damit machen. Beliebt scheinen sie auf jeden Fall zu sein, denn als wir mit dem Bus für die Mittagspause anhielten kamen direkt 5-6 Kinder an unsere Scheiben von draußen und wollten wenigstens einen Ball um jeden Preis haben. Es war schon süß auf der einen Seite wie sie uns versucht haben zu überreden, auf der anderen Seite ist es halt echt traurig, dass man täglich sieht, wie privilegiert wir leben, selbst Produkte aus dem eigenen Land sind für manche Leute nicht erschwinglich sondern nur für Touristen gedacht, das hat man auch ganz deutlich in Kribi gesehen.
So seit Sonntag bin ich also wieder hier und ich muss sagen, dass ich mehr Angst hatte vorher als es jetzt wirklich schlimm is. Das einzige was mich wirklich genervt hat an Bamenda war die Maus, die seit ein paar Wochen in unserem Haus wohnt und uns alles vollkackt und anfrisst. Heute Nacht konnte ich kaum schlafen weil sie so dreist war auch in mein Zimmer zu kommen. Ich kann ja verstehen dass sie in der Küche haust, aber was hat sie in meinem Zimmer zu suchen? - Da hört der Spass auf sag ich euch, heute wird ne Mausefalle gekauft!
Die Arbeit begann diese Woche auch echt ganz okay. In den Schulen machts jetzt mehr Spaß, machen jetzt grad das Thema Malaria und heut werden wir noch in eine der Schulen gehen und dann ganz praktisch lernen, wie man Brutplätze von Mosquitos verhindert. Das Radioprogramm diese Woche dreht sich um Barack Obama und die Erwartungen der Leute hier vor Ort, weil die Wahl doch ein Riesenaufsehen erregt hat und ich mich mal gefragt hab, was die Leute eigentlich von ihm erwarten, da er ja direkt mit Kamerun nichts zu tun hat.
Achja gestern hatte ich ein interessantes Erlebnis. Wir hatten grad die Unterrichtsstunden geschlossen, als die Kinder auf einmal ganz leise und schüchtern meinten sie würden meine Haare mögen. Ich fragte dann warum und sie meinten, weil sie nicht schwarz wären. Im Enddefekt lief es darauf hinaus, dass ich mich habe überreden lassen meine Haare mit einem Jungen nächste Woche zu tauschen=)) Mal sehen wie wir das anstellen wollen.
So das wars mal von mir bis jetzt. Ich hoffe ich konnte die Verspätung mit diesem Bericht ein wenig gut machen. Ich wünsch euch allen nochmals ein schönes neues Jahr und ich hoffe euch geht’s gut. Ich mach mich jetzt mal an die Arbeit und freu mich von euch zu hören!
Alles Beste aus Bamenda,
Niels
Boah endlich komm ich mal wieder zum Schreiben auch wenns nich solang sein wird heute, weil ich sehr müde bin. Da fang ich doch gleich mal an zu erzählen warum ich müde bin. War gestern abend bei Steve, einem VSO (britische Freiwilligenorganisation) Freiwilligen zum Abendessen eingeladen, genau wie Lea auch. Er ist gestern Onkel geworden und dann hatten wir ein wenig was zu feiern zusätzlich zu dem sehr guten Pasta-Abendessen. Das hat sich dann auch in die Länge gezogen das Feiern bis wir schließlich gegen 12 ins Bett sind, was für kamerunische Verhältnisse ja schon fast wieder morgens ist=) Heut morgen war ich dementsprechend angeschlagen, obwohl der richtige Tiefpunkt erst später kam. Allein schon, dass ich euch das alles hier schreibe zeugt von meiner geistigen Überanstrengung durch Müdigkeit, denn eigentlich wollte ich doch was ganz anderes schreiben.
Seit Sonntag bin ich wieder in Bamenda nach einer elend langen Busfahrt (8 Stunden für 340 Kilometer! Das is auch nur in Kamerun möglich, die fahren irgendwie rückwärts hab ich das Gefühl manchmal=)) und nach 2 Wochen sehr sehr schönem Urlaub in Kribi!
In Bamenda angekommen hab ich erst richtig realisieren können, was da eigentlich die letzten 2 Wochen los war und was ich jetzt sehr vermissen werde/ im Moment vermisse.
Sonntag vor 2 Wochen begann der Urlaub, nachdem ich am Samstag noch mein Radioprogramm über Menschenrechte machen musste, was richtig richtig gut gelaufen ist, ohne mich hier selbst zu loben, aber es hat sehr viel Spaß gemacht ein solch heikles Thema in Kamerun anzusprechen und dazu noch mit einem Studiogast (einem Anwalt den ich jetzt auch ein wenig kennengelernt habe). Jedenfalls kam am Sonntag danach Nico aus Bafoussam, damit wir am nächsten Morgen zusammen nach Limbé, unserer Zwischenstation nach Kribi, aufbrechen konnten. Nach einer relativ kurzen Nacht gings dann am Morgen auch los runter in die Stadt zur unglaublich verlässlichen Garanti- Express Agentur (der Name ist Programm=)). Wir kauften unsere Tickets und bemerkten, dass wir noch 2 Stunden auf den Bus warten mussten, naja eigentlich eine ganz annehmbare Zeit für Kamerun. Nachdem wir uns mit Cola gestärkt hatten gings dann auch endlich los, mit Sack und Pack nach Limbé.
Um 10 Uhr gestartet erreichten wir Limbé gegen 17 Uhr, wo wir schleunigst Janna, die dort arbeitenden DED-Freiwillige, in ihrem Büro aufsuchten, in dem Nico erstmal die Gelegenheit nutzte und die dort gefundene Gitarre benutzte um uns mit schönen Klängen auf den Urlaub einzustimmen=). Vom Büro gingen wir in Jannas Wohnung wo wir uns „frischmachten“, bevor wir in einem sehr schönen Restaurant mit Blick auf das Meer zu Abend aßen. Am nächsten Morgen gings richtig früh los, um 7 hatten wir ein Taxi nach Douala gefunden, von wo aus wir einen Bus nach Kribi nehmen und die anderen 4 (Hannah, Katharina, Jannik und Lea) treffen wollten. Glücklich wie wir waren machten wir uns also auf die Reise, die so einfach nicht weiterverlaufen sollte. Während der Fahrt, es war an der ersten von 2 Polizeikontrollen, bemerkte Lea, dass sie ihren Reisepass nicht dabeihatte, sondern ihn bei Janna in der Wohnung liegengelassen hatte. Irgendwie schafften wir es die zwei Kontrollen zu passieren ohne Probleme zu bekommen und kurz vor Douala standen wir vor der Frage, ob wir es ohne Pass riskieren wollten nach Kribi zu kommen oder ob zwei von uns umkehren und den Pass in Limbé holen sollten. Letztendlich riet uns der Fahrer dazu den Pass auf jeden Fall zu holen, sodass Nico und Lea in Douala auf Janna und mich warteten, da wir uns beide mit dem gleichen Taxi auf die interessante Mission begaben Leas Reisepass in Limbe zu holen. In Limbé angekommen nach weiteren 45 Minuten fanden wir dann glücklicherweise Leas Reisepass relativ schnell und machten uns immer noch mit dem gleichen Taxifahrer, der wohl noch nie soviel Geld an einem Tag verdient hatte, auf den Weg zurück nach Douala. Ich sag euch, die Strecke zwischen Limbe und Douala ist echt schön, aber nach diesem Tag sind auch tausend Kautschukbäume nicht mehr interessant.
Nach 5 Stunden Fahrt (der Stadtverkehr in Douala ist die Hölle!) kamen wir dann endlich an der Central Voyages Agentur an, mit der wir nach Kribi fahren wollten. Die anderen 4 Freiwilligen waren schon da und hatten zum Glück schon Tickets für die wirklich guten Busse gekauft, die auch wirklich pünktlich losfuhren. Wir fuhren in zwei Fuhren, sodass unsere „Limbegruppe“ eine halbe Stunde später als die anderen losfuhr. Nach ungefähr ¾ des Weges nach Kribi kamen wir in eine der tollen Armeekontrollen, wo man eigentlich nur seinen Pass vorzeigen muss und dann weiterfährt. Da die Gendarms da wohl aber an Touristen gewöhnt waren und ein wenig extra Geld für Bier einsacken wollten verlangten sie auch den Impfpass, den keiner von uns dabeihatte, weil es auch nicht notwendig ist. Nach minutelangen Diskussionen verlangten die Gendarms ohne Witz 500 Francs (8 Euro) pro Kopf damit wir passieren können. Ich frage mich was die 5000 Francs an dem Fakt dass wir keine Impfpässe dabeihatten ändern sollten aber naja das is eine andere Geschichte. Jede Diskussion führte zu nichts, sodass wir schon halb verzweifelten, auch weil die anderen Leute im Bus weiterfahren wollten und wir kurz davor standen einfach an dem Kontrollposten stehengelassen zu werden (na dann Prost Neujahr). Schließlich konnte ein Kameruner aus dem Bus, der irgendwann mit den Gendarm anfing zu reden sie davon überzeugen uns gehen zu lassen. Ich hab keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber das spielte dann auch keine Rolle mehr. Wir waren einfach nur froh dass wir unsere 5000 Francs behalten konnten und nichts zur Korruption in Kamerun beitragen mussten.
In Kribi angekommen nahmen wir ein Taxi und in der Mission trafen wir dann auch schon auf die anderen 4, Alex und Charmain, meine Ex-Mitbewohner, welche auch in der katholischen Mission übernachteten, Eric und Brenda (VSO Freiwilliger mit seiner Freundin), Steve (von dem ihr schon weiter oben gelesen habt) und Melinda (VSO Freiwillige aus Australien). Alles in allem eine sehr lustige Truppe und eine schöne Begrüßung zum Urlaub.
Den ersten Abend verbrachten wir dann auch ruhig in der Mission, bezogen unsere Betten und gingen abends noch ein bisschen was essen in einem Restaurant am Strand. Nach einem guten Schlaf trafen wir uns am Weihnachtsmorgen alle wieder beim Frühstück, was simpel und wenig war, aber über die Preise konnten wir uns wirklich nicht beschweren (umgerechnet 7 Euro pro Nacht). Weihnachten gingen wir dann das erste Mal auf den Markt von Kribi, um ein wenig kamerunisch zu shoppen (vor allem die Mädels, ich hatte damit gar nichts zu tun=)) und für den Weihnachtsabend ein wenig Wein und Kekse zu kaufen. Abends saßen wir dann zu erst zusammen am Strand mit einer kleinen Kerze und einem Adventsstern im Sand und genossen unsere Gemeinschaft, bevor wir in einem Restaurant (das einem Rastafari gehörte=)) auf Felsen direkt am Meer ein kleines Weihnachtsbuffet hatten. Danach gingen wir zurück zu Mission, wo ich mich selbst bescheren konnte (nochmals einen Riesendank an alle, die mir ein kleines oder großes Geschenk zu Weihnachten geschickt haben! Das war wirklich überwältigend!) und wir später dann noch in der Gruppe ein wenig feierten, bevor wir ins Bett gingen. Hab dann noch mit meiner Mama und Schwester in Deutschland telefoniert und auch mit Hannah und Lorenz worüber ich mich sehr gefreut hab! Der Weihnachtsabend war alles in allem richtig schön und das Heimweh, was ich ein wenig hatte, wurde erheblich durch die Gemeinschaft mit den anderen Freiwilligen, die wirklich sau wichtig geworden ist, geschmälert. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte dann Katharina Geburtstag und wir gestalteten einen kleine Geburtstagstisch beim Frühstück, was glaub ich ganz gut gelungen war. Mittags gings an den Strand und abends in den Nachtclub, der richtig teuer war (wie ganz Kribi eigentlich) aber mega viel Spaß gemacht hat. Konnten uns beim DJ unsere eigene Musik wünschen, was wir auch gleich umsetzten, obwohl ich ein wenig enttäuscht bin, dass er kein Seeed gespielt hat.=)
Ansonsten entdeckten wir diese erste Woche des Urlaubs die wohl beste Pizzeria in Kamerun (okay ich hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Pizza gegessen in Kamerun), mit unglaublich hohen Preisen aber verdammt guten Pizzen. Wir sollten da nicht nur einmal vorbeischauen =)
Am Samstagmorgen machten wir eine Einbaumkanutour auf einem Fluss nahe des Meers, die richtig interessant und eine schöne Erfahrung war. Eigentlich sollte man am Flussufer Affen sehen können, aber dafür waren wir ein wenig zu spät dran. Auf dem Weg zurück fragten wir unseren „Fahrer“, ob wir an dem Abend frische Krabben essen könnten (da er auch auf Bestellung Leute am Strand bekocht) und er sagte sofort zu und kaufte auf dem Fluss noch schnell frische lebende Krabben, die wir dann am Abend essen sollten – ich sag euch ich hatte noch nie so gute Krabben! Am Abend saßen wir dann eben am Strand und genossen den Sonnenuntergang bevor wir mal wieder in den Nachtclub strömten um uns von kamerunischer Musik berauschen zu lassen=) Hatten dann auch schon mehr Gesellschaft von Kamerunern, die wir am Strand und an Weihnachten kennengelernt hatten.
Eigentlich wollten wir ja nur eine Woche in Kribi bleiben um Silvester in Limbe zu feiern. Während der ersten Woche mussten wir uns aber eingestehen, dass der Plan nicht so wirklich perfekt war, weil Kribi einfach zu schön ist. Wir entschieden also die zweite Woche auch noch komplett in Kribi zu verbringen und auch da Silvester zu feiern, was im Enddefekt auch eine ziemlich gute Entscheidung war!
Die Woche begann etwas traurig. Am Dienstagmorgen reisten Alex und Charmain ab um nach Yaounde zu fahren, von wo sie am Mittwoch (über Silvester!) nach Großbritannien zurückfliegen sollten. Es waren zwar „nur“ zwei Monate gewesen, die ich mit den Beiden verbracht habe, aber dadurch dass wir zusammenwohnten sind wir doch sehr eng zusammengeschweist worden und ich hab in den beiden auch echt gute Freunde gefunden. Kann es kaum abwarten eines Tages in Wales vorbeizuschauen.
Ansonsten verbrachten wir die Tage wirklich ausschließlich am Strand mit wenigen Ausnahmen um in der Stadt etwas zu besorgen oder Pizza essen zu gehen=). Nachdem Eric, Brenda, Steve und Melinda schon am Wochenende Kribi verlassen hatten waren wir nun also nur noch Deutsche in der katholischen Mission, was angesichts der Freundschaft, die wir zueinander aufgebaut haben aber auch kein Problem darstellte.
Mittwoch war dann endlich Silvester und so richtig glauben konnte ichs nich, dass schon wieder eine Woche vergangen war. Es ist ziemlich schade, dass im Urlaub die Zeit mindestens doppelt so schnell vergeht. Wir hatten unseren Abend schon perfekt durchgeplant (Abendessen selbst kochen, Bruschetta und Pasta, danach Lagerfeuer am Strand mit traditionellen Tänzen und danach Nachtclub in Kribi) aber irgendwas fehlte da irgendwie zu Silvester – Dinner for One. Fast schon am verzweifeln kamen die Mädchen mit der besten Überraschung aller Zeiten. Hannah hatte Dinner for One von Zuhause geschickt bekommen, sodass wir komischen Deutschen unsere Tradition ausleben konnten=)
Der Abend verlief danach auch noch ziemlich gut und nachdem wir am Strand traditionelle Tänze genießen konnten hatten wir ziemlich viel Spass im Nachtclub der kamerunisch nicht klimatisiert war und daher mehr einer Sauna glich, was uns aber auch nich vom Tanzen abhielt.
Am Donnerstag war dann der Urlaub ja schon fast wieder zu Ende und die letzten Tage verbrachten wir ausschließlich in Strandnähe wo wir einen sehr netten kamerunischen Künstler kennenlernte, dem wir auch seinen halben Laden leerkauften. Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer ziemlich schönen Malerei.
Freitag mittag machten wir noch eine kleine Kanutour an die Lobé-Wasserfälle, die nur 2 Minuten Fußweg von unserem Strand entfernt lagen. Ich glaub es gibt nur sehr wenige Wasserfälle auf der Welt die direkt ins Meer fallen, die Lobé-Wasserfälle sind so welche – also eine ziemlich schöne einzigartige Erfahrung. Am letzten Abend bestellten wir uns wieder frische Krabben und Fisch und Affenbrotbaum=), um den letzten Abend schön am Strand ausklingen zu lassen.
Samstag morgen gings dann viel zu früh zurück nach Limbé, wo wir den Samstag Abend noch verbringen wollten, bevor wir am Sonntag zurück in unsere Heimatstädte fahren wollten.
Kurz bevor unser Bus losfuhr fiel Moni in einen Graben und zog sich eine ziemlich böse Wunde zu, die wir in Limbés Krankenhaus erstmal reinigen lassen mussten. Das war ein nicht so schöner Abschluss eines tollen Urlaubs, in dem wir neue Leute kennenlernen konnten, alte Freunde bei uns hatten (Alex und Charmain), frische Krabben essen, im Meer schwimmen und einfach unsere Gesellschaft genießen konnten. Samstag Abend nach einer sonst sehr ruhigen Busfahrt OHNE Passkontrolle gingen wir in ein wunderschönes Café für Kamerun außergewöhnliche Getränke trinken. Ich hatte endlich wieder die Möglichkeit Eiskaffee zu trinken, die anderen nutzten die Möglichkeit für eine heiße Schokolade (mit richtiger Milch!=)) oder einem Smoothie. Das Café is wirklich mit das Schönste, das ich in meinem Leben gesehen habe, das habe ich wirklich nicht erwartet. Nach einem schönen letzten gemeinsamen Abend gings dann für Nico, Lea, Katharina und mich am Sonntag morgen zurück Richtung Bafoussam bzw. Bamenda. Schon etwas traurig und mit ein wenig Angst vor dem Alltag warteten wir 2 Stunden bis unser Bus endlich losfuhr, der dann auch nach 8 Stunden Fahrt endlich in Bamenda ankommen sollte. Auf dem Weg kauften wir uns kleine Bälle, gefertigt aus irgendwas Strohänhlichem, schwer zu erklären, aber es sind ganz coole Bälle, die direkt an der Straße verkauft wurden, jetzt mal sehen was wir damit machen. Beliebt scheinen sie auf jeden Fall zu sein, denn als wir mit dem Bus für die Mittagspause anhielten kamen direkt 5-6 Kinder an unsere Scheiben von draußen und wollten wenigstens einen Ball um jeden Preis haben. Es war schon süß auf der einen Seite wie sie uns versucht haben zu überreden, auf der anderen Seite ist es halt echt traurig, dass man täglich sieht, wie privilegiert wir leben, selbst Produkte aus dem eigenen Land sind für manche Leute nicht erschwinglich sondern nur für Touristen gedacht, das hat man auch ganz deutlich in Kribi gesehen.
So seit Sonntag bin ich also wieder hier und ich muss sagen, dass ich mehr Angst hatte vorher als es jetzt wirklich schlimm is. Das einzige was mich wirklich genervt hat an Bamenda war die Maus, die seit ein paar Wochen in unserem Haus wohnt und uns alles vollkackt und anfrisst. Heute Nacht konnte ich kaum schlafen weil sie so dreist war auch in mein Zimmer zu kommen. Ich kann ja verstehen dass sie in der Küche haust, aber was hat sie in meinem Zimmer zu suchen? - Da hört der Spass auf sag ich euch, heute wird ne Mausefalle gekauft!
Die Arbeit begann diese Woche auch echt ganz okay. In den Schulen machts jetzt mehr Spaß, machen jetzt grad das Thema Malaria und heut werden wir noch in eine der Schulen gehen und dann ganz praktisch lernen, wie man Brutplätze von Mosquitos verhindert. Das Radioprogramm diese Woche dreht sich um Barack Obama und die Erwartungen der Leute hier vor Ort, weil die Wahl doch ein Riesenaufsehen erregt hat und ich mich mal gefragt hab, was die Leute eigentlich von ihm erwarten, da er ja direkt mit Kamerun nichts zu tun hat.
Achja gestern hatte ich ein interessantes Erlebnis. Wir hatten grad die Unterrichtsstunden geschlossen, als die Kinder auf einmal ganz leise und schüchtern meinten sie würden meine Haare mögen. Ich fragte dann warum und sie meinten, weil sie nicht schwarz wären. Im Enddefekt lief es darauf hinaus, dass ich mich habe überreden lassen meine Haare mit einem Jungen nächste Woche zu tauschen=)) Mal sehen wie wir das anstellen wollen.
So das wars mal von mir bis jetzt. Ich hoffe ich konnte die Verspätung mit diesem Bericht ein wenig gut machen. Ich wünsch euch allen nochmals ein schönes neues Jahr und ich hoffe euch geht’s gut. Ich mach mich jetzt mal an die Arbeit und freu mich von euch zu hören!
Alles Beste aus Bamenda,
Niels
Freitag, 2. Januar 2009
Froehliche Weihnachten und ein wunderbares neues Jahr euch allen!
Hey Ihr Lieben,
eine kurze Nachricht hier aus Kribi, das Internet ist hier sehr schlecht und daher wird es naechste Woche erst den naechsten groesseren Bericht geben, aber ich wollte euch nur mal allen nochmal frohe weihnachten nachtraeglich wuenschen und ich hoffe dass ihr alle einen super geschmeidigen Rutsch ins neue Jahr hattet, fuer das ich euch allen das beste wuensche!
Der Urlaub hier am Meer war nach einer stressigen Fahrt und einigen Planaenderung wunderschoen und auch ein wenig entspannend, obwohl man, wie das halt immer so is, die bevorstehenden Wochen nach dem Urlaub wieder im Blick hat. Morgen gehts zurueck, werd dann Sonntag wieder in Bamenda sein und von dort aus auf jeden wieder schreiben.
Mir gehts soweit also ziemlich gut, das Wetter is der Hammer (so heiss das kann man sich in deutschland wahrscheinlich nicht vorstellen), das Essen ist gut, der Strand auch und mit den Anderen zusammen zu sein is auch einfach ein schoenes gefuehl.
Ich hoffe es geht euch allen gut! Ich drueck euch und dann bis die Tage!
Der Niels aus Kribi
eine kurze Nachricht hier aus Kribi, das Internet ist hier sehr schlecht und daher wird es naechste Woche erst den naechsten groesseren Bericht geben, aber ich wollte euch nur mal allen nochmal frohe weihnachten nachtraeglich wuenschen und ich hoffe dass ihr alle einen super geschmeidigen Rutsch ins neue Jahr hattet, fuer das ich euch allen das beste wuensche!
Der Urlaub hier am Meer war nach einer stressigen Fahrt und einigen Planaenderung wunderschoen und auch ein wenig entspannend, obwohl man, wie das halt immer so is, die bevorstehenden Wochen nach dem Urlaub wieder im Blick hat. Morgen gehts zurueck, werd dann Sonntag wieder in Bamenda sein und von dort aus auf jeden wieder schreiben.
Mir gehts soweit also ziemlich gut, das Wetter is der Hammer (so heiss das kann man sich in deutschland wahrscheinlich nicht vorstellen), das Essen ist gut, der Strand auch und mit den Anderen zusammen zu sein is auch einfach ein schoenes gefuehl.
Ich hoffe es geht euch allen gut! Ich drueck euch und dann bis die Tage!
Der Niels aus Kribi
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Ach ja...
Hier noch ein paar Neuerungen: bei den Links findet ihr jetzt einen, der euch direkt zu dem Blog unseres Radioprogramms, an dem ich arbeite bringt!
Also schaut mal vorbei, was ich da so mache=)
Also schaut mal vorbei, was ich da so mache=)
Was schon dritter Advent? Wohl doch keine weiße Weihnacht dieses Jahr...
Hey Ihr Lieben,
eigentlich wollte ich warten bis ich in Kribi bin und richtig was zu erzählen habe. Die letzte Woche war nämlich ehrlich gesagt nicht wirklich spannend bis zum Wochenende. Da ja der Strom ausgefallen war den Samstag zuvor und wir das Radioprogramm dort nicht senden konnten, hatten wir uns schlauerweise gedacht es doch diesen Samstag zu machen, was bedeutete, dass unter der Woche nicht wirklich viel zu tun war für das Radioprogramm. Dafür wollten wir in den drei Grundschulen den Unterricht für den ersten Teil des Schuljahrs (also bis zu den Weihnachtsferien) vervollständigen, also alle Module, die wir für den ersten Teil des Schuljahres geplant hatten in den Schulen behandelt haben. Vorwiegend drehten sich die Module des ersten Terms um Themen wie "Mein Körper", "Wie pflege ich meinen Körper?" oder "Was ist eine ausgeglichene Nahrung?". Da wir in einer Schule recht weit vorangeschritten waren (da wir dort 2mal die Woche unterrichten, in den anderen jeweils nur einmal), aber in den anderen beiden noch nicht, mussten wir dort teilweise dann 3 oder 4 Module an einem Tag machen, was bedeutete, dass wir schonmal einen Tag 5 Stunden in der Schule waren, anstelle von den normalen 2-3. Ansonsten ist der Unterricht wirklich anstrengend, ich merke zunehmend, dass ich wirklich an meiner Geduld arbeiten muss und ich verstehe ab letzter Woche jeden Lehrer, den ich jemals genervt habe! Hier eine offizielle Entschuldigung: es tut mir wirklich leid! Ich weiß jetzt wie nervig nervende Schüler sein können!
Als das Wochenende dann da war und ich eine naja nicht so spannende Arbeitswoche mit einem guten Ausblick in die kommenden Tage für beendet erklären konnte stieg meine Stimmung sehr. Freitag konnte ich Janna (DED-Freiwillige) und Gene (ihre amerikanische Mitbewohnerin) aus Limbé, Katharina und Hannah (aus Bafoussam, DED-Freiwillige) empfangen, mit denen ich zusammen auf eine Hochzeit am Samtag Abend eingeladen war (dabei wusste ich nich wer heiratet, aber so ist das nun mal in Kamerun, hauptsache Essen und Trinken und Tanzen;)). Freitag Abend gings dann aber erstmal für uns ins Dreamland Restaurant, wo wir uns in die allwöchentliche VSO (britische Freiwilligenorganisation) Runde eingliederten, bevor wir in den Tropicana Nachtclub gingen, in dem der Junggesellen Abschied vom Bräutigam der am nächsten Tag stattfindenen Hochzeit gefeiert werden sollte. Im Dreamland war es eigentlich recht gemütlich, bisschen teuer für kamerunische Verhältnisse aber naja man gönnt sich ja sonst nix. Nach ein, zwei Stunden fing eine Diskussion darüber an, in der auch Gerald (ein kamerunischer Freund von mir) involviert war, wie die Frauen hier durch das traditionelle Gesetz diskriminiert und dem Mann untergeordnet werden. Vor allem Gene kam mit Gerald darüber in eine heftige Diskussion. Um ins Detail zu gehen: es ging um das traditionelle Gesetz, dass Frauen, wenn sie Hühnchen zubereiten niemals die Innereien essen dürfen, die dem Mann vorbehalten sind. Natürlich war die Diskussion spannend und interessant und so richtig wusste ich nicht, was meine Meinung dazu ist. Natürlich finde ich es nicht tragbar für die Frau und natürlich ist es eine Diskriminierung, aber an dem Abend habe ich gelernt, was es heißt tolerant zu sein und mal sein eigenes Denken und seine eigenen Wertevorstellungen zurückzustellen, um andere ihre Meinung dazulegen. Ich werde mit Gerald da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, das weiß ich. Aber ich weiß jetzt auch, dass meine Meinung nicht die "Richtige" ist und seine nicht die "Falsche",weil es sowas in dieser Frage nicht geben kann. Wenn ich ein so fremdes Land bereise mit einer so fremden Kultur muss ich lernen zu lernen und daz gehört zuzuhören und Dinge anzunehmen, die einem erstmal komisch erscheinen. Wir als Freiwillige werden hier nichts verändern können und unsere westlichen Ansichten sind genauso fremd für Kameruner, wie die ihre für uns, warum dann unsere über deren stellen? Es werden noch viele Momente kommen, in denen ich mir das vor Augen führen muss und man muss es sich wirklich immer zwingen in den Kopf zu rufen. Eine Lektion, die ich gelernt habe.
Zurück zum Abend=) Der Nachtclub war jetzt nicht der Bringer, aber wir hatten alle unseren Spaß bis irgendwann um 3 Uhr Nachts.
Am nächsten Morgen war ich ein wenig zu müde für das Radioprogramm, aber was sein muss, muss ja wohl sein und schließlich hatte ich dafür schon zu viel gearbeitet um es einfach liegenzulassen. Im Radio angekommen musste ich mal wieder einen bitteren Rückschlag erleiden: die Radiostation hatte unser Programm nach hinten verschoben. Leider konnte ich das nicht mit meinem Tagesplan vereinbaren, auch weil ich einfach nichts wusste davon vorher und so ging auch diese Woche das Radio flöten. Für diese Woche werd ich aber nicht wieder das gleiche Radioprogramm spielen wollen sondern arbeite nun an nem Neuen für diesen Samstag. Thema: Human Rights.
Naja jedenfalls war das en ganz schönes Ding sag ich euch, aber so richtig traurig war ich auf der anderen Seite auch nicht um ehrlich zu sein- so konnte ich ein wenig entspannend, bevors zur Hochzeit ging. Die kirchliche Trauung verpasste ich und so ging ich gleich zum Festakt in der Stadt, in ner Riesenhalle. Soviel kostenloses Essen hab ich glaub ich noch nie gesehen. Es ist einfach unglaublich, was Kameruner für Hochzeiten (aber auch für Trauerfeiern oder Beerdigungen) ausgeben, manchmal ihr ganzes Hab und Gut. Man bekommt dann schonmal ein schlechtes Gewissen. Die Hochzeit bestand dann auch aus vielen Reden und Essen, um am Ende noch ein wenig tanzen zu können.
Am Morgen des vierten Advents fuhren Katharina, Hannah und ich nach Bafoussam, um am Abend ein wenig in Hannahs Geburtstag "reinzufeiern", was letztendlich keine Feier war, aber ein sehr sehr gemütliches Abendessen mit einem Film zum Abschluss. Der Sonntag war eh sehr entspannend, was echt mal wieder gut war und auch Montag morgen bis zum Mittag, an dem ich zurück nach Bamenda musste, waren einfach schön. Haben im Bett geschimmelt und "Türkisch für Anfänger" geguckt=)...
Die letzten Tage waren dann auch noch okay, aber ich merke, dass ich nach Kribi muss um eifnach mal abzuschalten. Es ist nicht unbedingt so, dass die Arbeit mich überanstrengend oder das Klima, es ist einfach anstrengend den ganzen Tag in einer fremden Sprache denken und neue Eindrücke verarbeiten zu müssen. Ich wache mittlerweile jeden Morgen sau müde auf, obwohl ich um 10 im Bett liege. Darum freu ich mich jetzt riesig auf Montag, wenns dann endlich losgeht, aber auch auf Samstag, wenn die nächste Hochzeit ansteht und auf Sonntag, wenn ich Caties Mutter treffe, die gerade hier zu Besuch ist!
Ich hoffe euch alles gehts gut, ich wünsch euch nen guten vierten Advent und fröhlichste Weihnachten wenn wir uns nicht mehr sprechen vorher=)
Alles Beste,
Niels aus Bamenda
eigentlich wollte ich warten bis ich in Kribi bin und richtig was zu erzählen habe. Die letzte Woche war nämlich ehrlich gesagt nicht wirklich spannend bis zum Wochenende. Da ja der Strom ausgefallen war den Samstag zuvor und wir das Radioprogramm dort nicht senden konnten, hatten wir uns schlauerweise gedacht es doch diesen Samstag zu machen, was bedeutete, dass unter der Woche nicht wirklich viel zu tun war für das Radioprogramm. Dafür wollten wir in den drei Grundschulen den Unterricht für den ersten Teil des Schuljahrs (also bis zu den Weihnachtsferien) vervollständigen, also alle Module, die wir für den ersten Teil des Schuljahres geplant hatten in den Schulen behandelt haben. Vorwiegend drehten sich die Module des ersten Terms um Themen wie "Mein Körper", "Wie pflege ich meinen Körper?" oder "Was ist eine ausgeglichene Nahrung?". Da wir in einer Schule recht weit vorangeschritten waren (da wir dort 2mal die Woche unterrichten, in den anderen jeweils nur einmal), aber in den anderen beiden noch nicht, mussten wir dort teilweise dann 3 oder 4 Module an einem Tag machen, was bedeutete, dass wir schonmal einen Tag 5 Stunden in der Schule waren, anstelle von den normalen 2-3. Ansonsten ist der Unterricht wirklich anstrengend, ich merke zunehmend, dass ich wirklich an meiner Geduld arbeiten muss und ich verstehe ab letzter Woche jeden Lehrer, den ich jemals genervt habe! Hier eine offizielle Entschuldigung: es tut mir wirklich leid! Ich weiß jetzt wie nervig nervende Schüler sein können!
Als das Wochenende dann da war und ich eine naja nicht so spannende Arbeitswoche mit einem guten Ausblick in die kommenden Tage für beendet erklären konnte stieg meine Stimmung sehr. Freitag konnte ich Janna (DED-Freiwillige) und Gene (ihre amerikanische Mitbewohnerin) aus Limbé, Katharina und Hannah (aus Bafoussam, DED-Freiwillige) empfangen, mit denen ich zusammen auf eine Hochzeit am Samtag Abend eingeladen war (dabei wusste ich nich wer heiratet, aber so ist das nun mal in Kamerun, hauptsache Essen und Trinken und Tanzen;)). Freitag Abend gings dann aber erstmal für uns ins Dreamland Restaurant, wo wir uns in die allwöchentliche VSO (britische Freiwilligenorganisation) Runde eingliederten, bevor wir in den Tropicana Nachtclub gingen, in dem der Junggesellen Abschied vom Bräutigam der am nächsten Tag stattfindenen Hochzeit gefeiert werden sollte. Im Dreamland war es eigentlich recht gemütlich, bisschen teuer für kamerunische Verhältnisse aber naja man gönnt sich ja sonst nix. Nach ein, zwei Stunden fing eine Diskussion darüber an, in der auch Gerald (ein kamerunischer Freund von mir) involviert war, wie die Frauen hier durch das traditionelle Gesetz diskriminiert und dem Mann untergeordnet werden. Vor allem Gene kam mit Gerald darüber in eine heftige Diskussion. Um ins Detail zu gehen: es ging um das traditionelle Gesetz, dass Frauen, wenn sie Hühnchen zubereiten niemals die Innereien essen dürfen, die dem Mann vorbehalten sind. Natürlich war die Diskussion spannend und interessant und so richtig wusste ich nicht, was meine Meinung dazu ist. Natürlich finde ich es nicht tragbar für die Frau und natürlich ist es eine Diskriminierung, aber an dem Abend habe ich gelernt, was es heißt tolerant zu sein und mal sein eigenes Denken und seine eigenen Wertevorstellungen zurückzustellen, um andere ihre Meinung dazulegen. Ich werde mit Gerald da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, das weiß ich. Aber ich weiß jetzt auch, dass meine Meinung nicht die "Richtige" ist und seine nicht die "Falsche",weil es sowas in dieser Frage nicht geben kann. Wenn ich ein so fremdes Land bereise mit einer so fremden Kultur muss ich lernen zu lernen und daz gehört zuzuhören und Dinge anzunehmen, die einem erstmal komisch erscheinen. Wir als Freiwillige werden hier nichts verändern können und unsere westlichen Ansichten sind genauso fremd für Kameruner, wie die ihre für uns, warum dann unsere über deren stellen? Es werden noch viele Momente kommen, in denen ich mir das vor Augen führen muss und man muss es sich wirklich immer zwingen in den Kopf zu rufen. Eine Lektion, die ich gelernt habe.
Zurück zum Abend=) Der Nachtclub war jetzt nicht der Bringer, aber wir hatten alle unseren Spaß bis irgendwann um 3 Uhr Nachts.
Am nächsten Morgen war ich ein wenig zu müde für das Radioprogramm, aber was sein muss, muss ja wohl sein und schließlich hatte ich dafür schon zu viel gearbeitet um es einfach liegenzulassen. Im Radio angekommen musste ich mal wieder einen bitteren Rückschlag erleiden: die Radiostation hatte unser Programm nach hinten verschoben. Leider konnte ich das nicht mit meinem Tagesplan vereinbaren, auch weil ich einfach nichts wusste davon vorher und so ging auch diese Woche das Radio flöten. Für diese Woche werd ich aber nicht wieder das gleiche Radioprogramm spielen wollen sondern arbeite nun an nem Neuen für diesen Samstag. Thema: Human Rights.
Naja jedenfalls war das en ganz schönes Ding sag ich euch, aber so richtig traurig war ich auf der anderen Seite auch nicht um ehrlich zu sein- so konnte ich ein wenig entspannend, bevors zur Hochzeit ging. Die kirchliche Trauung verpasste ich und so ging ich gleich zum Festakt in der Stadt, in ner Riesenhalle. Soviel kostenloses Essen hab ich glaub ich noch nie gesehen. Es ist einfach unglaublich, was Kameruner für Hochzeiten (aber auch für Trauerfeiern oder Beerdigungen) ausgeben, manchmal ihr ganzes Hab und Gut. Man bekommt dann schonmal ein schlechtes Gewissen. Die Hochzeit bestand dann auch aus vielen Reden und Essen, um am Ende noch ein wenig tanzen zu können.
Am Morgen des vierten Advents fuhren Katharina, Hannah und ich nach Bafoussam, um am Abend ein wenig in Hannahs Geburtstag "reinzufeiern", was letztendlich keine Feier war, aber ein sehr sehr gemütliches Abendessen mit einem Film zum Abschluss. Der Sonntag war eh sehr entspannend, was echt mal wieder gut war und auch Montag morgen bis zum Mittag, an dem ich zurück nach Bamenda musste, waren einfach schön. Haben im Bett geschimmelt und "Türkisch für Anfänger" geguckt=)...
Die letzten Tage waren dann auch noch okay, aber ich merke, dass ich nach Kribi muss um eifnach mal abzuschalten. Es ist nicht unbedingt so, dass die Arbeit mich überanstrengend oder das Klima, es ist einfach anstrengend den ganzen Tag in einer fremden Sprache denken und neue Eindrücke verarbeiten zu müssen. Ich wache mittlerweile jeden Morgen sau müde auf, obwohl ich um 10 im Bett liege. Darum freu ich mich jetzt riesig auf Montag, wenns dann endlich losgeht, aber auch auf Samstag, wenn die nächste Hochzeit ansteht und auf Sonntag, wenn ich Caties Mutter treffe, die gerade hier zu Besuch ist!
Ich hoffe euch alles gehts gut, ich wünsch euch nen guten vierten Advent und fröhlichste Weihnachten wenn wir uns nicht mehr sprechen vorher=)
Alles Beste,
Niels aus Bamenda
Montag, 8. Dezember 2008
Nikolaus und zweiter Advent
Hey Ihr!
Wie geht’s, wie stehts? Mal wieder eine Woche vergangen, in der schon einiges passiert ist, die aber auch sehr sehr anstrengend war.
Das letzte Wochenende noch sehr schön im Gedächtnis begann die Woche sehr arbeitsintensiv, was sie bis zum Ende hin bleiben sollte. Einerseits hatte ich natürlich die Arbeit in den Schulen zu meistern, in dessen Unterricht es diese Woche um die Nieren und den Darm ging (ich lern da auch nicht aus, ich muss zugeben, dass ich sehr sehr wenig über unsere Nieren wusste bevor ich mich ein wenig auf den Unterricht vorbereitet hatte). Es ist im Unterricht wirklich nicht leicht, ich fange an verzweifelte Lehrer zu verstehen. Gerade mit der kleinen sprachlichen Barriere noch und meiner Unerfahrenheit ist jede Unterrichtsstunde schon eine Herausforderung, ich muss mir vor allem selbst sagen, dass ich nicht jedem Kind alles beibringen kann, was wohl mein Anspruch ist ein wenig. Aber allein der Unterricht machte die Woche nicht so arbeitsintensiv und anstrengend. Da eigentlich alle Freiwilligen, mit denen ich das Radioprogramm mache im Moment in der Uni oder Schule irgendwo in Kamerun sind musste ich das Programm fast komplett alleine machen, was ich übrigens diese Woche auch machen werde. Das bedeutete, dass ich die Interviews machen, diese schneiden und das Script für die Show am Samstag schreiben musste. Dazu kamen noch Recherchen für unseren Nachrichten-Slot. Da das Thema diese Woche „Volunteering and the International Volunteer's Day“ (frei übersetzt irgendwas wie Freiwilligendasein und eben der Internationale Freiwilligentag, der am Freitag war) war musste ich viele Interviews erst Freitag machen auf einer Feier zum Internationalen Freiwilligentag und hatte dann eben nur den Freitag um das alles zu schneiden und alles fertig zu machen. Das Problem war, dass an dem Computer, auf dem alle Schneideprogramme installiert sind und den ich logischerweise benutzen müsste, irgendwelche Leute versucht haben das Internetnetzwerk zu installieren, was bis 7 Uhr abends gedauert hat. So konnte ich erst um 7 anfangen das ganze Schneideproblem anzugehen, was mich bis 10 Uhr im Büro gehalten halt (!). Total übermüdet bin ich dann eigentlich nur noch ins Bett und hatte nur Radio im Kopf. Samstag morgen bin ich dann leicht nervös aufgewacht, weil ich wusste, dass ich das Radioprogramm heute moderieren muss, hatte zwar Claudine noch mit im Studio aber ich hatte das ganz eProgramm gemacht, weil sie in die Schule gehen musste, und hatte sozusagen schon mehr zu sagen. Beim Radio angekommen holte mich dann die kamerunische Realität mit einem Faustschlag ins Gesicht wieder ein – Kein Strom, kein Radioprogramm. Die ganze Arbeit bis 10 Uhr abends den Abend zuvor fast umsonst. Das war nicht wirklich der beste Start in einen Tag, ich wollte wirklich dieses Programm machen, da ich es ja einfach organisiert hatte. Naja, irgendwie werden wir das Programm nochmal machen die nächsten Monate, dann war das Ganze wenigstens nicht umsonst.
Samstag nachmittag traf ich mich dann mit Sabine, der DED-Entwicklungshelferin hier, und wir gingen auf den Markt und aßen Lunch zusammen. Von dort bin ich nach Hause und eine Runde Joggen durch Wald und Hügel, was hier echt Spaß macht, auch wenn ich merke, dass meine Fitness um mindestens 50 % geschrumpft ist, seit ich hier bin. Vielleicht erholt sich das wieder, aber im Moment bin ich irgendwie erstens nich so motiviert joggen zu gehen, weil auch das Wetter sehr anstrengend ist und zweitens hab ich oft nicht die Zeit wirklich intensiv joggen zu gehen. Nach dem Joggen hab ich mit Gerald den Abend geplant, den wir eigentlich mit einem gemeinsamen Dinner verbringen wollten, was wir aber durch einen Besuch auf der Uniparty von Njis Uni ersetzten. Nachdem wir hier im Viertel sehr leckere weiße Bohnen mit Kochbananen gegessen hatten sind wir um acht zur Uni los, die fast 20 km von uns aus liegt. Bei der Uni angekommen mussten wir noch ganze zwei Stunden warten bis ein Generator besorgt war und die Party auch im Licht von Lampen und mit Musik losgehen konnte. Irgendwie handhaben die Studenten hier Partys anders als wir. Statt einfach Musik aufzulegen und die Sache ihren Lauf nehmen lassen wird hier vieles sehr genau geplant und offiziell gemacht. Das heißt, dass es bevor alle tanzen einen Eröffnungstanz geben muss, der aber erst stattfinden kann, wenn ein paar wichtige Leute ihre Reden geschwungen haben und gewisse Leute eine Ziege angeschnitten haben. Das heißt dann auch, dass es sehr gut 3 Stunden dauern kann, bis die Party eigentlich anfängt, was auch diesen Samstag der Fall war. Um halb eins gings dann endlich los und es war auch richtig gut, nachdem ich mich wirklich beherrschen musste nicht einzuschlafen vorher. Nach vielen guten Tänzen konnten Gerald und ich die Nacht bei Nji verbringen, was den Abend erst möglich machte, weil nachts von dort zurückkommen ist unmöglich.
Sonntag morgen viel zu verschlafen sind wir dann mit dem Taxi zurück und sofort wieder ins Bett, also zumindestens Gerald, den ich den ganzen Tag dann nicht mehr gesehen habe =). Zuhause angekommen erklärte mir Charmain, dass sie an dem Tag runter ins Baptistenzentrum ziehen wird, weil VSO Charmain und Alex das für die letzten zehn Tage hier bezahlt und es einfach luxuriöser ist. Alex wird heute umziehen, sodass ich erstmal wieder alleine bin, was mich ein wenig schlaucht, hatte damit nicht gerechnet, kann aber Alex und Charmain gut verstehen und werde auch einige Nächte unten verbringen bevor die beiden nach Kribi fahren, wo wir uns an Weihnachten treffen werden.
Hab dann Charmain geholfen umzuziehen und hatten dann noch Lunch in einem guten Restaurant bevor Alex und ich uns einen schönen und lustigen letzten Männerabend machen konnten.
Ach ja übrigens habe ich diese Woche endlich zwei Pakete aus Deutschland bekommen, die ich schon fast als vermisst melden wollte, die aber schon seit zwei Wochen in der Post lagen, aber die mich nicht informiert hatten. In dem einen Paket war ein Adventskalender, was mich total gefreut hat und der mir jetzt jeden Morgen ein wenig weihnachtliche Gefühle fühlen lässt. =)
Eigentlich war das alles was ich zu erzählen hatte. Mir geht es eigentlich ganz gut, ich merke dass ich mich einleben kann hier, aber das komische Gefühl wenn ich hier aufwache morgens und die ersten paar Stunden geht so schnell nicht weg. Es ist alles einfach zu anders hier und es dauert eine Ewigkeit sich hier heimisch zu fühlen. Manchmal hätte ich gern einen Tag in Deutschland um dann wieder mit einem guten Gefühl nach Kamerun zurückzukommen, aber man kann ja nich alles haben.
Ich wünsch euch allen nachträglich noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent, ihr sitzt bestimmt in meterhohem Schnee, während ich hier aufpassen muss mich jeden Tag auch gut einzuschmieren (okay die letzten Tage waren sehr regnerisch, aber wenn die Sonne mal scheint dann richtig).
Das Allerbeste für die restlichen Tage bis Weihnachten wünscht euch Niels aus Bamenda!
Wie geht’s, wie stehts? Mal wieder eine Woche vergangen, in der schon einiges passiert ist, die aber auch sehr sehr anstrengend war.
Das letzte Wochenende noch sehr schön im Gedächtnis begann die Woche sehr arbeitsintensiv, was sie bis zum Ende hin bleiben sollte. Einerseits hatte ich natürlich die Arbeit in den Schulen zu meistern, in dessen Unterricht es diese Woche um die Nieren und den Darm ging (ich lern da auch nicht aus, ich muss zugeben, dass ich sehr sehr wenig über unsere Nieren wusste bevor ich mich ein wenig auf den Unterricht vorbereitet hatte). Es ist im Unterricht wirklich nicht leicht, ich fange an verzweifelte Lehrer zu verstehen. Gerade mit der kleinen sprachlichen Barriere noch und meiner Unerfahrenheit ist jede Unterrichtsstunde schon eine Herausforderung, ich muss mir vor allem selbst sagen, dass ich nicht jedem Kind alles beibringen kann, was wohl mein Anspruch ist ein wenig. Aber allein der Unterricht machte die Woche nicht so arbeitsintensiv und anstrengend. Da eigentlich alle Freiwilligen, mit denen ich das Radioprogramm mache im Moment in der Uni oder Schule irgendwo in Kamerun sind musste ich das Programm fast komplett alleine machen, was ich übrigens diese Woche auch machen werde. Das bedeutete, dass ich die Interviews machen, diese schneiden und das Script für die Show am Samstag schreiben musste. Dazu kamen noch Recherchen für unseren Nachrichten-Slot. Da das Thema diese Woche „Volunteering and the International Volunteer's Day“ (frei übersetzt irgendwas wie Freiwilligendasein und eben der Internationale Freiwilligentag, der am Freitag war) war musste ich viele Interviews erst Freitag machen auf einer Feier zum Internationalen Freiwilligentag und hatte dann eben nur den Freitag um das alles zu schneiden und alles fertig zu machen. Das Problem war, dass an dem Computer, auf dem alle Schneideprogramme installiert sind und den ich logischerweise benutzen müsste, irgendwelche Leute versucht haben das Internetnetzwerk zu installieren, was bis 7 Uhr abends gedauert hat. So konnte ich erst um 7 anfangen das ganze Schneideproblem anzugehen, was mich bis 10 Uhr im Büro gehalten halt (!). Total übermüdet bin ich dann eigentlich nur noch ins Bett und hatte nur Radio im Kopf. Samstag morgen bin ich dann leicht nervös aufgewacht, weil ich wusste, dass ich das Radioprogramm heute moderieren muss, hatte zwar Claudine noch mit im Studio aber ich hatte das ganz eProgramm gemacht, weil sie in die Schule gehen musste, und hatte sozusagen schon mehr zu sagen. Beim Radio angekommen holte mich dann die kamerunische Realität mit einem Faustschlag ins Gesicht wieder ein – Kein Strom, kein Radioprogramm. Die ganze Arbeit bis 10 Uhr abends den Abend zuvor fast umsonst. Das war nicht wirklich der beste Start in einen Tag, ich wollte wirklich dieses Programm machen, da ich es ja einfach organisiert hatte. Naja, irgendwie werden wir das Programm nochmal machen die nächsten Monate, dann war das Ganze wenigstens nicht umsonst.
Samstag nachmittag traf ich mich dann mit Sabine, der DED-Entwicklungshelferin hier, und wir gingen auf den Markt und aßen Lunch zusammen. Von dort bin ich nach Hause und eine Runde Joggen durch Wald und Hügel, was hier echt Spaß macht, auch wenn ich merke, dass meine Fitness um mindestens 50 % geschrumpft ist, seit ich hier bin. Vielleicht erholt sich das wieder, aber im Moment bin ich irgendwie erstens nich so motiviert joggen zu gehen, weil auch das Wetter sehr anstrengend ist und zweitens hab ich oft nicht die Zeit wirklich intensiv joggen zu gehen. Nach dem Joggen hab ich mit Gerald den Abend geplant, den wir eigentlich mit einem gemeinsamen Dinner verbringen wollten, was wir aber durch einen Besuch auf der Uniparty von Njis Uni ersetzten. Nachdem wir hier im Viertel sehr leckere weiße Bohnen mit Kochbananen gegessen hatten sind wir um acht zur Uni los, die fast 20 km von uns aus liegt. Bei der Uni angekommen mussten wir noch ganze zwei Stunden warten bis ein Generator besorgt war und die Party auch im Licht von Lampen und mit Musik losgehen konnte. Irgendwie handhaben die Studenten hier Partys anders als wir. Statt einfach Musik aufzulegen und die Sache ihren Lauf nehmen lassen wird hier vieles sehr genau geplant und offiziell gemacht. Das heißt, dass es bevor alle tanzen einen Eröffnungstanz geben muss, der aber erst stattfinden kann, wenn ein paar wichtige Leute ihre Reden geschwungen haben und gewisse Leute eine Ziege angeschnitten haben. Das heißt dann auch, dass es sehr gut 3 Stunden dauern kann, bis die Party eigentlich anfängt, was auch diesen Samstag der Fall war. Um halb eins gings dann endlich los und es war auch richtig gut, nachdem ich mich wirklich beherrschen musste nicht einzuschlafen vorher. Nach vielen guten Tänzen konnten Gerald und ich die Nacht bei Nji verbringen, was den Abend erst möglich machte, weil nachts von dort zurückkommen ist unmöglich.
Sonntag morgen viel zu verschlafen sind wir dann mit dem Taxi zurück und sofort wieder ins Bett, also zumindestens Gerald, den ich den ganzen Tag dann nicht mehr gesehen habe =). Zuhause angekommen erklärte mir Charmain, dass sie an dem Tag runter ins Baptistenzentrum ziehen wird, weil VSO Charmain und Alex das für die letzten zehn Tage hier bezahlt und es einfach luxuriöser ist. Alex wird heute umziehen, sodass ich erstmal wieder alleine bin, was mich ein wenig schlaucht, hatte damit nicht gerechnet, kann aber Alex und Charmain gut verstehen und werde auch einige Nächte unten verbringen bevor die beiden nach Kribi fahren, wo wir uns an Weihnachten treffen werden.
Hab dann Charmain geholfen umzuziehen und hatten dann noch Lunch in einem guten Restaurant bevor Alex und ich uns einen schönen und lustigen letzten Männerabend machen konnten.
Ach ja übrigens habe ich diese Woche endlich zwei Pakete aus Deutschland bekommen, die ich schon fast als vermisst melden wollte, die aber schon seit zwei Wochen in der Post lagen, aber die mich nicht informiert hatten. In dem einen Paket war ein Adventskalender, was mich total gefreut hat und der mir jetzt jeden Morgen ein wenig weihnachtliche Gefühle fühlen lässt. =)
Eigentlich war das alles was ich zu erzählen hatte. Mir geht es eigentlich ganz gut, ich merke dass ich mich einleben kann hier, aber das komische Gefühl wenn ich hier aufwache morgens und die ersten paar Stunden geht so schnell nicht weg. Es ist alles einfach zu anders hier und es dauert eine Ewigkeit sich hier heimisch zu fühlen. Manchmal hätte ich gern einen Tag in Deutschland um dann wieder mit einem guten Gefühl nach Kamerun zurückzukommen, aber man kann ja nich alles haben.
Ich wünsch euch allen nachträglich noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent, ihr sitzt bestimmt in meterhohem Schnee, während ich hier aufpassen muss mich jeden Tag auch gut einzuschmieren (okay die letzten Tage waren sehr regnerisch, aber wenn die Sonne mal scheint dann richtig).
Das Allerbeste für die restlichen Tage bis Weihnachten wünscht euch Niels aus Bamenda!
Dienstag, 2. Dezember 2008
Von kaputten Bussen, traditionellen Festen, betrunkenen Taxifahrern und viele guten Freundschaften
Hey Ihr Alle!
Das is seit langem wieder der erste Blog, den ich sozusagen live ins Internet schreibe und nicht vorschreiben muss, um ihn dann mit dem USB Stick im Internet Cafe reinzustellen. Wir haben naemlich endlich, endlich Internet im Office, zumindestens an einem Computer!
Jetzt sitz ich hier um sechs Uhr abends und nutze das auch erstmal aus euch von meinem Wochenende zu schreiben, das sehr sehr erreignisreich war...
Nachdem die Woche wirklich gut geendet hatte und ich am Donnerstag das erste Mal das Website Training bei Steve (einem VSO- Volunteer) besuchen konnte und danach das ganze Youth Outreach Team Patience Geburtstag in einem Restaurant gefeiert hat, was wirklich sehr schoen war, fuhr ich Freitag Mittag nach Bafoussam, wo ich eigentlich, nach meiner Planung, um ca. 2 uhr ankommen sollte.
Aber weil Planen in Kamerun nicht so in Mode ist, sollte es natuerlich nicht nach meinem Zeitplan laufen. Anfangs war ich noch guter Dinge, nur eine Stunde Wartezeit bis der Bus losfuhr, das is wirklich sehr gut! Doch nach 10 km sollte sich meine Hochstimmung in Hinblick auf meine Zeitplanung und meine Vorfreude auf Baham und Nico schlagartig in Verzweiflung umschlagen.
Das Gleiche, was uns mit dem DED Bus auf dem Weg vonYaounde nach Bamenda passierte, musste natuerlich jetzt meinem schoenen Buschtaxi passieren. Nach nur 10 km!!
Gut, alle raus aus dem Bus. Was nun, dachte ich mir und sah mich um. Ich war irgendwo, aber garantiert nicht da, wo ich hingehoerte. Aber weil kamerunische "Planung" nicht nur Nachteile hat, sondern auch mit sich bringt, das man einfach in irgendeinen Bus steigen kann, wenn noch Plaetze frei sind, konnte ich den naechstbesten Bus nehmen, zwar auf Bezahlung von weiteren umgerechnet 1,50 euro aber okay, was goennt man sich nicht alles...
Nach ca. 5 1/2 Stunden Fahrt(!), die eignetlich nur 2 Stunden lang sein sollte, kam ich dann auch endlich in Baham an, wo ich Nico und Jannik in einer Bar traf, zusammen mit ein paar kamerunischen Freunden von Nico. Den Abend entspannten wir eigentlich groesstenteils, da wir ja morgens ganz frueh nach Foumban aufbrechen wollten, wo ein grosses traditionelles Fest stattfinden sollte. Foumban, nur das nebenbei, ist die groesste traditionelle Stadt Kameruns, was auch immer das bedeutet, hab ich heut zufaellig in einem Heft im Klassenraum der einen Grundschule gelesen=) es wird wohl das Koenigreich Foumban sein, was mit das Groesste im Land ist und auch das traditionelle Handwerk soll riesig verbreitet sein in dem kleinen Staedtchen.
Um das alles mit eigenen Augen zu sehen, machten wir uns Samstag morgen auf den Weg. Eigentlich hatten wir damit gerechnet auch mit Katharina, Hannah, Moni (aus Bafoussam) und Lea (aus Buea) hinzufahren, aber die Maedels kniffen aus gesundheitlichen Gruenden, sodass wir drei Jungs auf uns alleine gestellt waren. Wir haderten lange, weil wir nicht wussten, wie wir nach Foumban kommen sollten. Eigentlich weniger mit grosser Hoffnung fragten wir unseren Taxifahrer der uns eigentlich nur von Baham nach Bafoussam bringen sollte, ob der nich auch gleich weiterfahren koennte nach Foumban (was eine Stunde entfernt liegt). Er machte es fuer einen verhandelten Preis von 20 000 Francs (30 Euro) was viel zu viel war, aber das Fest in Foumban sollte es wert sein...
Dort sicher angekommen konnten wir noch die Eroeffnungszeremonie im Palast mitbekommen, bevor alle Leute ins benachbarte Stadion zogen und wir uns einfach anschlossen. Im Stadion selbst schien dann jeder einen festen Sitzplatz zu haben, ausser die drei deutschen Vertreter in Gestalt von Nico, Jannik und mir. Hilflos hielten wir uns an einen Guard, dem wir erklaerten dass wir ja eigentlich gar keine Eintrittskarten hatten und dementsprechend auch nicht wussten wo wir eigentlich sitzen koennen. Mal wieder erfreute mich dieses Land, das so Dinge einfach anders angeht. Anstatt uns einfach vor die Tuer zu setzen bekamen wir wirklich gute Stehplaetze auf dem Podest, von dem wir aus die ueberaus interessante traditionelle koenigliche Zeremonie verfolgen konnten.
Nach vielen Reden ( ein Hauptbestandteil des Festes waren nicht die von uns erwarteten traditionellen Taenze sondern die Chance der Bevoelkerung dem Koenig ihre Sorgen und Wuensche vorzutragen, auch interessant), der Opferung einer Ziege und vielem Gesang konnten wir einfach nicht mehr fuer das abschliessende Schiessen stehenbleiben, es ging nach 4 stunden einfach nicht mehr.
Vom Stadion quaelten wir uns durch riesen Menschenmassen zu einem Ort zum Essen, den wir nach verzweifelter Suche auc hirgendwann fanden. Das Essen selbst war nicht so schlecht, wenn man die hygienischen Bedingungen mal ausser Acht laesst, aber dass der Preis desselben auf Verhandlungsbasis ausgelegt war wussten wir nicht und umso erstaunter waren wir als der Kellner uns fuer drei Portionen Cous-Cous und ein wenig Fleisch 9000 Francs (14 Euro) berechnen wollte. Nach starker Verhandlung landeten wir schliesslich bei 3000 Francs, was glaub ich immer noch zuviel war aber okay. Das war schon sehr sehr interessant. 9000 Francs fuer Cous Cous, tse sowas gibts...
Ansonsten konnten wir den Rest des Nachmittags noch ein paar traditionelle Handwerkslaeden besuchen, bevor wir unseren Taxifahrer trafen. Mir schien schon der Blick den er hatte, als er uns begruesste nich ganz geheuer zu sein und der erste Verdacht, dass er womoeglich betrunken ist, sollte sich dann auch spaeter auf der Fahrt bestaetigen. Ihr glaubt nicht, was ich fuer eine Angst hatte in diesem Taxi. Die Fahrt zurueck teilte ich glaub ich rein instinktiv in Ueberlebensetappen ein. Die Erste war lebend aus dem Stadtverkehr in Foumban rauszukommen, was wir irgendwie schafften, aber ich sage euch, nur sehr sehr knapp. Auf der zweiten weitaus groesseren Etappe, der Landstrasse zwischen Foumban und Bafoussam, kam die Angst dann wirklich an die Oberflaeche. Nach vielen geschnittenen Kurven und der Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h konnten wir ihn letztendlich gluecklicherweise dazu ueberreden doch bitte nicht schneller als 80 zu fahren, was er auch mit Muehe und mehrmaliger Aufforderung dann auch tat. Die letzte Etappe war dann noch der Stadtverkehr in Bafoussam, den wir durch tausend Schlagloecher hinweg auch ueberlebten. Ich war noch nie so froh aus einem Taxi zu steigen!!
Lebend also angekommen fuhren wir zu Monika, wo wir ihren Geburtstag nachfeierten und echt gutes Essen geniessen konnten. Der Abend war dann auch ganz gut und so gingen wir zufrieden zu Bett, und vor allem wir Jungs waren froh diese Nacht noch lebend mitzubekommen und teilten uns dementsprechend sehr gerne eine zu kleine Matratze und Decke.
Sonntag fuhr ich dann mit den VSO Freiwilligen die auch in Bafoussam waren, also auch Alex und Charmain, meine Mitbewohner, zurueck waehrend die anderen noch den Tag an einem Wasserfall ausserhalb von Bafoussam geniessen konnten, aber dazu hatte ich leider nicht die Zeit, welche bestimmt noch kommen wird dieses Jahr.
Die Woche ist bis jetzt ganz angenehm, hab relativ viel zu tun, vor allem fuer das Radio, das ich diese Woche alleine auf die Beine stellen muss. Deswegen war ich heut, neben dem Unterricht in den Schulen auch viel unterwegs um Interviews zu machen. Das Thema diese Woche: International Volunteering Day, der am Freitag ist.
Ansonsten werd ich am Donnerstag wieder das Website Training besuchen und wenn wir dann die naechsten Wochen auch Internet in die einzelnen Raeume kriegen kann ich endlich anfangen wirklich in das Homepagedesign einzusteigen, da freu ich mich riesig drauf. Jetzt werd ich den Abend noch ruhig ausklingen lassen.
Ich hoffe ihr hattet alle einen schoenen ersten Advent, der ein wenig weihnachtlicher war als meiner hier bei 30 Grad im Schatten. Weihnachten verbringe ich ja wie ihr wisst am Strand in Kribi, was jetzt nur noch 3 Wochen weg ist. Das wird richtig schoen glaube ich. Es ist toll zu wissen, dass da noch 8 andere DED Freiwillige in Kamerun sind und wir uns alle so gut verstehen. Ich glaube Kribi und danach Silvester in Limbe wird eine richtig gute Sache fuer uns alle!
Ich wuensche euch das Beste und lass euch die liebsten Gruesse hier!
Bald mehr vom Niels aus Bamenda
Das is seit langem wieder der erste Blog, den ich sozusagen live ins Internet schreibe und nicht vorschreiben muss, um ihn dann mit dem USB Stick im Internet Cafe reinzustellen. Wir haben naemlich endlich, endlich Internet im Office, zumindestens an einem Computer!
Jetzt sitz ich hier um sechs Uhr abends und nutze das auch erstmal aus euch von meinem Wochenende zu schreiben, das sehr sehr erreignisreich war...
Nachdem die Woche wirklich gut geendet hatte und ich am Donnerstag das erste Mal das Website Training bei Steve (einem VSO- Volunteer) besuchen konnte und danach das ganze Youth Outreach Team Patience Geburtstag in einem Restaurant gefeiert hat, was wirklich sehr schoen war, fuhr ich Freitag Mittag nach Bafoussam, wo ich eigentlich, nach meiner Planung, um ca. 2 uhr ankommen sollte.
Aber weil Planen in Kamerun nicht so in Mode ist, sollte es natuerlich nicht nach meinem Zeitplan laufen. Anfangs war ich noch guter Dinge, nur eine Stunde Wartezeit bis der Bus losfuhr, das is wirklich sehr gut! Doch nach 10 km sollte sich meine Hochstimmung in Hinblick auf meine Zeitplanung und meine Vorfreude auf Baham und Nico schlagartig in Verzweiflung umschlagen.
Das Gleiche, was uns mit dem DED Bus auf dem Weg vonYaounde nach Bamenda passierte, musste natuerlich jetzt meinem schoenen Buschtaxi passieren. Nach nur 10 km!!
Gut, alle raus aus dem Bus. Was nun, dachte ich mir und sah mich um. Ich war irgendwo, aber garantiert nicht da, wo ich hingehoerte. Aber weil kamerunische "Planung" nicht nur Nachteile hat, sondern auch mit sich bringt, das man einfach in irgendeinen Bus steigen kann, wenn noch Plaetze frei sind, konnte ich den naechstbesten Bus nehmen, zwar auf Bezahlung von weiteren umgerechnet 1,50 euro aber okay, was goennt man sich nicht alles...
Nach ca. 5 1/2 Stunden Fahrt(!), die eignetlich nur 2 Stunden lang sein sollte, kam ich dann auch endlich in Baham an, wo ich Nico und Jannik in einer Bar traf, zusammen mit ein paar kamerunischen Freunden von Nico. Den Abend entspannten wir eigentlich groesstenteils, da wir ja morgens ganz frueh nach Foumban aufbrechen wollten, wo ein grosses traditionelles Fest stattfinden sollte. Foumban, nur das nebenbei, ist die groesste traditionelle Stadt Kameruns, was auch immer das bedeutet, hab ich heut zufaellig in einem Heft im Klassenraum der einen Grundschule gelesen=) es wird wohl das Koenigreich Foumban sein, was mit das Groesste im Land ist und auch das traditionelle Handwerk soll riesig verbreitet sein in dem kleinen Staedtchen.
Um das alles mit eigenen Augen zu sehen, machten wir uns Samstag morgen auf den Weg. Eigentlich hatten wir damit gerechnet auch mit Katharina, Hannah, Moni (aus Bafoussam) und Lea (aus Buea) hinzufahren, aber die Maedels kniffen aus gesundheitlichen Gruenden, sodass wir drei Jungs auf uns alleine gestellt waren. Wir haderten lange, weil wir nicht wussten, wie wir nach Foumban kommen sollten. Eigentlich weniger mit grosser Hoffnung fragten wir unseren Taxifahrer der uns eigentlich nur von Baham nach Bafoussam bringen sollte, ob der nich auch gleich weiterfahren koennte nach Foumban (was eine Stunde entfernt liegt). Er machte es fuer einen verhandelten Preis von 20 000 Francs (30 Euro) was viel zu viel war, aber das Fest in Foumban sollte es wert sein...
Dort sicher angekommen konnten wir noch die Eroeffnungszeremonie im Palast mitbekommen, bevor alle Leute ins benachbarte Stadion zogen und wir uns einfach anschlossen. Im Stadion selbst schien dann jeder einen festen Sitzplatz zu haben, ausser die drei deutschen Vertreter in Gestalt von Nico, Jannik und mir. Hilflos hielten wir uns an einen Guard, dem wir erklaerten dass wir ja eigentlich gar keine Eintrittskarten hatten und dementsprechend auch nicht wussten wo wir eigentlich sitzen koennen. Mal wieder erfreute mich dieses Land, das so Dinge einfach anders angeht. Anstatt uns einfach vor die Tuer zu setzen bekamen wir wirklich gute Stehplaetze auf dem Podest, von dem wir aus die ueberaus interessante traditionelle koenigliche Zeremonie verfolgen konnten.
Nach vielen Reden ( ein Hauptbestandteil des Festes waren nicht die von uns erwarteten traditionellen Taenze sondern die Chance der Bevoelkerung dem Koenig ihre Sorgen und Wuensche vorzutragen, auch interessant), der Opferung einer Ziege und vielem Gesang konnten wir einfach nicht mehr fuer das abschliessende Schiessen stehenbleiben, es ging nach 4 stunden einfach nicht mehr.
Vom Stadion quaelten wir uns durch riesen Menschenmassen zu einem Ort zum Essen, den wir nach verzweifelter Suche auc hirgendwann fanden. Das Essen selbst war nicht so schlecht, wenn man die hygienischen Bedingungen mal ausser Acht laesst, aber dass der Preis desselben auf Verhandlungsbasis ausgelegt war wussten wir nicht und umso erstaunter waren wir als der Kellner uns fuer drei Portionen Cous-Cous und ein wenig Fleisch 9000 Francs (14 Euro) berechnen wollte. Nach starker Verhandlung landeten wir schliesslich bei 3000 Francs, was glaub ich immer noch zuviel war aber okay. Das war schon sehr sehr interessant. 9000 Francs fuer Cous Cous, tse sowas gibts...
Ansonsten konnten wir den Rest des Nachmittags noch ein paar traditionelle Handwerkslaeden besuchen, bevor wir unseren Taxifahrer trafen. Mir schien schon der Blick den er hatte, als er uns begruesste nich ganz geheuer zu sein und der erste Verdacht, dass er womoeglich betrunken ist, sollte sich dann auch spaeter auf der Fahrt bestaetigen. Ihr glaubt nicht, was ich fuer eine Angst hatte in diesem Taxi. Die Fahrt zurueck teilte ich glaub ich rein instinktiv in Ueberlebensetappen ein. Die Erste war lebend aus dem Stadtverkehr in Foumban rauszukommen, was wir irgendwie schafften, aber ich sage euch, nur sehr sehr knapp. Auf der zweiten weitaus groesseren Etappe, der Landstrasse zwischen Foumban und Bafoussam, kam die Angst dann wirklich an die Oberflaeche. Nach vielen geschnittenen Kurven und der Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h konnten wir ihn letztendlich gluecklicherweise dazu ueberreden doch bitte nicht schneller als 80 zu fahren, was er auch mit Muehe und mehrmaliger Aufforderung dann auch tat. Die letzte Etappe war dann noch der Stadtverkehr in Bafoussam, den wir durch tausend Schlagloecher hinweg auch ueberlebten. Ich war noch nie so froh aus einem Taxi zu steigen!!
Lebend also angekommen fuhren wir zu Monika, wo wir ihren Geburtstag nachfeierten und echt gutes Essen geniessen konnten. Der Abend war dann auch ganz gut und so gingen wir zufrieden zu Bett, und vor allem wir Jungs waren froh diese Nacht noch lebend mitzubekommen und teilten uns dementsprechend sehr gerne eine zu kleine Matratze und Decke.
Sonntag fuhr ich dann mit den VSO Freiwilligen die auch in Bafoussam waren, also auch Alex und Charmain, meine Mitbewohner, zurueck waehrend die anderen noch den Tag an einem Wasserfall ausserhalb von Bafoussam geniessen konnten, aber dazu hatte ich leider nicht die Zeit, welche bestimmt noch kommen wird dieses Jahr.
Die Woche ist bis jetzt ganz angenehm, hab relativ viel zu tun, vor allem fuer das Radio, das ich diese Woche alleine auf die Beine stellen muss. Deswegen war ich heut, neben dem Unterricht in den Schulen auch viel unterwegs um Interviews zu machen. Das Thema diese Woche: International Volunteering Day, der am Freitag ist.
Ansonsten werd ich am Donnerstag wieder das Website Training besuchen und wenn wir dann die naechsten Wochen auch Internet in die einzelnen Raeume kriegen kann ich endlich anfangen wirklich in das Homepagedesign einzusteigen, da freu ich mich riesig drauf. Jetzt werd ich den Abend noch ruhig ausklingen lassen.
Ich hoffe ihr hattet alle einen schoenen ersten Advent, der ein wenig weihnachtlicher war als meiner hier bei 30 Grad im Schatten. Weihnachten verbringe ich ja wie ihr wisst am Strand in Kribi, was jetzt nur noch 3 Wochen weg ist. Das wird richtig schoen glaube ich. Es ist toll zu wissen, dass da noch 8 andere DED Freiwillige in Kamerun sind und wir uns alle so gut verstehen. Ich glaube Kribi und danach Silvester in Limbe wird eine richtig gute Sache fuer uns alle!
Ich wuensche euch das Beste und lass euch die liebsten Gruesse hier!
Bald mehr vom Niels aus Bamenda
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