Hey Ihr!
Wie geht’s, wie stehts? Mal wieder eine Woche vergangen, in der schon einiges passiert ist, die aber auch sehr sehr anstrengend war.
Das letzte Wochenende noch sehr schön im Gedächtnis begann die Woche sehr arbeitsintensiv, was sie bis zum Ende hin bleiben sollte. Einerseits hatte ich natürlich die Arbeit in den Schulen zu meistern, in dessen Unterricht es diese Woche um die Nieren und den Darm ging (ich lern da auch nicht aus, ich muss zugeben, dass ich sehr sehr wenig über unsere Nieren wusste bevor ich mich ein wenig auf den Unterricht vorbereitet hatte). Es ist im Unterricht wirklich nicht leicht, ich fange an verzweifelte Lehrer zu verstehen. Gerade mit der kleinen sprachlichen Barriere noch und meiner Unerfahrenheit ist jede Unterrichtsstunde schon eine Herausforderung, ich muss mir vor allem selbst sagen, dass ich nicht jedem Kind alles beibringen kann, was wohl mein Anspruch ist ein wenig. Aber allein der Unterricht machte die Woche nicht so arbeitsintensiv und anstrengend. Da eigentlich alle Freiwilligen, mit denen ich das Radioprogramm mache im Moment in der Uni oder Schule irgendwo in Kamerun sind musste ich das Programm fast komplett alleine machen, was ich übrigens diese Woche auch machen werde. Das bedeutete, dass ich die Interviews machen, diese schneiden und das Script für die Show am Samstag schreiben musste. Dazu kamen noch Recherchen für unseren Nachrichten-Slot. Da das Thema diese Woche „Volunteering and the International Volunteer's Day“ (frei übersetzt irgendwas wie Freiwilligendasein und eben der Internationale Freiwilligentag, der am Freitag war) war musste ich viele Interviews erst Freitag machen auf einer Feier zum Internationalen Freiwilligentag und hatte dann eben nur den Freitag um das alles zu schneiden und alles fertig zu machen. Das Problem war, dass an dem Computer, auf dem alle Schneideprogramme installiert sind und den ich logischerweise benutzen müsste, irgendwelche Leute versucht haben das Internetnetzwerk zu installieren, was bis 7 Uhr abends gedauert hat. So konnte ich erst um 7 anfangen das ganze Schneideproblem anzugehen, was mich bis 10 Uhr im Büro gehalten halt (!). Total übermüdet bin ich dann eigentlich nur noch ins Bett und hatte nur Radio im Kopf. Samstag morgen bin ich dann leicht nervös aufgewacht, weil ich wusste, dass ich das Radioprogramm heute moderieren muss, hatte zwar Claudine noch mit im Studio aber ich hatte das ganz eProgramm gemacht, weil sie in die Schule gehen musste, und hatte sozusagen schon mehr zu sagen. Beim Radio angekommen holte mich dann die kamerunische Realität mit einem Faustschlag ins Gesicht wieder ein – Kein Strom, kein Radioprogramm. Die ganze Arbeit bis 10 Uhr abends den Abend zuvor fast umsonst. Das war nicht wirklich der beste Start in einen Tag, ich wollte wirklich dieses Programm machen, da ich es ja einfach organisiert hatte. Naja, irgendwie werden wir das Programm nochmal machen die nächsten Monate, dann war das Ganze wenigstens nicht umsonst.
Samstag nachmittag traf ich mich dann mit Sabine, der DED-Entwicklungshelferin hier, und wir gingen auf den Markt und aßen Lunch zusammen. Von dort bin ich nach Hause und eine Runde Joggen durch Wald und Hügel, was hier echt Spaß macht, auch wenn ich merke, dass meine Fitness um mindestens 50 % geschrumpft ist, seit ich hier bin. Vielleicht erholt sich das wieder, aber im Moment bin ich irgendwie erstens nich so motiviert joggen zu gehen, weil auch das Wetter sehr anstrengend ist und zweitens hab ich oft nicht die Zeit wirklich intensiv joggen zu gehen. Nach dem Joggen hab ich mit Gerald den Abend geplant, den wir eigentlich mit einem gemeinsamen Dinner verbringen wollten, was wir aber durch einen Besuch auf der Uniparty von Njis Uni ersetzten. Nachdem wir hier im Viertel sehr leckere weiße Bohnen mit Kochbananen gegessen hatten sind wir um acht zur Uni los, die fast 20 km von uns aus liegt. Bei der Uni angekommen mussten wir noch ganze zwei Stunden warten bis ein Generator besorgt war und die Party auch im Licht von Lampen und mit Musik losgehen konnte. Irgendwie handhaben die Studenten hier Partys anders als wir. Statt einfach Musik aufzulegen und die Sache ihren Lauf nehmen lassen wird hier vieles sehr genau geplant und offiziell gemacht. Das heißt, dass es bevor alle tanzen einen Eröffnungstanz geben muss, der aber erst stattfinden kann, wenn ein paar wichtige Leute ihre Reden geschwungen haben und gewisse Leute eine Ziege angeschnitten haben. Das heißt dann auch, dass es sehr gut 3 Stunden dauern kann, bis die Party eigentlich anfängt, was auch diesen Samstag der Fall war. Um halb eins gings dann endlich los und es war auch richtig gut, nachdem ich mich wirklich beherrschen musste nicht einzuschlafen vorher. Nach vielen guten Tänzen konnten Gerald und ich die Nacht bei Nji verbringen, was den Abend erst möglich machte, weil nachts von dort zurückkommen ist unmöglich.
Sonntag morgen viel zu verschlafen sind wir dann mit dem Taxi zurück und sofort wieder ins Bett, also zumindestens Gerald, den ich den ganzen Tag dann nicht mehr gesehen habe =). Zuhause angekommen erklärte mir Charmain, dass sie an dem Tag runter ins Baptistenzentrum ziehen wird, weil VSO Charmain und Alex das für die letzten zehn Tage hier bezahlt und es einfach luxuriöser ist. Alex wird heute umziehen, sodass ich erstmal wieder alleine bin, was mich ein wenig schlaucht, hatte damit nicht gerechnet, kann aber Alex und Charmain gut verstehen und werde auch einige Nächte unten verbringen bevor die beiden nach Kribi fahren, wo wir uns an Weihnachten treffen werden.
Hab dann Charmain geholfen umzuziehen und hatten dann noch Lunch in einem guten Restaurant bevor Alex und ich uns einen schönen und lustigen letzten Männerabend machen konnten.
Ach ja übrigens habe ich diese Woche endlich zwei Pakete aus Deutschland bekommen, die ich schon fast als vermisst melden wollte, die aber schon seit zwei Wochen in der Post lagen, aber die mich nicht informiert hatten. In dem einen Paket war ein Adventskalender, was mich total gefreut hat und der mir jetzt jeden Morgen ein wenig weihnachtliche Gefühle fühlen lässt. =)
Eigentlich war das alles was ich zu erzählen hatte. Mir geht es eigentlich ganz gut, ich merke dass ich mich einleben kann hier, aber das komische Gefühl wenn ich hier aufwache morgens und die ersten paar Stunden geht so schnell nicht weg. Es ist alles einfach zu anders hier und es dauert eine Ewigkeit sich hier heimisch zu fühlen. Manchmal hätte ich gern einen Tag in Deutschland um dann wieder mit einem guten Gefühl nach Kamerun zurückzukommen, aber man kann ja nich alles haben.
Ich wünsch euch allen nachträglich noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent, ihr sitzt bestimmt in meterhohem Schnee, während ich hier aufpassen muss mich jeden Tag auch gut einzuschmieren (okay die letzten Tage waren sehr regnerisch, aber wenn die Sonne mal scheint dann richtig).
Das Allerbeste für die restlichen Tage bis Weihnachten wünscht euch Niels aus Bamenda!
Montag, 8. Dezember 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen