Achja die gute alte Zeit. Wo hatte man sich nicht alles an Zeiten gehalten? Als kleines Kind an die Essenszeiten, die fest eingehalten werden sollten, damit es im Magen ja nicht rumort, dann an die Schulzeiten (und das sollte noch ins Erwachsenenleben hineinreichen), die Trainingszeiten, die Abfahrtszeiten für Busse, Bahn oder Mitfahrgelegenheiten, die Prüfungszeiten oder an die deftigen Brotzeiten zwischendurch, die „Du-kommst-aber-vor-Zwölf-nach-Hause“- Zeiten und natürlich an die Freizeiten (wobei hier auch nochmal unterschieden werden könnte, aber das würde zu lange dauern).
Er saß bei einer recht guten Tasse Tee an seinem kleinen von „seinem“ Schreiner neu gebauten Schreibtisch und genoss die eben noch nicht erwähnte Feierabendszeit, indem er sich Gedanken über die Zeit machte, die er seit einigen Monaten durch mindestens tausend verschiedene Blickwinkel gesehen und gedanklich durch mehrere hundert Fleischwölfe gedreht hatte. Wie dreht man die Zeit durch einen Fleischwolf? Das können wohl eigentlich nur diejenigen nachvollziehen, weitererzählen und erklären, die eine längere Zeit im Ausland waren, dabei ein wenig Probleme beim Einleben hatten und ihr Zuhause zu sehr, ja fast schon irrational stark, vermisst haben. So schwer ist das nämlich gar nicht mit dem Fleischwolf und der Zeit. Ich nehme mal mich als Beispiel, begonn er in Gedanken zu sinnieren. Ich bin hier letzten September angekommen, das sind jetzt in einer Woche gut 5 Monate, die ich nicht mehr auf heimischem Boden verbracht habe. Die 5 Monate sind ungefähr 150 Tage von gut 365, die ich hier insgesamt verbringe. Bleiben also noch 215 Tage, was so gut wie sieben Monate sind. Am Donnerstag vor 7 Monaten war ich auf einem Open Air Konzert, was der Hammer war. Moment, wie fühlt sich das an nochmal solange hier zu sein?
Keinen Plan, also weiter mit der Rechnung, die bestimmt zu etwas führen wird.
In gut 8 Monaten und einer Woche bin ich dann also schon einen Monat wieder zuhause, also das heißt, dass ich dann auch schon angefangen habe zu studieren. Vor 8 Monaten war mein Abi grad über die Bühne gegangen und hatte sich sogleich in den Sommerferien verabschiedet, um jetzt ein Jahr Auszeit zu nehmen. So weit weg kommen mir die letzten Prüfungen gar nicht vor, also kanns ja nicht mehr so schlimm sein noch 8 Monate auf meine Besten zuhause warten zu müssen.
Jetzt kam er nicht mehr weiter mit seinen Gedanken, die Zeit hatte sich im Fleischwolf verfangen und es war klar, dass er zu keinem sinnigen Schluss kommen würde. Warum er sich all diese Gedanken machte, war ihm schon klar und ein wenig unheimlich. Es bedeutete schon, dass er sich sehr nach Zuhause sehnte. Er konnte es sich so gut gehen lassen wie er wollte, so wie er es im Moment bei dieser wirklich guten (um es nochmal zu betonen) Tasse Tee tat, so richtig wurde er die Sehnsucht nicht los.
Ob das nun ein wirklich schlechtes oder ein normales oder ein beruhigendes Zeichen war konnte er sich nicht beantworten. Eins konnte er aber sagen: er hatte sich im Berechnen von Monaten, Tagen, Stunden und Minuten unheimlich verbessert, die Zeit war für ihn kein Mysterium mehr. Andererseits war es genau das, ein Mysterium, das ihn dieses ganze Jahr begleiten wird und ihm ruhelose Gedanken bereiten wird.
Einen Gedanken, der ihm gerade in den Sinn gekommen war, fand er aufbauend und logisch zugleich. Eigentlich, so sagte er sich, sieht es im Moment so aus, als ob ich das Berechnen der Zeit nur dem Berechnen der Zeit zuliebe mache, nicht weil ich unstillbare Sehnsucht nach Zuhause habe. Einmal damit angefangen ist es halt schwer wieder aufzuhören, bestärkte er sich in seiner Idee, die ihm heute mal etwas Druck von ihm nehmen sollte. Den Druck endlich die Zeit begreifen zu können, endlich Ruhe zu finden, im Angesicht der Zeit, die ihm hier noch blieb und die auf ihn zu Hause wartete. Diese Ruhe ist wohl das A und O der ganzen Geschichte hier, der Schlüssel zur Zufriedenheit. Wenn ich für mich selbst die Zeit akzeptiert habe, habe ich Ruhe und die Ruhe hilft mir zu genießen und nicht alles in eine Zeitrechnungsformel einzubeziehen.
Er schaute auf seine Uhr und bemerkte, dass er 10 Minuten zu spät zum Meeting kommen würde, das er selbst einberufen hatte. Mit seinen Unterlagen im Arm schlenderte er Richtung Sitzecke, wo das Meeting stattfinden sollte. Er wusste, wie es kommen würde – und er sollte Recht behalten.
Ja, er war nicht nur 10 sondern ganze 15 Minuten zu spät, aber außer ihm war nur noch Kate da, eine von den 4 erwarteten Freiwilligen mit denen er zusammenarbeitete. Er schaute auf die Wanduhr im Büro, die seines Erachtens nach 15 Minuten nachging, im Office aber Gültigkeit besaß. Das Problem bei der ganzen Geschichte war nur, dass jede Uhr im Büro Gültigkeit besaß und dass jede dieser Uhren anders ging. Eine Sache, die er in Kamerun mit Erstaunen immer öfter feststellte – es gab nicht DIE eine Uhrzeit, es gab Uhrzeiten und das hatte durchaus Vorteile, jeder war pünktlich, es war nur eine Frage der Auslegung.
Es muss schwer sein als Kameruner die Zeit durch einen Fleischwolf zu drehen. Der Gedanke machte ihm Mut, er musste lächeln und machte sich auf dem Sofa bereit einige Zeit zu warten.
Montag, 9. März 2009
3 - Warten
Warten – eigentlich dreht sich alles ums Warten. Das ist nicht nur in Kamerun so, das Leben besteht ja sozusagen aus Warten, ja besteht nur, weil es das Warten gibt – oder nicht?
Am so genannten Bafoussam Park wartete er jetzt schon 2 Stunden darauf loszufahren, das heißt er wartete auf Passagiere, die doch bitte mal den verdammten Bus voll machen könnten! Er kam langsam in Rage, mal wieder wollte er eigentlich einen entspannten Tag in Baham verbringen, wo er einen Freund besuchen wollte. „Langsam sollte ich daran gewöhnt sein und dieses ewige Warten nicht so auf die Goldwaage legen, aber...“ Ja dieses Aber begleitete ihn nun schon die 5 Monate, die er in Kamerun verbracht hatte bis zu diesem Tag. Kamerun ist ein wunderbares Land, aber... Die Leute sind total offen und freundlich, aber... Keiner kann Paul Biya leiden, aber...
Aber das war ja ein anderes Thema. Im Moment zählte für ihn nur das Warten. Wann genau habe ich denn angefangen zu warten? War es vor 2 Stunden als ich von meinem Motorbike abstieg und ich seitdem mit meiner Tasche auf dem Schoß dumm rumsitze und Leute anglotze, als ob ich sie nicht mehr alle im Kopf hätte? Wann fängt ein Mensch an zu warten? Ist es die Zeit im Bauch der Mutter, das Warten auf die Geburt? So richtig konnte er keine Antwort finden. Wenn er genau nachdachte war das Warten viel zu vielschichtig. Es reicht nicht nur das momentane Warten zu beschreiben, vielmehr wird jedes Warten nur für einen Moment von einem anderen Warten überlagert ohne zu verschwinden. In Gedanken ging er seine Theorie durch. „Im Moment warte ich hier auf dem staubigen Abstellplatz für alte Busse auf die Abfahrt, aber ich warte genauso darauf im September das Studium zu beginnen oder mich in Zukunft zu verlieben. Genauso warte ich auf den Tag, an dem ich meinen ersten Besuch hier in Kamerun vom Flughafen abholen kann und im Großen und Ganzen besteht das Leben ja aus der Gestaltung der Wartezeit auf den Tod...“ Oh Gott jetzt wird’s aber sehr, sehr merkwürdig, musste er sich selbst eingestehen, obwohl ihm die letzte These gut gefiel.
„Morgens stehe ich auf und warte während des Frühstücks ja nur so darauf zur Arbeit zu gehen. Auf der Arbeit fängt man (also ich auf jeden Fall) dann wieder an auf den Feierabend zu warten. Wenn man dann Nachmittags nach Hause kommt wartet man auf das Essen und nach dem Essen wartet man auf die passende Zeit ins Bett zu gehen und so weiter und so fort.“ Er schaute aus dem Fenster und sah die mittlerweile von der Trockenzeit vergilbten und vom roten Staub gefärbten Grashügel, die sich hinter dem Busbahnhof meilenweit erstreckten. Zwischen dem schier endlosen Gras erhoben sich stellenweise auch einige Bananenbäume, oder waren es Kochbananen? Den Unterschied hatte er nie sehen können. Es war wunderschön, das musste er sich eingestehen und ihm wurde für eine Sekunde klar, dass Warten auch was Befreiendes und Schönes haben kann. Die Sekunde verging zu schnell.
Warten kann verdammt beunruhigend sein, es kann dich stressen und dich nerven, aber im Grunde geht es darum, wie man das Warten in Angriff nimmt – so wie es mit Leben ja auch ist.
Im Warten liegt auch verdammt viel Ruhe und es birgt Gedanken, die man sich vielleicht sonst nie gemacht hätte, genau wie jetzt auch, dachte er sich. Die hohe Kunst ist es, sich seine Wartezeit gut zu gestalten.
Für ihn hieß das sie zu akzeptieren, wie sie kommt. Manchmal kommt das Warten unerwartet und es nervt, man will etwas anderes machen, man will aktiv sein und nicht warten. Manchmal wusste man schon im Voraus, dass man warten muss, aber man kann es in beiden Fällen nicht verhindern. Das Warten ist wie das Leben, man muss akzeptieren, was man nicht ändern kann und das Beste draus machen. Das ist wohl auch der Grund, warum Paul Biya immer noch Präsident ist, dachte er in diesem Moment. Kameruner haben einfach verstanden worum es im Leben geht...
Am so genannten Bafoussam Park wartete er jetzt schon 2 Stunden darauf loszufahren, das heißt er wartete auf Passagiere, die doch bitte mal den verdammten Bus voll machen könnten! Er kam langsam in Rage, mal wieder wollte er eigentlich einen entspannten Tag in Baham verbringen, wo er einen Freund besuchen wollte. „Langsam sollte ich daran gewöhnt sein und dieses ewige Warten nicht so auf die Goldwaage legen, aber...“ Ja dieses Aber begleitete ihn nun schon die 5 Monate, die er in Kamerun verbracht hatte bis zu diesem Tag. Kamerun ist ein wunderbares Land, aber... Die Leute sind total offen und freundlich, aber... Keiner kann Paul Biya leiden, aber...
Aber das war ja ein anderes Thema. Im Moment zählte für ihn nur das Warten. Wann genau habe ich denn angefangen zu warten? War es vor 2 Stunden als ich von meinem Motorbike abstieg und ich seitdem mit meiner Tasche auf dem Schoß dumm rumsitze und Leute anglotze, als ob ich sie nicht mehr alle im Kopf hätte? Wann fängt ein Mensch an zu warten? Ist es die Zeit im Bauch der Mutter, das Warten auf die Geburt? So richtig konnte er keine Antwort finden. Wenn er genau nachdachte war das Warten viel zu vielschichtig. Es reicht nicht nur das momentane Warten zu beschreiben, vielmehr wird jedes Warten nur für einen Moment von einem anderen Warten überlagert ohne zu verschwinden. In Gedanken ging er seine Theorie durch. „Im Moment warte ich hier auf dem staubigen Abstellplatz für alte Busse auf die Abfahrt, aber ich warte genauso darauf im September das Studium zu beginnen oder mich in Zukunft zu verlieben. Genauso warte ich auf den Tag, an dem ich meinen ersten Besuch hier in Kamerun vom Flughafen abholen kann und im Großen und Ganzen besteht das Leben ja aus der Gestaltung der Wartezeit auf den Tod...“ Oh Gott jetzt wird’s aber sehr, sehr merkwürdig, musste er sich selbst eingestehen, obwohl ihm die letzte These gut gefiel.
„Morgens stehe ich auf und warte während des Frühstücks ja nur so darauf zur Arbeit zu gehen. Auf der Arbeit fängt man (also ich auf jeden Fall) dann wieder an auf den Feierabend zu warten. Wenn man dann Nachmittags nach Hause kommt wartet man auf das Essen und nach dem Essen wartet man auf die passende Zeit ins Bett zu gehen und so weiter und so fort.“ Er schaute aus dem Fenster und sah die mittlerweile von der Trockenzeit vergilbten und vom roten Staub gefärbten Grashügel, die sich hinter dem Busbahnhof meilenweit erstreckten. Zwischen dem schier endlosen Gras erhoben sich stellenweise auch einige Bananenbäume, oder waren es Kochbananen? Den Unterschied hatte er nie sehen können. Es war wunderschön, das musste er sich eingestehen und ihm wurde für eine Sekunde klar, dass Warten auch was Befreiendes und Schönes haben kann. Die Sekunde verging zu schnell.
Warten kann verdammt beunruhigend sein, es kann dich stressen und dich nerven, aber im Grunde geht es darum, wie man das Warten in Angriff nimmt – so wie es mit Leben ja auch ist.
Im Warten liegt auch verdammt viel Ruhe und es birgt Gedanken, die man sich vielleicht sonst nie gemacht hätte, genau wie jetzt auch, dachte er sich. Die hohe Kunst ist es, sich seine Wartezeit gut zu gestalten.
Für ihn hieß das sie zu akzeptieren, wie sie kommt. Manchmal kommt das Warten unerwartet und es nervt, man will etwas anderes machen, man will aktiv sein und nicht warten. Manchmal wusste man schon im Voraus, dass man warten muss, aber man kann es in beiden Fällen nicht verhindern. Das Warten ist wie das Leben, man muss akzeptieren, was man nicht ändern kann und das Beste draus machen. Das ist wohl auch der Grund, warum Paul Biya immer noch Präsident ist, dachte er in diesem Moment. Kameruner haben einfach verstanden worum es im Leben geht...
Lang lang ists her...
Hey Ihr Lieben!
Lang ists her, dass ich geschrieben hab, aber so furchtbar viel ist auch nicht passiert, seitdem ich von meiner Filmtour wiedergekommen bin.
Flo war hier, der Bruder eines deutschen Freiwilligen, der in Dschang arbeitet (Dschang liegt in der Westprovinz von Kamerun und ist französischsprachig, nur das nebenbei). Flo tourt jetzt 3 Monate durch Kamerun und war, wie gesagt letzte Woche hier in Bamenda und konnte den unglaublichen Luxus genießen mit mir und Lea zu wohnen. War ganz lustig und ich überlege, ob wir aus unserem kleinen Häusschen nicht eine Herberge machen sollten...=)
Lea ist dann Mittwoch Richtung Wum aufgebrochen, wo sie die nächsten zwei Wochen arbeiten und in einem Hotel leben wird. Das Alleinewohnen ist jetzt wieder ganz aktuell und ich muss mich erst wieder dran gewöhnen, auch wenn es tausendmal einfacher ist, als am Anfang natürlich, jetzt wo schon fast 6 Monate um sind von meiner Zeit hier in Kamerun.
Diese Woche werde ich mich neben meinen Standardaufgaben, wie Sexualkunde in Grundschulen geben, Radioprogramme organisieren oder für mich kochen, noch anfangen den Film zu schneiden, den ich vorletzte Woche gedreht habe.
Mehr hab ich eigentlich nicht zu erzählen, werde noch ein paar Geschichten auf den Blog stellen, die ich schon im Verteiler verschickt habe und eine neue, die noch keiner kennt, die ich hier geschrieben habe in meiner freien Zeit.
Ich hoffe euch gehts gut!
Bis die Tage,
Euer Niels
Lang ists her, dass ich geschrieben hab, aber so furchtbar viel ist auch nicht passiert, seitdem ich von meiner Filmtour wiedergekommen bin.
Flo war hier, der Bruder eines deutschen Freiwilligen, der in Dschang arbeitet (Dschang liegt in der Westprovinz von Kamerun und ist französischsprachig, nur das nebenbei). Flo tourt jetzt 3 Monate durch Kamerun und war, wie gesagt letzte Woche hier in Bamenda und konnte den unglaublichen Luxus genießen mit mir und Lea zu wohnen. War ganz lustig und ich überlege, ob wir aus unserem kleinen Häusschen nicht eine Herberge machen sollten...=)
Lea ist dann Mittwoch Richtung Wum aufgebrochen, wo sie die nächsten zwei Wochen arbeiten und in einem Hotel leben wird. Das Alleinewohnen ist jetzt wieder ganz aktuell und ich muss mich erst wieder dran gewöhnen, auch wenn es tausendmal einfacher ist, als am Anfang natürlich, jetzt wo schon fast 6 Monate um sind von meiner Zeit hier in Kamerun.
Diese Woche werde ich mich neben meinen Standardaufgaben, wie Sexualkunde in Grundschulen geben, Radioprogramme organisieren oder für mich kochen, noch anfangen den Film zu schneiden, den ich vorletzte Woche gedreht habe.
Mehr hab ich eigentlich nicht zu erzählen, werde noch ein paar Geschichten auf den Blog stellen, die ich schon im Verteiler verschickt habe und eine neue, die noch keiner kennt, die ich hier geschrieben habe in meiner freien Zeit.
Ich hoffe euch gehts gut!
Bis die Tage,
Euer Niels
Freitag, 27. Februar 2009
Auf Wanderung
Hey Ihr Lieben!
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich im Moment im Westen und Suedwesten Kameruns unterwegs, um den Film fuer Roberts und mein Benefiz Konzert zu drehen. Im Rahmen des Filmes will ich alle 4 Projekte dokumentieren, die wir mit dem Konzert und darueber hinaus unterstuetzen wollen.
Da ich seit letzten Samstag unterwegs bin gab es solange keinen Blogeintrag mehr von mir auf diesem Blog, aber ich wuerd euch allen ans Herz legen mal hier vorbeizuschauen:
www.helepforchildren.blogspot.com
Das ist der Blog zu unserem Konzert und da findet ihr auch ein paar Geschichten ueber meine Reise momentan.
Achja ausserdem ist mein Handy im Arsch, sodass ich nix damit anfangen kann, muss es naechste Woche mal zum Reparieren geben, obwohl ich auch ueberleg ob ich mir nich gleich ein Neues kaufen koennte=)
Mir gehts gut nur das ganz kurz. Die Reise war zwar auch anstrengend weil ich ein paar Differenzen mit Gerald hatte ueber das Budget fuer ihn was wir besprochen haben, aber das waere jetzt eine zu lange Geschichte. Vielleicht dazu ein anderes Mal mehr. Ansonsten ist die Reise so cool, weil ich Einblicke in die Arbeit von Lea, Jannik, Lea und Nico kriege, die ich so noch nicht hatte und nicht mehr bekommen werde so schnell. Hab mich ein wenig in den Alltag der vier eingelebt und alles dokumentiert, was sau Spass gemacht hat. Dazu kommt, dass ich drei verschiedene Staedte (Baham, Limbe und Buea) sehen konnte, wie ich so auch noch nicht gesehen hatte. Heut konnte ich zum Beispiel mit Gerald in die Uni von Buea gehen und hab viel Neues gesehen.
So soviel dazu den Rest gibts auf dem anderen Blog. Ich hoff euch gehts allen gut und das Wochenende startet gut. Ich werd morgen noch ein weiteres Waisenhaus besuchen mit Janna hier in Buea und danach an den Strand=)
Viele liebe Gruesse aus Buea,
Niels
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich im Moment im Westen und Suedwesten Kameruns unterwegs, um den Film fuer Roberts und mein Benefiz Konzert zu drehen. Im Rahmen des Filmes will ich alle 4 Projekte dokumentieren, die wir mit dem Konzert und darueber hinaus unterstuetzen wollen.
Da ich seit letzten Samstag unterwegs bin gab es solange keinen Blogeintrag mehr von mir auf diesem Blog, aber ich wuerd euch allen ans Herz legen mal hier vorbeizuschauen:
www.helepforchildren.blogspot.com
Das ist der Blog zu unserem Konzert und da findet ihr auch ein paar Geschichten ueber meine Reise momentan.
Achja ausserdem ist mein Handy im Arsch, sodass ich nix damit anfangen kann, muss es naechste Woche mal zum Reparieren geben, obwohl ich auch ueberleg ob ich mir nich gleich ein Neues kaufen koennte=)
Mir gehts gut nur das ganz kurz. Die Reise war zwar auch anstrengend weil ich ein paar Differenzen mit Gerald hatte ueber das Budget fuer ihn was wir besprochen haben, aber das waere jetzt eine zu lange Geschichte. Vielleicht dazu ein anderes Mal mehr. Ansonsten ist die Reise so cool, weil ich Einblicke in die Arbeit von Lea, Jannik, Lea und Nico kriege, die ich so noch nicht hatte und nicht mehr bekommen werde so schnell. Hab mich ein wenig in den Alltag der vier eingelebt und alles dokumentiert, was sau Spass gemacht hat. Dazu kommt, dass ich drei verschiedene Staedte (Baham, Limbe und Buea) sehen konnte, wie ich so auch noch nicht gesehen hatte. Heut konnte ich zum Beispiel mit Gerald in die Uni von Buea gehen und hab viel Neues gesehen.
So soviel dazu den Rest gibts auf dem anderen Blog. Ich hoff euch gehts allen gut und das Wochenende startet gut. Ich werd morgen noch ein weiteres Waisenhaus besuchen mit Janna hier in Buea und danach an den Strand=)
Viele liebe Gruesse aus Buea,
Niels
Mittwoch, 18. Februar 2009
Kolonialparties? Wo?
Hey Ihr!
Also es ist Mittwoch Abend und ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft diese Woche zu schreiben, aber wie manche (ich hoffe fast alle) aus meiner Rundmail erfahren konnten, gab es die letzte Woche auch nicht viel zu erzählen. Der Alltag läuft ein bisschen vor sich hin. Letzte Woche war ich vor allem damit beschäftigt das Sporttunier zu organisieren zusammen mit Charlie. So furchtbar viel zu organisieren ist das gar nicht, aber das heißt nicht, dass es keine Probleme gibt. Wir hatten die Woche zuvor mit den vier teilnehmenden Schulen gesprochen und ihnen auch ausdrücklich mitgeteilt, dass wir kaum Geld zur Verfügung haben, um furchtbar viel Transportkosten oder Verpflegung für die Teilnehmer zu übernehmen, aber das änderte nichts daran, dass bei meinem Besuch am Freitag in den Schulen fast jede darauf bestand die Transportkosten erstattet zu bekommen. Naja wie wir das machen werden jetzt ist noch relativ unklar, ich werde Charlie morgen treffen und dann müssen wir das durchsprechen. Ich würde es so gerne machen, einfach ein Sporttunier veranstalten, wo die Schüler sich gegenseitig kennenlernen und sich noch sportlich betätigen. Hoffe wirklich, dass das klappt.
Ansonsten habe ich meine Idee von einem Medien Workshop erstmal fallen gelassen. Die Zeit wäre einfach zu knapp gewesen, da es bis dahin nur noch ca. 3 Wochen gewesen wären, von denen ich eine Woche weg bin (nächste Woche, dazu komm ich gleich noch=)). Es wäre zu viel Stress gewesen und so ein Workshop bedarf auch besserer Vorbereitung, als ich sie hätte haben können, bin eben kein Experte. Jetzt werde ich vielleicht mich mit Journalisten Clubs zweier Schulen treffen und mit denen ein bisschen drüber reden, was sie denn Neues lernen/ machen wollen und davon ausgehend werd ich gucken, was sich machen lässt – ich muss das ruhiger angehen lassen, ich glaub ich wollte zu viel beim ersten Versuch. Naja diese Woche, also gestern, hab ich dann mal meinen zusätzlichen Englisch Unterricht weitergemacht, der längere Zeit auf Eis lag. Hab mir einen Plan ausgearbeitet, der glaub ich ein bisschen zu anspruchsvoll ist für die Kinder, muss ich mal gucken, wie die damit zurechtkommen. Das Radioprogramm läuft auch noch, obwohl ich letzte Woche es ein wenig habe schleifen lassen, auch wegen dem Sporttunier und den Vorbereitungen für das Benefiz Konzert. Achja wenn wir gerade dabei sind, jeder der da mehr dran interessiert ist, also an dem Konzert, der schreibt mir doch bitte seine Email Adresse per Email=), die ihr auf dieser Seite bei Kontakt findet, dann nehm ich euch in den Verteiler auf und schick euch ein paar Infos.
Tja, was gibt’s noch zu erzählen? Achja ich war übers Wochenende spontan in Limbe, was ne ganz lustige Aktion war und was sich echt gelohnt hat. Bin Freitag Nachmittag hin und nach stundenlanger Fahrt (viel zu lange mal wieder für die 360km) dann auch in Limbe angekommen, wo ich übers Wochenende mit Janna mit den einzigen Zoo Kameruns bestaunen konnte ( jetzt haltet euch fest: der Eintritt in das Wildlife Center Limbe kostet für Kameruner 200 CFA, was ungefähr 30 Cent sind, für Nicht-Kameruner kostet es 3000 CFA, was ungefähr 5 Euro sind, das ist der Hammer!) und auch noch den Strand mal wieder bestaunen konnte, wo wir dann auch Lea aus Buea und zwei (eine Norwegerin und eine Holländerin) Freiwillige treffen konnten. Samstag Abend waren wir noch auf den Party eingeladen, von einem Engländer, der in Limbe für eine Ölfirma arbeitet und so war die Party auch. Es war schön, das Ambiente atemberaubend, aber trotzdem ziemlich bedrückend. Ich glaub Janna und ich haben uns schon sehr wie auf einer guten alten Kolonialherrenparty gefühlt. Sehr fehl am Platz. Das Haus, in dem die Party stattfand war dann auch noch ein altes Kolonialherrenhaus und lag mitten im botanischen Garten, wo sonst keine Häuser stehen. Es waren dann auch nur Weiße da und naja man kommt sich dann schon richtig komisch vor, wenn man sich vor Augen hält, dass nur paar Hundert Meter weiter die Welt ganz anders aussieht. Da ist dann nicht mehr viel mit Cocktailbar und Musik aus 4 Laptops...Die Welt ist irgendwie ungerecht. Als ich die Erkenntnis gemacht hatte musste ich aber auch schon wieder von Limbe zurück in mein Bamenda=)
So das war eigentlich dann schon alles, am Samstag geht’s ab auf meine Filmtour, um den Film, der auf dem Benefiz Konzert gezeigt werden soll zu drehen. Werd zu erst nach Baham zu Nico, dann nach Limbe zu Janna und dann nach Buea um Jannik und Lea zu besuchen. Bin voller Vorfreude und hoffe euch geht’s gut!
Alles Beste aus Bamenda!
Niels
P.S. Ich hab bemerkt, dass ich meine Blog Einträge zu oft mit "Es ist .... Abend und.." anfange. Naja etwas woran ich arbeiten kann die nächsten Male=)
Also es ist Mittwoch Abend und ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft diese Woche zu schreiben, aber wie manche (ich hoffe fast alle) aus meiner Rundmail erfahren konnten, gab es die letzte Woche auch nicht viel zu erzählen. Der Alltag läuft ein bisschen vor sich hin. Letzte Woche war ich vor allem damit beschäftigt das Sporttunier zu organisieren zusammen mit Charlie. So furchtbar viel zu organisieren ist das gar nicht, aber das heißt nicht, dass es keine Probleme gibt. Wir hatten die Woche zuvor mit den vier teilnehmenden Schulen gesprochen und ihnen auch ausdrücklich mitgeteilt, dass wir kaum Geld zur Verfügung haben, um furchtbar viel Transportkosten oder Verpflegung für die Teilnehmer zu übernehmen, aber das änderte nichts daran, dass bei meinem Besuch am Freitag in den Schulen fast jede darauf bestand die Transportkosten erstattet zu bekommen. Naja wie wir das machen werden jetzt ist noch relativ unklar, ich werde Charlie morgen treffen und dann müssen wir das durchsprechen. Ich würde es so gerne machen, einfach ein Sporttunier veranstalten, wo die Schüler sich gegenseitig kennenlernen und sich noch sportlich betätigen. Hoffe wirklich, dass das klappt.
Ansonsten habe ich meine Idee von einem Medien Workshop erstmal fallen gelassen. Die Zeit wäre einfach zu knapp gewesen, da es bis dahin nur noch ca. 3 Wochen gewesen wären, von denen ich eine Woche weg bin (nächste Woche, dazu komm ich gleich noch=)). Es wäre zu viel Stress gewesen und so ein Workshop bedarf auch besserer Vorbereitung, als ich sie hätte haben können, bin eben kein Experte. Jetzt werde ich vielleicht mich mit Journalisten Clubs zweier Schulen treffen und mit denen ein bisschen drüber reden, was sie denn Neues lernen/ machen wollen und davon ausgehend werd ich gucken, was sich machen lässt – ich muss das ruhiger angehen lassen, ich glaub ich wollte zu viel beim ersten Versuch. Naja diese Woche, also gestern, hab ich dann mal meinen zusätzlichen Englisch Unterricht weitergemacht, der längere Zeit auf Eis lag. Hab mir einen Plan ausgearbeitet, der glaub ich ein bisschen zu anspruchsvoll ist für die Kinder, muss ich mal gucken, wie die damit zurechtkommen. Das Radioprogramm läuft auch noch, obwohl ich letzte Woche es ein wenig habe schleifen lassen, auch wegen dem Sporttunier und den Vorbereitungen für das Benefiz Konzert. Achja wenn wir gerade dabei sind, jeder der da mehr dran interessiert ist, also an dem Konzert, der schreibt mir doch bitte seine Email Adresse per Email=), die ihr auf dieser Seite bei Kontakt findet, dann nehm ich euch in den Verteiler auf und schick euch ein paar Infos.
Tja, was gibt’s noch zu erzählen? Achja ich war übers Wochenende spontan in Limbe, was ne ganz lustige Aktion war und was sich echt gelohnt hat. Bin Freitag Nachmittag hin und nach stundenlanger Fahrt (viel zu lange mal wieder für die 360km) dann auch in Limbe angekommen, wo ich übers Wochenende mit Janna mit den einzigen Zoo Kameruns bestaunen konnte ( jetzt haltet euch fest: der Eintritt in das Wildlife Center Limbe kostet für Kameruner 200 CFA, was ungefähr 30 Cent sind, für Nicht-Kameruner kostet es 3000 CFA, was ungefähr 5 Euro sind, das ist der Hammer!) und auch noch den Strand mal wieder bestaunen konnte, wo wir dann auch Lea aus Buea und zwei (eine Norwegerin und eine Holländerin) Freiwillige treffen konnten. Samstag Abend waren wir noch auf den Party eingeladen, von einem Engländer, der in Limbe für eine Ölfirma arbeitet und so war die Party auch. Es war schön, das Ambiente atemberaubend, aber trotzdem ziemlich bedrückend. Ich glaub Janna und ich haben uns schon sehr wie auf einer guten alten Kolonialherrenparty gefühlt. Sehr fehl am Platz. Das Haus, in dem die Party stattfand war dann auch noch ein altes Kolonialherrenhaus und lag mitten im botanischen Garten, wo sonst keine Häuser stehen. Es waren dann auch nur Weiße da und naja man kommt sich dann schon richtig komisch vor, wenn man sich vor Augen hält, dass nur paar Hundert Meter weiter die Welt ganz anders aussieht. Da ist dann nicht mehr viel mit Cocktailbar und Musik aus 4 Laptops...Die Welt ist irgendwie ungerecht. Als ich die Erkenntnis gemacht hatte musste ich aber auch schon wieder von Limbe zurück in mein Bamenda=)
So das war eigentlich dann schon alles, am Samstag geht’s ab auf meine Filmtour, um den Film, der auf dem Benefiz Konzert gezeigt werden soll zu drehen. Werd zu erst nach Baham zu Nico, dann nach Limbe zu Janna und dann nach Buea um Jannik und Lea zu besuchen. Bin voller Vorfreude und hoffe euch geht’s gut!
Alles Beste aus Bamenda!
Niels
P.S. Ich hab bemerkt, dass ich meine Blog Einträge zu oft mit "Es ist .... Abend und.." anfange. Naja etwas woran ich arbeiten kann die nächsten Male=)
Sonntag, 8. Februar 2009
Anstrengend, anstrengend
Hey Ihr Lieben!
Es ist Sonntag Abend und ich habe nicht soviel Zeit zu schreiben und an sich ist diese Woche auch nicht wirklich viel passiert. Mir geht es eigentlich gut, das Wochenende war schön. Freitag Abend war ich mit Gerald, Devine und Cletus zusammen in ner Bar Downtown, wo wir auch Michael, ein Kameruner, der 23 Jahre in den USA gelebt hat, und den ich beim Tennis spielen kennengelernt habe, und Charlie, den VSO Volunteer aus den Philippinen getroffen haben. Wir hatten echt ne gute Zeit in der Bar, bevor Gerald, Devine, Cletus und ich auf die grandiose Idee kamen noch auf einer "Death Celebration" (das ist die Feier zu Ehren des Toten einen Tag vor seiner Beerdigung) bei uns im Viertel vorbeizuschauen.
So jetzt ist es mittlerweile 10 vor 7 am Montag morgen. Ich hatte es gestern einfach nicht mehr geschafft fertig zu schreiben, weil ich zu müde war und ins Bett wollte, aber was nich is, kann ja jetzt noch kommen=) Jedenfalls bin ich vor einer knappen Stunde aufgewacht weil ich endlich das Wasser ins Klowasser laufen gehört habe, was bedeutet dass wieder Wasser da ist. Hab dann schnell all unsere Container und Eimer vollgemacht, ca. 80 Liter, um wenigstens für die nächsten Tage Wasser gespeichert zu haben, weil es tagsüber so gut wie kein Wasser mehr gibt seit einer Woche. Die Leute hier sagen, dass das immer so nach ner gewissen Zeit der Trockenzeit ist. Wahrscheinlich weil einfach zu wenig Wasser in den Flüssen, Seen, etc. ist, um hier hoch nach UpStation gepumpt zu werden, der Druck is einfach zu niedrig nehm ich an, weil die Leute in der Stadt unten haben Wasser.
Naja soviel zur Wasserproblematik.
Meine letzte Woche war wie gesagt ziemlich durchwachsen. Das Wochenende war ganz lustig. Freitag abend in ne Bar und noch kurz auf ne „Death Celebration“, Samstag eigentlich nur Markt, was schon lange genug gedauert hat, weil ich so viel Sachen kaufen musste, dass ich bestimmt 3 Stunden damit zu gebracht habe. Das Radio hab ich diese Woche nicht live im Studio gemacht, dafür war ich zu wenig damit beschäftigt letzte Woche. Samstag abend bin ich zu Steve, dem englischen VSO Freiwilligen und wir ham James Bond geguckt und ja eigentlich nicht mehr gemacht. Sonntag morgen hab ich mich mit Charlie in sonem Jugendzentrum getroffen, wo die jeden Sonntag Tischtennis spielen, was wir dann auch getan haben. Jo und abschließend bin ich noch mit Gerald und Cletus zu nem Zweitligafussballspiel zwischen den Hilltop Strikers, was sozusagen die Mannschaft unseres Stadtteils is, und dem FC Bamenda, was die Mannschaft von Downtown ist. War ganz cool mal wieder ein Fussballspiel live zu sehn, obwohls natürlich keine Tribünen oder sonstiges gab, aber zumindestens hat unser Team 4:3 gewonnen.=)
Naja letzte Woche begann mit einem sehr komischen Montag, an dem ich schon merkte, dass ich eigentlich keine Lust auf arbeiten hatte diese Woche. Die Woche in Kribi war einfach ein wenig zu schön und ich hatte nicht so die riesen Motivation wieder in den Alltag einzutauchen. Irgendwie kam dann auch vieles zusammen im Laufe der Woche. Die Arbeit war eigentlich okay, aber ich habe im Moment relativ viele Projekte gleichzeitig im Kopf (Organisation von nem Sporttunier mit Charlie, Benefizkonzert in Deutschland), bei denen ich aber Schwierigkeiten hab die umzusetzen und wo ich solange darüber nachdenke, wie ich denn die Sachen jetzt am Besten angehe, bis ich gar nichts mache, was mir noch mehr Druck macht. Die andere Sache ist die, dass ich plötzlich auf mich allein gestellt bin, das war ich zwar auch schon die letzten 4 Monate, aber irgendwie wurde es mir diese Woche nochmal richtig bewusst. Den ganzen Haushalt schmeißen, was ich nich wirklich organisiert bekomme, weil es einfach schwer ist, wenn man erst um 5 nach Hause kommt und fast alle (Markt-) Läden schon geschlossen haben. Es ist halt nicht so, dass man um 5 nach Hause kommen kann und trotzdem noch um 8 mit dem Auto zu Rewe fährt um alles einzukaufen=) Naja und dann kam noch entscheidend der Druck hinzu, den ich mir hinsichtlich Kontakthalten nach Hause, sowie hier mache. Das Problem hatte ich schon in Deutschland, dass ich einfach immer in Kontakt bleiben will und im Moment merk ich, dass ich nicht den Kontakt halten kann nach Zuhause, wie ich es Zuhause könnte. Das zu akzeptieren wird noch ein wenig dauern, aber letzte Woche hab ich bemerkt, dass ich mich in der Hinsicht und hinsichtlich meiner Erwartungen an mein Leben hier und an mich selbst bremsen muss. Ich hab dann meinen Donnerstag freigenommen, weil es mir einfach nicht gut ging. Hatte Kopfschmerzen, aber das größte Problem war glaub ich einfach der Druck, den ich mir permanent mache hinsichtlich Arbeit, Haushalt, Lebensorganisation, Kontakt zu den Leuten hier und Kontakt zu den Leuten daheim. Hab dann den ganzen Tag mal nichts gemacht und mich ein wenig auf mich selbst besinnen können, was echt mal gut war. Seitdem seh ich alles ein wenig lockerer, was auch sein muss, sonst werd ich das Jahr hier wohl nicht so richtig genießen können, obwohl es viel zu genießen gibt.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Woche wird. Muss sehr viel organisieren hinsichtlich des Sporttuniers, was Charlie und ich organisieren und ich will im Rahmen des Turniers auch noch einen Workshop zu Kommunikation und Medien anbieten, damit die Schüler ihre eigenen Journalisten Clubs gründen können in den Schulen. Bis jetzt ist es nur eine Idee, aber ich muss mich mal reinhängen, damit das mal Wirklichkeit wird. Ansonsten ist diese Woche nichts wirklich besonderes, mal sehn, was ich nächste Woche zu berichten hab.
Hoffe, dass es euch gut geht!
Mit besten Grüßen aus Bamenda!
Niels
Es ist Sonntag Abend und ich habe nicht soviel Zeit zu schreiben und an sich ist diese Woche auch nicht wirklich viel passiert. Mir geht es eigentlich gut, das Wochenende war schön. Freitag Abend war ich mit Gerald, Devine und Cletus zusammen in ner Bar Downtown, wo wir auch Michael, ein Kameruner, der 23 Jahre in den USA gelebt hat, und den ich beim Tennis spielen kennengelernt habe, und Charlie, den VSO Volunteer aus den Philippinen getroffen haben. Wir hatten echt ne gute Zeit in der Bar, bevor Gerald, Devine, Cletus und ich auf die grandiose Idee kamen noch auf einer "Death Celebration" (das ist die Feier zu Ehren des Toten einen Tag vor seiner Beerdigung) bei uns im Viertel vorbeizuschauen.
So jetzt ist es mittlerweile 10 vor 7 am Montag morgen. Ich hatte es gestern einfach nicht mehr geschafft fertig zu schreiben, weil ich zu müde war und ins Bett wollte, aber was nich is, kann ja jetzt noch kommen=) Jedenfalls bin ich vor einer knappen Stunde aufgewacht weil ich endlich das Wasser ins Klowasser laufen gehört habe, was bedeutet dass wieder Wasser da ist. Hab dann schnell all unsere Container und Eimer vollgemacht, ca. 80 Liter, um wenigstens für die nächsten Tage Wasser gespeichert zu haben, weil es tagsüber so gut wie kein Wasser mehr gibt seit einer Woche. Die Leute hier sagen, dass das immer so nach ner gewissen Zeit der Trockenzeit ist. Wahrscheinlich weil einfach zu wenig Wasser in den Flüssen, Seen, etc. ist, um hier hoch nach UpStation gepumpt zu werden, der Druck is einfach zu niedrig nehm ich an, weil die Leute in der Stadt unten haben Wasser.
Naja soviel zur Wasserproblematik.
Meine letzte Woche war wie gesagt ziemlich durchwachsen. Das Wochenende war ganz lustig. Freitag abend in ne Bar und noch kurz auf ne „Death Celebration“, Samstag eigentlich nur Markt, was schon lange genug gedauert hat, weil ich so viel Sachen kaufen musste, dass ich bestimmt 3 Stunden damit zu gebracht habe. Das Radio hab ich diese Woche nicht live im Studio gemacht, dafür war ich zu wenig damit beschäftigt letzte Woche. Samstag abend bin ich zu Steve, dem englischen VSO Freiwilligen und wir ham James Bond geguckt und ja eigentlich nicht mehr gemacht. Sonntag morgen hab ich mich mit Charlie in sonem Jugendzentrum getroffen, wo die jeden Sonntag Tischtennis spielen, was wir dann auch getan haben. Jo und abschließend bin ich noch mit Gerald und Cletus zu nem Zweitligafussballspiel zwischen den Hilltop Strikers, was sozusagen die Mannschaft unseres Stadtteils is, und dem FC Bamenda, was die Mannschaft von Downtown ist. War ganz cool mal wieder ein Fussballspiel live zu sehn, obwohls natürlich keine Tribünen oder sonstiges gab, aber zumindestens hat unser Team 4:3 gewonnen.=)
Naja letzte Woche begann mit einem sehr komischen Montag, an dem ich schon merkte, dass ich eigentlich keine Lust auf arbeiten hatte diese Woche. Die Woche in Kribi war einfach ein wenig zu schön und ich hatte nicht so die riesen Motivation wieder in den Alltag einzutauchen. Irgendwie kam dann auch vieles zusammen im Laufe der Woche. Die Arbeit war eigentlich okay, aber ich habe im Moment relativ viele Projekte gleichzeitig im Kopf (Organisation von nem Sporttunier mit Charlie, Benefizkonzert in Deutschland), bei denen ich aber Schwierigkeiten hab die umzusetzen und wo ich solange darüber nachdenke, wie ich denn die Sachen jetzt am Besten angehe, bis ich gar nichts mache, was mir noch mehr Druck macht. Die andere Sache ist die, dass ich plötzlich auf mich allein gestellt bin, das war ich zwar auch schon die letzten 4 Monate, aber irgendwie wurde es mir diese Woche nochmal richtig bewusst. Den ganzen Haushalt schmeißen, was ich nich wirklich organisiert bekomme, weil es einfach schwer ist, wenn man erst um 5 nach Hause kommt und fast alle (Markt-) Läden schon geschlossen haben. Es ist halt nicht so, dass man um 5 nach Hause kommen kann und trotzdem noch um 8 mit dem Auto zu Rewe fährt um alles einzukaufen=) Naja und dann kam noch entscheidend der Druck hinzu, den ich mir hinsichtlich Kontakthalten nach Hause, sowie hier mache. Das Problem hatte ich schon in Deutschland, dass ich einfach immer in Kontakt bleiben will und im Moment merk ich, dass ich nicht den Kontakt halten kann nach Zuhause, wie ich es Zuhause könnte. Das zu akzeptieren wird noch ein wenig dauern, aber letzte Woche hab ich bemerkt, dass ich mich in der Hinsicht und hinsichtlich meiner Erwartungen an mein Leben hier und an mich selbst bremsen muss. Ich hab dann meinen Donnerstag freigenommen, weil es mir einfach nicht gut ging. Hatte Kopfschmerzen, aber das größte Problem war glaub ich einfach der Druck, den ich mir permanent mache hinsichtlich Arbeit, Haushalt, Lebensorganisation, Kontakt zu den Leuten hier und Kontakt zu den Leuten daheim. Hab dann den ganzen Tag mal nichts gemacht und mich ein wenig auf mich selbst besinnen können, was echt mal gut war. Seitdem seh ich alles ein wenig lockerer, was auch sein muss, sonst werd ich das Jahr hier wohl nicht so richtig genießen können, obwohl es viel zu genießen gibt.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Woche wird. Muss sehr viel organisieren hinsichtlich des Sporttuniers, was Charlie und ich organisieren und ich will im Rahmen des Turniers auch noch einen Workshop zu Kommunikation und Medien anbieten, damit die Schüler ihre eigenen Journalisten Clubs gründen können in den Schulen. Bis jetzt ist es nur eine Idee, aber ich muss mich mal reinhängen, damit das mal Wirklichkeit wird. Ansonsten ist diese Woche nichts wirklich besonderes, mal sehn, was ich nächste Woche zu berichten hab.
Hoffe, dass es euch gut geht!
Mit besten Grüßen aus Bamenda!
Niels
Sonntag, 1. Februar 2009
Kribi, die Zweite
Hey Ihr Lieben!
Wie gehts euch? ICh bin gerade seit einer Stunde wieder in Bamenda, nachdem wir heute morgen um 6.30 von Kribi aufgebrochen sind - 10 Stunden für 500 Kilometer=)
die woche war super, das seminar war sehr interessant und gut aufgebaut, auch wenn es hier und da mal ein paar Probleme gab, konnten wir alle vor allem von dem Evaluationsworkshop über unsere Erfahrungen der letzten 4 Monate viel mitnehmen.
Ich war letzten Freitag nach Limbe aufgebrochen, wo ich den ganzen Samstag noch mit Janna den Strand und abends Cocktails genießen konnte, bevor wir Sonntag aufgebrochen sind nach Kribi, was nebenbei gesagt noch die entspannendste Reise bisher in Kamerun war. Es lief wirklich alles nach Plan und das is wirklich nicht die Regel, wenn es in Kamerun ums Reisen geht. =) Am Sonntag Nachmittag in Kribi angekommen gingen wir alle wieder vereint zusammen an den Strand, der wunderschön und natürlich war, echt gut! Am Montag sollte das Seminar anfangen, das uns alles nicht soo viel Zeit für Strand und Entspannung lassen sollte, was wir dann eben Sonntag noch versuchten auszunutzen. Montag bis Freitag war dann eben das Seminar, das wir Freitag mit einer Führung durch Kribi und dem Besuch eines traditionellen Chefs, der recht modern war, abschlossen. Am Mittwoch waren dann auch noch die Tutoren unserer Partnerorganisationen da, damit wir Probleme und Lösungen bei der Arbeit erarbeiten konnten. Sooo viel hatte ich nicht zu meckern, also war es relativ entspannt für mich zumindestens. Seit ich heute wieder in Bamenda bin sind mir - wenn wir grade beim Thema sind - auch viele Sachen wieder eingefallen, die ich zu tun habe. Ich werde diese Woche versuchen ein Umweltprojekt aus dem Boden zu stampfen (mal sehen was das wird) und ich werd mit Charlie, nem philippinischen VSO Freiwilligen ein Sportturnier für Schulen organisieren, was gekoppelt wird an HIV Infos und Workshops, bin mal gespannt ob wir das hinkriegen. Nebenbei geht halt die normale Arbeit weiter, in den Schulen Unterricht und das Radioprogramm. Naja zurück zum Seminar. Freitag war dann Sense und wir wollten das Seminar mit ein wenig Feiern abschließen und machten uns Abends in einen Nachtclub, wos dann sehr alte europäische Popmusik gab aber das war umso lustiger. Samstag waren wir dementsprechend erschöpft und konnten noch ein wenig am Strand entspannen und den Markt in Kribi aufsuchen, bevor wir abends noch die beste Pizza Kameruns genossen. Heute morgen gings dann schon viel zu früh los, die Reise klappte gut aber jetzt bin ich doch ziemlich fertig.
Eine Neuigkeit gibts dann auch noch: Lea und ich bekommen eine Katze morgen=) ne kleine Schwarze, die wir schnellstmöglich impfen und schützen lassen wollen (in Bamenda gibt es 2 Tierärzte, hätt ich auch nich erwartet!). Sie wird Shidon heißen, egal ob Mädchen oder Junge=), und uns ein wenig Gesellschaft und Schutz gegen Mäuse leisten.
Ich werde versuchen euch auch diese Woche auf dem Laufenden zu halten, im Moment kann ich nur sagen, dass ich gespannt bin wie der Alltag wieder auf mich wirkt, so richtig motiviert bin ich nich, aber mal sehen, wenn man dann mal anfängt ist es ja meistens besser als vorher gedacht! Ich schick euch die liebste Grüße aus Bamenda!
Niels
Wie gehts euch? ICh bin gerade seit einer Stunde wieder in Bamenda, nachdem wir heute morgen um 6.30 von Kribi aufgebrochen sind - 10 Stunden für 500 Kilometer=)
die woche war super, das seminar war sehr interessant und gut aufgebaut, auch wenn es hier und da mal ein paar Probleme gab, konnten wir alle vor allem von dem Evaluationsworkshop über unsere Erfahrungen der letzten 4 Monate viel mitnehmen.
Ich war letzten Freitag nach Limbe aufgebrochen, wo ich den ganzen Samstag noch mit Janna den Strand und abends Cocktails genießen konnte, bevor wir Sonntag aufgebrochen sind nach Kribi, was nebenbei gesagt noch die entspannendste Reise bisher in Kamerun war. Es lief wirklich alles nach Plan und das is wirklich nicht die Regel, wenn es in Kamerun ums Reisen geht. =) Am Sonntag Nachmittag in Kribi angekommen gingen wir alle wieder vereint zusammen an den Strand, der wunderschön und natürlich war, echt gut! Am Montag sollte das Seminar anfangen, das uns alles nicht soo viel Zeit für Strand und Entspannung lassen sollte, was wir dann eben Sonntag noch versuchten auszunutzen. Montag bis Freitag war dann eben das Seminar, das wir Freitag mit einer Führung durch Kribi und dem Besuch eines traditionellen Chefs, der recht modern war, abschlossen. Am Mittwoch waren dann auch noch die Tutoren unserer Partnerorganisationen da, damit wir Probleme und Lösungen bei der Arbeit erarbeiten konnten. Sooo viel hatte ich nicht zu meckern, also war es relativ entspannt für mich zumindestens. Seit ich heute wieder in Bamenda bin sind mir - wenn wir grade beim Thema sind - auch viele Sachen wieder eingefallen, die ich zu tun habe. Ich werde diese Woche versuchen ein Umweltprojekt aus dem Boden zu stampfen (mal sehen was das wird) und ich werd mit Charlie, nem philippinischen VSO Freiwilligen ein Sportturnier für Schulen organisieren, was gekoppelt wird an HIV Infos und Workshops, bin mal gespannt ob wir das hinkriegen. Nebenbei geht halt die normale Arbeit weiter, in den Schulen Unterricht und das Radioprogramm. Naja zurück zum Seminar. Freitag war dann Sense und wir wollten das Seminar mit ein wenig Feiern abschließen und machten uns Abends in einen Nachtclub, wos dann sehr alte europäische Popmusik gab aber das war umso lustiger. Samstag waren wir dementsprechend erschöpft und konnten noch ein wenig am Strand entspannen und den Markt in Kribi aufsuchen, bevor wir abends noch die beste Pizza Kameruns genossen. Heute morgen gings dann schon viel zu früh los, die Reise klappte gut aber jetzt bin ich doch ziemlich fertig.
Eine Neuigkeit gibts dann auch noch: Lea und ich bekommen eine Katze morgen=) ne kleine Schwarze, die wir schnellstmöglich impfen und schützen lassen wollen (in Bamenda gibt es 2 Tierärzte, hätt ich auch nich erwartet!). Sie wird Shidon heißen, egal ob Mädchen oder Junge=), und uns ein wenig Gesellschaft und Schutz gegen Mäuse leisten.
Ich werde versuchen euch auch diese Woche auf dem Laufenden zu halten, im Moment kann ich nur sagen, dass ich gespannt bin wie der Alltag wieder auf mich wirkt, so richtig motiviert bin ich nich, aber mal sehen, wenn man dann mal anfängt ist es ja meistens besser als vorher gedacht! Ich schick euch die liebste Grüße aus Bamenda!
Niels
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