Mittwoch, 17. Dezember 2008

Ach ja...

Hier noch ein paar Neuerungen: bei den Links findet ihr jetzt einen, der euch direkt zu dem Blog unseres Radioprogramms, an dem ich arbeite bringt!
Also schaut mal vorbei, was ich da so mache=)

Was schon dritter Advent? Wohl doch keine weiße Weihnacht dieses Jahr...

Hey Ihr Lieben,

eigentlich wollte ich warten bis ich in Kribi bin und richtig was zu erzählen habe. Die letzte Woche war nämlich ehrlich gesagt nicht wirklich spannend bis zum Wochenende. Da ja der Strom ausgefallen war den Samstag zuvor und wir das Radioprogramm dort nicht senden konnten, hatten wir uns schlauerweise gedacht es doch diesen Samstag zu machen, was bedeutete, dass unter der Woche nicht wirklich viel zu tun war für das Radioprogramm. Dafür wollten wir in den drei Grundschulen den Unterricht für den ersten Teil des Schuljahrs (also bis zu den Weihnachtsferien) vervollständigen, also alle Module, die wir für den ersten Teil des Schuljahres geplant hatten in den Schulen behandelt haben. Vorwiegend drehten sich die Module des ersten Terms um Themen wie "Mein Körper", "Wie pflege ich meinen Körper?" oder "Was ist eine ausgeglichene Nahrung?". Da wir in einer Schule recht weit vorangeschritten waren (da wir dort 2mal die Woche unterrichten, in den anderen jeweils nur einmal), aber in den anderen beiden noch nicht, mussten wir dort teilweise dann 3 oder 4 Module an einem Tag machen, was bedeutete, dass wir schonmal einen Tag 5 Stunden in der Schule waren, anstelle von den normalen 2-3. Ansonsten ist der Unterricht wirklich anstrengend, ich merke zunehmend, dass ich wirklich an meiner Geduld arbeiten muss und ich verstehe ab letzter Woche jeden Lehrer, den ich jemals genervt habe! Hier eine offizielle Entschuldigung: es tut mir wirklich leid! Ich weiß jetzt wie nervig nervende Schüler sein können!
Als das Wochenende dann da war und ich eine naja nicht so spannende Arbeitswoche mit einem guten Ausblick in die kommenden Tage für beendet erklären konnte stieg meine Stimmung sehr. Freitag konnte ich Janna (DED-Freiwillige) und Gene (ihre amerikanische Mitbewohnerin) aus Limbé, Katharina und Hannah (aus Bafoussam, DED-Freiwillige) empfangen, mit denen ich zusammen auf eine Hochzeit am Samtag Abend eingeladen war (dabei wusste ich nich wer heiratet, aber so ist das nun mal in Kamerun, hauptsache Essen und Trinken und Tanzen;)). Freitag Abend gings dann aber erstmal für uns ins Dreamland Restaurant, wo wir uns in die allwöchentliche VSO (britische Freiwilligenorganisation) Runde eingliederten, bevor wir in den Tropicana Nachtclub gingen, in dem der Junggesellen Abschied vom Bräutigam der am nächsten Tag stattfindenen Hochzeit gefeiert werden sollte. Im Dreamland war es eigentlich recht gemütlich, bisschen teuer für kamerunische Verhältnisse aber naja man gönnt sich ja sonst nix. Nach ein, zwei Stunden fing eine Diskussion darüber an, in der auch Gerald (ein kamerunischer Freund von mir) involviert war, wie die Frauen hier durch das traditionelle Gesetz diskriminiert und dem Mann untergeordnet werden. Vor allem Gene kam mit Gerald darüber in eine heftige Diskussion. Um ins Detail zu gehen: es ging um das traditionelle Gesetz, dass Frauen, wenn sie Hühnchen zubereiten niemals die Innereien essen dürfen, die dem Mann vorbehalten sind. Natürlich war die Diskussion spannend und interessant und so richtig wusste ich nicht, was meine Meinung dazu ist. Natürlich finde ich es nicht tragbar für die Frau und natürlich ist es eine Diskriminierung, aber an dem Abend habe ich gelernt, was es heißt tolerant zu sein und mal sein eigenes Denken und seine eigenen Wertevorstellungen zurückzustellen, um andere ihre Meinung dazulegen. Ich werde mit Gerald da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, das weiß ich. Aber ich weiß jetzt auch, dass meine Meinung nicht die "Richtige" ist und seine nicht die "Falsche",weil es sowas in dieser Frage nicht geben kann. Wenn ich ein so fremdes Land bereise mit einer so fremden Kultur muss ich lernen zu lernen und daz gehört zuzuhören und Dinge anzunehmen, die einem erstmal komisch erscheinen. Wir als Freiwillige werden hier nichts verändern können und unsere westlichen Ansichten sind genauso fremd für Kameruner, wie die ihre für uns, warum dann unsere über deren stellen? Es werden noch viele Momente kommen, in denen ich mir das vor Augen führen muss und man muss es sich wirklich immer zwingen in den Kopf zu rufen. Eine Lektion, die ich gelernt habe.
Zurück zum Abend=) Der Nachtclub war jetzt nicht der Bringer, aber wir hatten alle unseren Spaß bis irgendwann um 3 Uhr Nachts.
Am nächsten Morgen war ich ein wenig zu müde für das Radioprogramm, aber was sein muss, muss ja wohl sein und schließlich hatte ich dafür schon zu viel gearbeitet um es einfach liegenzulassen. Im Radio angekommen musste ich mal wieder einen bitteren Rückschlag erleiden: die Radiostation hatte unser Programm nach hinten verschoben. Leider konnte ich das nicht mit meinem Tagesplan vereinbaren, auch weil ich einfach nichts wusste davon vorher und so ging auch diese Woche das Radio flöten. Für diese Woche werd ich aber nicht wieder das gleiche Radioprogramm spielen wollen sondern arbeite nun an nem Neuen für diesen Samstag. Thema: Human Rights.
Naja jedenfalls war das en ganz schönes Ding sag ich euch, aber so richtig traurig war ich auf der anderen Seite auch nicht um ehrlich zu sein- so konnte ich ein wenig entspannend, bevors zur Hochzeit ging. Die kirchliche Trauung verpasste ich und so ging ich gleich zum Festakt in der Stadt, in ner Riesenhalle. Soviel kostenloses Essen hab ich glaub ich noch nie gesehen. Es ist einfach unglaublich, was Kameruner für Hochzeiten (aber auch für Trauerfeiern oder Beerdigungen) ausgeben, manchmal ihr ganzes Hab und Gut. Man bekommt dann schonmal ein schlechtes Gewissen. Die Hochzeit bestand dann auch aus vielen Reden und Essen, um am Ende noch ein wenig tanzen zu können.
Am Morgen des vierten Advents fuhren Katharina, Hannah und ich nach Bafoussam, um am Abend ein wenig in Hannahs Geburtstag "reinzufeiern", was letztendlich keine Feier war, aber ein sehr sehr gemütliches Abendessen mit einem Film zum Abschluss. Der Sonntag war eh sehr entspannend, was echt mal wieder gut war und auch Montag morgen bis zum Mittag, an dem ich zurück nach Bamenda musste, waren einfach schön. Haben im Bett geschimmelt und "Türkisch für Anfänger" geguckt=)...
Die letzten Tage waren dann auch noch okay, aber ich merke, dass ich nach Kribi muss um eifnach mal abzuschalten. Es ist nicht unbedingt so, dass die Arbeit mich überanstrengend oder das Klima, es ist einfach anstrengend den ganzen Tag in einer fremden Sprache denken und neue Eindrücke verarbeiten zu müssen. Ich wache mittlerweile jeden Morgen sau müde auf, obwohl ich um 10 im Bett liege. Darum freu ich mich jetzt riesig auf Montag, wenns dann endlich losgeht, aber auch auf Samstag, wenn die nächste Hochzeit ansteht und auf Sonntag, wenn ich Caties Mutter treffe, die gerade hier zu Besuch ist!
Ich hoffe euch alles gehts gut, ich wünsch euch nen guten vierten Advent und fröhlichste Weihnachten wenn wir uns nicht mehr sprechen vorher=)
Alles Beste,
Niels aus Bamenda

Montag, 8. Dezember 2008

Nikolaus und zweiter Advent

Hey Ihr!

Wie geht’s, wie stehts? Mal wieder eine Woche vergangen, in der schon einiges passiert ist, die aber auch sehr sehr anstrengend war.
Das letzte Wochenende noch sehr schön im Gedächtnis begann die Woche sehr arbeitsintensiv, was sie bis zum Ende hin bleiben sollte. Einerseits hatte ich natürlich die Arbeit in den Schulen zu meistern, in dessen Unterricht es diese Woche um die Nieren und den Darm ging (ich lern da auch nicht aus, ich muss zugeben, dass ich sehr sehr wenig über unsere Nieren wusste bevor ich mich ein wenig auf den Unterricht vorbereitet hatte). Es ist im Unterricht wirklich nicht leicht, ich fange an verzweifelte Lehrer zu verstehen. Gerade mit der kleinen sprachlichen Barriere noch und meiner Unerfahrenheit ist jede Unterrichtsstunde schon eine Herausforderung, ich muss mir vor allem selbst sagen, dass ich nicht jedem Kind alles beibringen kann, was wohl mein Anspruch ist ein wenig. Aber allein der Unterricht machte die Woche nicht so arbeitsintensiv und anstrengend. Da eigentlich alle Freiwilligen, mit denen ich das Radioprogramm mache im Moment in der Uni oder Schule irgendwo in Kamerun sind musste ich das Programm fast komplett alleine machen, was ich übrigens diese Woche auch machen werde. Das bedeutete, dass ich die Interviews machen, diese schneiden und das Script für die Show am Samstag schreiben musste. Dazu kamen noch Recherchen für unseren Nachrichten-Slot. Da das Thema diese Woche „Volunteering and the International Volunteer's Day“ (frei übersetzt irgendwas wie Freiwilligendasein und eben der Internationale Freiwilligentag, der am Freitag war) war musste ich viele Interviews erst Freitag machen auf einer Feier zum Internationalen Freiwilligentag und hatte dann eben nur den Freitag um das alles zu schneiden und alles fertig zu machen. Das Problem war, dass an dem Computer, auf dem alle Schneideprogramme installiert sind und den ich logischerweise benutzen müsste, irgendwelche Leute versucht haben das Internetnetzwerk zu installieren, was bis 7 Uhr abends gedauert hat. So konnte ich erst um 7 anfangen das ganze Schneideproblem anzugehen, was mich bis 10 Uhr im Büro gehalten halt (!). Total übermüdet bin ich dann eigentlich nur noch ins Bett und hatte nur Radio im Kopf. Samstag morgen bin ich dann leicht nervös aufgewacht, weil ich wusste, dass ich das Radioprogramm heute moderieren muss, hatte zwar Claudine noch mit im Studio aber ich hatte das ganz eProgramm gemacht, weil sie in die Schule gehen musste, und hatte sozusagen schon mehr zu sagen. Beim Radio angekommen holte mich dann die kamerunische Realität mit einem Faustschlag ins Gesicht wieder ein – Kein Strom, kein Radioprogramm. Die ganze Arbeit bis 10 Uhr abends den Abend zuvor fast umsonst. Das war nicht wirklich der beste Start in einen Tag, ich wollte wirklich dieses Programm machen, da ich es ja einfach organisiert hatte. Naja, irgendwie werden wir das Programm nochmal machen die nächsten Monate, dann war das Ganze wenigstens nicht umsonst.
Samstag nachmittag traf ich mich dann mit Sabine, der DED-Entwicklungshelferin hier, und wir gingen auf den Markt und aßen Lunch zusammen. Von dort bin ich nach Hause und eine Runde Joggen durch Wald und Hügel, was hier echt Spaß macht, auch wenn ich merke, dass meine Fitness um mindestens 50 % geschrumpft ist, seit ich hier bin. Vielleicht erholt sich das wieder, aber im Moment bin ich irgendwie erstens nich so motiviert joggen zu gehen, weil auch das Wetter sehr anstrengend ist und zweitens hab ich oft nicht die Zeit wirklich intensiv joggen zu gehen. Nach dem Joggen hab ich mit Gerald den Abend geplant, den wir eigentlich mit einem gemeinsamen Dinner verbringen wollten, was wir aber durch einen Besuch auf der Uniparty von Njis Uni ersetzten. Nachdem wir hier im Viertel sehr leckere weiße Bohnen mit Kochbananen gegessen hatten sind wir um acht zur Uni los, die fast 20 km von uns aus liegt. Bei der Uni angekommen mussten wir noch ganze zwei Stunden warten bis ein Generator besorgt war und die Party auch im Licht von Lampen und mit Musik losgehen konnte. Irgendwie handhaben die Studenten hier Partys anders als wir. Statt einfach Musik aufzulegen und die Sache ihren Lauf nehmen lassen wird hier vieles sehr genau geplant und offiziell gemacht. Das heißt, dass es bevor alle tanzen einen Eröffnungstanz geben muss, der aber erst stattfinden kann, wenn ein paar wichtige Leute ihre Reden geschwungen haben und gewisse Leute eine Ziege angeschnitten haben. Das heißt dann auch, dass es sehr gut 3 Stunden dauern kann, bis die Party eigentlich anfängt, was auch diesen Samstag der Fall war. Um halb eins gings dann endlich los und es war auch richtig gut, nachdem ich mich wirklich beherrschen musste nicht einzuschlafen vorher. Nach vielen guten Tänzen konnten Gerald und ich die Nacht bei Nji verbringen, was den Abend erst möglich machte, weil nachts von dort zurückkommen ist unmöglich.
Sonntag morgen viel zu verschlafen sind wir dann mit dem Taxi zurück und sofort wieder ins Bett, also zumindestens Gerald, den ich den ganzen Tag dann nicht mehr gesehen habe =). Zuhause angekommen erklärte mir Charmain, dass sie an dem Tag runter ins Baptistenzentrum ziehen wird, weil VSO Charmain und Alex das für die letzten zehn Tage hier bezahlt und es einfach luxuriöser ist. Alex wird heute umziehen, sodass ich erstmal wieder alleine bin, was mich ein wenig schlaucht, hatte damit nicht gerechnet, kann aber Alex und Charmain gut verstehen und werde auch einige Nächte unten verbringen bevor die beiden nach Kribi fahren, wo wir uns an Weihnachten treffen werden.
Hab dann Charmain geholfen umzuziehen und hatten dann noch Lunch in einem guten Restaurant bevor Alex und ich uns einen schönen und lustigen letzten Männerabend machen konnten.
Ach ja übrigens habe ich diese Woche endlich zwei Pakete aus Deutschland bekommen, die ich schon fast als vermisst melden wollte, die aber schon seit zwei Wochen in der Post lagen, aber die mich nicht informiert hatten. In dem einen Paket war ein Adventskalender, was mich total gefreut hat und der mir jetzt jeden Morgen ein wenig weihnachtliche Gefühle fühlen lässt. =)
Eigentlich war das alles was ich zu erzählen hatte. Mir geht es eigentlich ganz gut, ich merke dass ich mich einleben kann hier, aber das komische Gefühl wenn ich hier aufwache morgens und die ersten paar Stunden geht so schnell nicht weg. Es ist alles einfach zu anders hier und es dauert eine Ewigkeit sich hier heimisch zu fühlen. Manchmal hätte ich gern einen Tag in Deutschland um dann wieder mit einem guten Gefühl nach Kamerun zurückzukommen, aber man kann ja nich alles haben.
Ich wünsch euch allen nachträglich noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent, ihr sitzt bestimmt in meterhohem Schnee, während ich hier aufpassen muss mich jeden Tag auch gut einzuschmieren (okay die letzten Tage waren sehr regnerisch, aber wenn die Sonne mal scheint dann richtig).
Das Allerbeste für die restlichen Tage bis Weihnachten wünscht euch Niels aus Bamenda!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Von kaputten Bussen, traditionellen Festen, betrunkenen Taxifahrern und viele guten Freundschaften

Hey Ihr Alle!

Das is seit langem wieder der erste Blog, den ich sozusagen live ins Internet schreibe und nicht vorschreiben muss, um ihn dann mit dem USB Stick im Internet Cafe reinzustellen. Wir haben naemlich endlich, endlich Internet im Office, zumindestens an einem Computer!
Jetzt sitz ich hier um sechs Uhr abends und nutze das auch erstmal aus euch von meinem Wochenende zu schreiben, das sehr sehr erreignisreich war...

Nachdem die Woche wirklich gut geendet hatte und ich am Donnerstag das erste Mal das Website Training bei Steve (einem VSO- Volunteer) besuchen konnte und danach das ganze Youth Outreach Team Patience Geburtstag in einem Restaurant gefeiert hat, was wirklich sehr schoen war, fuhr ich Freitag Mittag nach Bafoussam, wo ich eigentlich, nach meiner Planung, um ca. 2 uhr ankommen sollte.
Aber weil Planen in Kamerun nicht so in Mode ist, sollte es natuerlich nicht nach meinem Zeitplan laufen. Anfangs war ich noch guter Dinge, nur eine Stunde Wartezeit bis der Bus losfuhr, das is wirklich sehr gut! Doch nach 10 km sollte sich meine Hochstimmung in Hinblick auf meine Zeitplanung und meine Vorfreude auf Baham und Nico schlagartig in Verzweiflung umschlagen.
Das Gleiche, was uns mit dem DED Bus auf dem Weg vonYaounde nach Bamenda passierte, musste natuerlich jetzt meinem schoenen Buschtaxi passieren. Nach nur 10 km!!
Gut, alle raus aus dem Bus. Was nun, dachte ich mir und sah mich um. Ich war irgendwo, aber garantiert nicht da, wo ich hingehoerte. Aber weil kamerunische "Planung" nicht nur Nachteile hat, sondern auch mit sich bringt, das man einfach in irgendeinen Bus steigen kann, wenn noch Plaetze frei sind, konnte ich den naechstbesten Bus nehmen, zwar auf Bezahlung von weiteren umgerechnet 1,50 euro aber okay, was goennt man sich nicht alles...
Nach ca. 5 1/2 Stunden Fahrt(!), die eignetlich nur 2 Stunden lang sein sollte, kam ich dann auch endlich in Baham an, wo ich Nico und Jannik in einer Bar traf, zusammen mit ein paar kamerunischen Freunden von Nico. Den Abend entspannten wir eigentlich groesstenteils, da wir ja morgens ganz frueh nach Foumban aufbrechen wollten, wo ein grosses traditionelles Fest stattfinden sollte. Foumban, nur das nebenbei, ist die groesste traditionelle Stadt Kameruns, was auch immer das bedeutet, hab ich heut zufaellig in einem Heft im Klassenraum der einen Grundschule gelesen=) es wird wohl das Koenigreich Foumban sein, was mit das Groesste im Land ist und auch das traditionelle Handwerk soll riesig verbreitet sein in dem kleinen Staedtchen.
Um das alles mit eigenen Augen zu sehen, machten wir uns Samstag morgen auf den Weg. Eigentlich hatten wir damit gerechnet auch mit Katharina, Hannah, Moni (aus Bafoussam) und Lea (aus Buea) hinzufahren, aber die Maedels kniffen aus gesundheitlichen Gruenden, sodass wir drei Jungs auf uns alleine gestellt waren. Wir haderten lange, weil wir nicht wussten, wie wir nach Foumban kommen sollten. Eigentlich weniger mit grosser Hoffnung fragten wir unseren Taxifahrer der uns eigentlich nur von Baham nach Bafoussam bringen sollte, ob der nich auch gleich weiterfahren koennte nach Foumban (was eine Stunde entfernt liegt). Er machte es fuer einen verhandelten Preis von 20 000 Francs (30 Euro) was viel zu viel war, aber das Fest in Foumban sollte es wert sein...
Dort sicher angekommen konnten wir noch die Eroeffnungszeremonie im Palast mitbekommen, bevor alle Leute ins benachbarte Stadion zogen und wir uns einfach anschlossen. Im Stadion selbst schien dann jeder einen festen Sitzplatz zu haben, ausser die drei deutschen Vertreter in Gestalt von Nico, Jannik und mir. Hilflos hielten wir uns an einen Guard, dem wir erklaerten dass wir ja eigentlich gar keine Eintrittskarten hatten und dementsprechend auch nicht wussten wo wir eigentlich sitzen koennen. Mal wieder erfreute mich dieses Land, das so Dinge einfach anders angeht. Anstatt uns einfach vor die Tuer zu setzen bekamen wir wirklich gute Stehplaetze auf dem Podest, von dem wir aus die ueberaus interessante traditionelle koenigliche Zeremonie verfolgen konnten.
Nach vielen Reden ( ein Hauptbestandteil des Festes waren nicht die von uns erwarteten traditionellen Taenze sondern die Chance der Bevoelkerung dem Koenig ihre Sorgen und Wuensche vorzutragen, auch interessant), der Opferung einer Ziege und vielem Gesang konnten wir einfach nicht mehr fuer das abschliessende Schiessen stehenbleiben, es ging nach 4 stunden einfach nicht mehr.
Vom Stadion quaelten wir uns durch riesen Menschenmassen zu einem Ort zum Essen, den wir nach verzweifelter Suche auc hirgendwann fanden. Das Essen selbst war nicht so schlecht, wenn man die hygienischen Bedingungen mal ausser Acht laesst, aber dass der Preis desselben auf Verhandlungsbasis ausgelegt war wussten wir nicht und umso erstaunter waren wir als der Kellner uns fuer drei Portionen Cous-Cous und ein wenig Fleisch 9000 Francs (14 Euro) berechnen wollte. Nach starker Verhandlung landeten wir schliesslich bei 3000 Francs, was glaub ich immer noch zuviel war aber okay. Das war schon sehr sehr interessant. 9000 Francs fuer Cous Cous, tse sowas gibts...
Ansonsten konnten wir den Rest des Nachmittags noch ein paar traditionelle Handwerkslaeden besuchen, bevor wir unseren Taxifahrer trafen. Mir schien schon der Blick den er hatte, als er uns begruesste nich ganz geheuer zu sein und der erste Verdacht, dass er womoeglich betrunken ist, sollte sich dann auch spaeter auf der Fahrt bestaetigen. Ihr glaubt nicht, was ich fuer eine Angst hatte in diesem Taxi. Die Fahrt zurueck teilte ich glaub ich rein instinktiv in Ueberlebensetappen ein. Die Erste war lebend aus dem Stadtverkehr in Foumban rauszukommen, was wir irgendwie schafften, aber ich sage euch, nur sehr sehr knapp. Auf der zweiten weitaus groesseren Etappe, der Landstrasse zwischen Foumban und Bafoussam, kam die Angst dann wirklich an die Oberflaeche. Nach vielen geschnittenen Kurven und der Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h konnten wir ihn letztendlich gluecklicherweise dazu ueberreden doch bitte nicht schneller als 80 zu fahren, was er auch mit Muehe und mehrmaliger Aufforderung dann auch tat. Die letzte Etappe war dann noch der Stadtverkehr in Bafoussam, den wir durch tausend Schlagloecher hinweg auch ueberlebten. Ich war noch nie so froh aus einem Taxi zu steigen!!
Lebend also angekommen fuhren wir zu Monika, wo wir ihren Geburtstag nachfeierten und echt gutes Essen geniessen konnten. Der Abend war dann auch ganz gut und so gingen wir zufrieden zu Bett, und vor allem wir Jungs waren froh diese Nacht noch lebend mitzubekommen und teilten uns dementsprechend sehr gerne eine zu kleine Matratze und Decke.
Sonntag fuhr ich dann mit den VSO Freiwilligen die auch in Bafoussam waren, also auch Alex und Charmain, meine Mitbewohner, zurueck waehrend die anderen noch den Tag an einem Wasserfall ausserhalb von Bafoussam geniessen konnten, aber dazu hatte ich leider nicht die Zeit, welche bestimmt noch kommen wird dieses Jahr.
Die Woche ist bis jetzt ganz angenehm, hab relativ viel zu tun, vor allem fuer das Radio, das ich diese Woche alleine auf die Beine stellen muss. Deswegen war ich heut, neben dem Unterricht in den Schulen auch viel unterwegs um Interviews zu machen. Das Thema diese Woche: International Volunteering Day, der am Freitag ist.
Ansonsten werd ich am Donnerstag wieder das Website Training besuchen und wenn wir dann die naechsten Wochen auch Internet in die einzelnen Raeume kriegen kann ich endlich anfangen wirklich in das Homepagedesign einzusteigen, da freu ich mich riesig drauf. Jetzt werd ich den Abend noch ruhig ausklingen lassen.
Ich hoffe ihr hattet alle einen schoenen ersten Advent, der ein wenig weihnachtlicher war als meiner hier bei 30 Grad im Schatten. Weihnachten verbringe ich ja wie ihr wisst am Strand in Kribi, was jetzt nur noch 3 Wochen weg ist. Das wird richtig schoen glaube ich. Es ist toll zu wissen, dass da noch 8 andere DED Freiwillige in Kamerun sind und wir uns alle so gut verstehen. Ich glaube Kribi und danach Silvester in Limbe wird eine richtig gute Sache fuer uns alle!
Ich wuensche euch das Beste und lass euch die liebsten Gruesse hier!
Bald mehr vom Niels aus Bamenda