Donnerstag, 27. November 2008

Bamenda, was solange schon?

Hey Ihr!

Gerade sitze ich in meinem kleinen Häusschen, habe die Tür offen stehen und bin zu Spät zur Arbeit, aber ich wollte jetzt endlich mal schreiben, auch wenn wir immer noch kein Internet im Office haben. Ich hoffe, dass euch dieser Blogeintrag vor dem Wochenende erreicht.
Ja, also wo fange ich an zu erzählen. Am besten beim Wochenende, das wohl mit das Beste hier in Kamerun war. Nico aus Bafoussam kam Freitag Abend hier mit dem unglaublich sicheren kamerunischen öffentlichen Verkehr an, um bis Sonntag mal ein bisschen Bamendaluft zu schnuppern.
Freitag abend sind wir dann mit Gerald und Devine (zwei kamerunischen Freunden) in eine Bar hier im Viertel gegangen und hatten wirklich interessante Gespräche. Auf dem Weg nach Hause, eigentlich waren wir schon viel zu müde und geschafft, kamen wir irgendwie an einer Beerdigungsfeier vorbei. Hier in Kamerun ist es Brauch das Leben eines Verstorbenen mit einem Riesenfest zu feiern, bevor am nächsten Tag die Beerdigung stattfindet. Jedenfalls kannte Gerald den Verstorbenen und so haben wir uns einfach in die Menge gemischt und mitgetanzt und getrunken. Nach einiger Zeit im Kreis tanzen musste ich feststellen, dass ich in der Mitte des Kreises gelandet war, wo eigentlich immer Einer tanzt, der auch ein Bild des Verstorbenen in den Händen hält. Naja, so wars dann auch bei mir. Irgendjemand kam zu mir und drückte mir das Bild in die Hand, sodass ich mitten in einem Kreis von Kamerunern mit dem Bild des Verstorbenen tanzen musste. Auf der einen Seite eine Riesenerfahrung, auf der anderen Seite ein sehr komisches Gefühl, da ich den Verstorbenen ja noch nicht mal kenne.
Samstag morgen bin ich dann joggen gegangen und abenteuerlustig, wie man halt so ist in einem fremden Land, einfach mal drauf los. Bin dann irgendwann auf irgendeinem Pfad durch irgendwelche Palmen und Wiesen gelandet und hatte kaum mehr einen Plan davon, wo ich mich überhaupt befand. Die Richtung zu meinem Zuhause konnte ich noch so ungefähr abschätzen und so versuchte ich mich an einem Punkt auf der Spitze des kleinen Hügels zu orientieren, den ich zu erreichen erhoffte. Ich weiß auch nicht genau, wie ich es dann geschafft hab, aber ich kam genau an der Straße wieder raus, an der ich auch rauskommen wollte. Joggen war selten so interessant sag ich euch, auch die Wiesen, Palmen und kleinen Bäche, die ich auf dem Weg zu sehen bekam, waren schon beeindruckend.
Samstag mittag musste ich dann wieder ins Radio. Das Thema diese Woche: Campus Sanitation, was soviel bedeutet wie: Sauberkeit auf dem Schulhof!? Es gibt zwar interessantere Themen, aber ich konnte ein wenig über die Sauberkeit der Ostschule reden und vor allem, dass ich keinem empfehlen würde auf die Toiletten dort zu gehen. Ob das den kamerunischen Zuhörern hilft bezweifle ich sehr, aber lustig wars trotzdem. Nach dem Radio sind Nico und ich noch schnell in die Stadt, haben Zutaten für unseren geplanten Fruchtsalat gekauft und sind zum Schneider, wo ich meine ersten zwei afrikanischen Shirts abholen konnte. Sind dann zu mir, haben den Fruchtsalat zubereitet (der wirklich lecker war) und sind fast pünktlich kamerunischer Zeitrechnung auf Caties Thanksgivingsparty erschienen, die der Hammer war. Eigentlich hatte ich mir Samstag morgen (nachdem ich Freitag abend zweimal warm gegessen hatte) gesagt, dass ich weniger essen werde die nächsten Tage, aber den Vorsatz musste ich nach 10 Minuten Thanksgivingparty leider wieder aufgeben, das Essen war einfach zu gut. Nach der Party sind wir dann zu den vier deutschen Mädels, die auf dem gleichen Gelände wohnen wie Catie (meine amerikanische Cousine) und haben noch bis ca. 2 Uhr geschwätzt, was ziemlich gut getan hat.
Der Sonntag begann mit einem Riesenfrühstück bei den Mädels, bevor Nico Bamenda wieder verlassen musste. Nachdem ich Nico zum Bus gebracht hatte, fuhr ich zum Ayaba Hotel um endlich mal Tennis spielen zu gehen mit Gerald. Im Enddefekt spielte nur ich mit irgendeinem Kameruner aus dem Tennisclub dort und Gerald kam dann nicht mehr dran, was ziemlich schade war, aber das Tennisspielen an sich hat wieder mal so richtig Spaß gemacht. Sind jetzt auch schon fast 2 Jahre seitdem ich das letzte Mal gespielt hab. Im Ayaba Hotel, das auch einen Pool direkt neben den Tennisplätzen hat, hab ich dann noch die vier Mädels getroffen und drei Peacecorp Freiwillige( amerikanische Freiwilligenorganisation), von denen einer, Matthew, in einem winzigen Village 3 Stunden von Bamenda wohnt, wo es nie Strom und fließendes Wasser gibt. Er ist da für 2 Jahre und arbeitet in einem Agrarprojekt. Das ist schon beeindruckend.
Naja ansonsten begann die Woche gut. Hab mich jetzt ein wenig reingehängt damit ich mehr zu tun bekomme und werde ab Januar in den drei Grundschulen, wo wir jetzt schon unterrichten, noch Englischnachhilfe anbieten. Und heute geht’s das erste Mal zu einem Website Training, was ich mitmachen werde, um dann hoffentlich die Website unserer Organisation gestalten zu können. Das wär dann mal eine richtig coole Aufgabe!
Morgen mittag geht’s dann nach Bafoussam für mich und Samstag fahren wir alle nach Foumban auf ein riesiges traditionelles Fest. Also mal sehen was ich nächste Woche zu berichten hab.
Ich hoffe euch geht’s allen gut. Einen schönen ersten Advent und dann bis die Tage!
Euer Niels

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